Jubiläumsfeier: Dorffer Pfarrkirche wird 150 Jahre alt

Von: Dirk Müller
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Paul Idon vom Kirchenvorstand präsentiert die professionell erstellte Festschrift zum 150-jährigen Bestehen der Dorffer Pfarrkirche, die ab sofort erhältlich ist. Foto: D. Müller
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Vor 150 Jahren erbaut, ist die Pfarrkirche St. Mariä Empfängnis noch heute Mittelpunkt im Dorf(f)leben. Foto: D. Müller

Stolberg-Dorff. Als steinerner Zeitzeuge hat sie viel erlebt: Im Jahr ihrer Erbauung ist Otto von Bismarck Ministerpräsident des Königreiches Preußen und wird im Sommer zudem Bundeskanzler des Norddeutschen Bundes. Die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn wird gegründet, der letzte osmanische Festungskommandant verlässt das Fürstentum Serbien, dessen Hauptstadt nach Belgrad verlegt wird. Das Russische Kaiserreich verkauft Alaska für 7,2 Millionen US-Dollar an die Vereinigten Staaten von Amerika, der schwedische Industrielle Alfred Nobel lässt sich seine Erfindung Dynamit patentieren. Und in Dorff wird im Jahr 1867 die Pfarrkirche St. Mariä Empfängnis errichtet.

Das Kirchengebäude im neugotischen Stil überstand Preußens Glanz und Gloria sowie dessen Niedergang und beide Weltkriege. Jetzt feiert die Dorffer Pfarrgemeinde das 150-jährige Bestehen von St. Mariä Empfängnis. Am Samstag, 2. September, beginnt das Jubiläum um 17.30 Uhr mit einem Festgottesdienst unter Mitwirkung des Breiniger Kirchenchors, anschließend laden Kirchenvorstand und Pfarreirat zu einem Empfang in das Schützenheim an der Pfarrer-Gau-Straße 23 ein. Dann gibt es auch die Gelegenheit, die frisch gedruckte Festschrift „150 Jahre Pfarrkirche St. Mariä Empfängnis Dorff“ zu erwerben.

Wobei bestimmt viele Menschen sich bereits vorher ein Exemplar sichern möchten, denn das 120 Seiten starke Buch ist eine wahre Fundgrube für Sammler und heimatgeschichtlich Interessierte – und mit einer Auflage von nur 200 Festschriften wahrscheinlich bald vergriffen.

Mehr als ein Jahr akribische Arbeit stecke in dem Werk, das mit zahlreichen historischen Fotografien und Zeichnungen angereichert ist, erklärt Paul Idon, der maßgeblich an der Entstehung des Buches beteiligt war. Das Redaktionsteam, zu dem auch Josi Haller, Christiane Hartung, Monika Reichel-Ott, Alfons und Elke Reichert zählen, blickt in Auszügen aus der Pfarrchronik nicht nur auf 150 Jahre Kirche in Dorff zurück.

Tatsächlich beleuchtet die Festschrift die Geschichte der Dorffer Pfarrgemeinde ab dem Jahr 814, als das „Kloster an der Inde“ gegründet wurde. Beinahe 1000 Jahre lang ließen die Dorffer ihre Kinder in St. Stephan, der einzigen Pfarrkirche im Münsterländchen, taufen. Ein erster Wendepunkt für die Dorffer war das Jahr 1756, in dem sie mit Genehmigung des Abtes von Cornelimünster eine kleine Kapelle errichtet haben, in der fortan eingeschränkter Gottesdiens stattfinden durfte. Der Eingang der ersten Kappelle in Dorff ist heute noch in der „Pötzejaß“ an einer in Stein gemeißelten Inschrift zu erkennen.

Doch die kleine Kapelle mit der geringen Grundfläche von rund 45 Quadratmetern war für die Dorffer Katholiken bald nicht mehr ausreichend. Zu Zeiten von Pfarrer Anton Rick, der von 1832 bis 1853 in Büsbach wirkte, zählte der Ortsteil Dorff fast 230 Gläubige.

So entschlossen die Dorffer sich 1855, auf dem Gelände, das Ägidius Korr zur Verfügung stellte, ein neues und vor allem größeres Gotteshaus zu bauen. An jedem Sonntag wurde Geld dafür gesammelt, doch bei Ricks Nachfolger, dem gestrengen Pfarrer Jakob Ludwig Maßonet, stieß das ambitionierte Vorhaben nicht auf Wohlwollen.

So verweigerte der Büsbacher Kirchenvorstand zunächst die Schenkung des Baugrundstücks, die aber mehr als zehn Jahre später vom Kölner Generalvikariat doch noch genehmigt wurde. Am 12. Dezember 1866 wurde der Grundstein verlegt und eingesegnet, und 1867 die Kirche St. Mariä Empfängnis erbaut, um nach erfolgter Fertigstellung im Juni 1869 eingeweiht zu werden – von Pfarrer Maßonet.

Die Festschrift widmet sich den Kriegsjahren vom Ausbruch des Ersten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Und das größte Kapitel über die Neuzeit endet erst in 2017 mit der Fronleichnamsprozession, die anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Kirche St. Mariä Himmelfahrt von Breinig nach Dorff zog.

In beeindruckender Weise gibt die professionell erstellte Festschrift „Bekanntes und weniger Bekanntes, Ernstes und Heiteres, Wichtiges und Anekdoten am Rand“ preis, wie Pfarrer Ulrich Lühring es im Vorwort des Buches beschreibt. Die Festschrift zeichnet ein Bild von der Pfarrkirche als Mittelpunkt und auch als Resultat des Dorf(f)lebens, denn; „Die Dorffer Kirche wurde vor 150 Jahren gebaut, weil das Pfarrleben so aktiv war, dass es einfach eine Kirche geben musste.

Zuerst war also das Leben da, dann wurde gebaut“, so Lühring. Erhältlich ist die 120-seitige Festschrift zum Preis von 12 Euro schon jetzt bei Paul Idon, Fuchskauler Weg 9, Telefon 30205 oder 36316.

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