Jubiläumskonzert zeigt die ganze Vielfalt der Musik

Von: Marie-Luise Otten
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Norbert Walter Peters begleitete auf der Renaissance-Vihuela de mano seine Kollegin, die Sopranistin Natalie Stercken. Foto: M.-L. Otten

Stolberg-Donnerberg. Mit Spaß anderen zu helfen, das hatten sich die Schüler, Lehrer und Freunde des Musikstudios Norbert Walter Peters anlässlich des fünfjährigen Bestehens in der Pfarrkirche St. Josef auf die Fahnen geschrieben.

Vor einem größeren Publikum spielten zudem das Klarinetten-Ensemble der Stolberger Sing- und Spielgemeinschaft, Schüler der Querflötenklasse von Professor Anthony Reiss und die Drumband des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr.

Mit Klezmermusik der osteuropäischen Juden begann der Konzertabend. Silke Sous, Simon und Gerlinde Evertz, Johann Houben, Eva Kurbasik, Andrea Bauer und Leiter Karl-Heinz Liske hatten zwar keine populären Tanzstücke ausgewählt, aber die Gebete aus dem Klezmer Hochzeitsbuch waren ebenso typisch und bedeutsam. Sie wurden mit Leichtigkeit und stilsicher dargeboten. Auch in der „ Ballade vom angenehmen Leben“ aus der Dreigroschenoper von Kurt Weill zeigten die Musiker eine überzeugende Ensembleleistung.

Mittelalterliche Lautenmusik bestimmten den zweiten Programmpunkt. Dass diese alte Musik nicht ausstirbt und eine neue Wertschätzung erfuhr, zeigte Norbert Walter Peters mit seinem außergewöhnlichen Spiel auf der Vihuela de mano, dem Vorgänger der modernen Gitarre. Das spanische Zupfinstrument mit ovalem Korpus und Holzwirbeln erlebte im 16. Jahrhundert seine Blütezeit und galt als die Königin der Instrumente. Ausdrucksvoll und elegant spielte Peters „Praeambel 3“ von Hans Newsidler. Zusammen mit Kollegin und Sopranistin Natalie Stercken, brachten Peters dann als Duo „Compendio de Musica“ Stücke von spanischen (Francisco Guerrero) und französischen Komponisten (Josquin des Prez).

Anthony Reiss und Norbert Walter Peters kennen sich aus Studienzeiten, wo der Erstere als Professor noch unterrichtete und Peters Student war. Jetzt leitet Letzterer ein Musikstudio und der ehemalige Lehrer gibt Unterricht in Querflöte. Mit seinen drei Schülerinnen spielte Reiss eine Sonate mit zwei langsamen und zwei schnellen Sätzen für zwei Querflöten von Georg Philipp Telemann. Natalie Baumanns gehörten „Dolce“ und „Allegro“, Franziska Schüller interpretierte „Largo“. Den letzten Satz „Vivace“ gestaltete Reiss mit Cornelia Houben. Es war erstaunlich, was die jungen Leute nach einem Jahr Unterricht bereits zu leisten wussten.

Franziska Schüller hatte sogar noch das „Lied ohne Worte“, einen kleinen Leckerbissen von Gabriel Fauré, vorbereitet. Der Querflötenlehrer selbst blies „Allegro“ und „Poco Adagio“ aus einer Sonate von Carl Philipp Emanuel Bach. Zudem würzte Anthony Reiss den Abend mit der Geschichte der Nymphe „Syrinx“, die als Schilfrohr verwandelt, von Pan zur Anfertigung seiner Panflöte herhalten muss und auf ihr seine Lieder spielt.

Fünf Jahre Bandprojekt

Fünf Jahre Musikstudio heiße auch fünf Jahre Bandprojekte, so Peters in seiner Ansage. Die erste Band, die auftrat, war das Projekt „Lena“. Lena Kaever (Gesang/Western-Gitarre), Diana Djamadi (Gesang) und Hendrik Gilles (Western-Gitarre) trafen mit dem bittersüßen Liebeslied „Stay With Me“ ins Herz. Die charakteristischen Klangfarben der Gesangstimmen sprachen an und brachten das Phänomen der unerwiderten Liebe und den damit verbundenen Gefühlen zum Ausdruck. Die „Bad Angels“ sind ein relativ junges Projekt: Hip ist bei Lara Engelhardt, (Gesang/Western-Gitarre), Jil Engelhardt (E-Gitarre) und Lars Offermann (E-Bass) momentan „Don’t“ von Ed Sheeran, das sie zum Besten gaben.

Bei „Way2o“, dem Flagschiff seit Bestehen des Studios, wirkten Kornél Kass, Ranja Amassio Requena (Gesang), Frederik Uhl (E-Gitarre), Simon Thiefes (E-Bass) und Alexander Lürken-Uhl (Drums) mit. Ihre Lieder waren das gefühlvolle „Loving You Is Killing Me“ von Aloe Blacc und der Gute-Laune-Titel „Price Tag“ von der britischen Rapperin Jessie J. Leider war hier die instrumentale Begleitung mitunter so laut, dass die schönen Gesangstimmen kaum zur Geltung kamen.

Das Finale fand draußen mit der Drumband des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr statt. Unter Leitung von Reiner Peitsch spielten die jungen Leute zunächst das energiegeladene „Drumfestival Brazil“ mit Sambaklängen. Eine kleine Trommelshow mit „All in One“ und „Funny Sticks“ beendete ein besonderes Fest.

Der Erlös des Benefizkonzertes ist im Übrigen für ein Sportobjekt der Grundschule Hermannstraße bestimmt.

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