Stolberg-Dorff - Jubiläum: 150 Jahre eigene Kirche im Stadtteil Dorff

Jubiläum: 150 Jahre eigene Kirche im Stadtteil Dorff

Von: Christoph Hahn
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Nach dem Hochamt wurde es gesellig: Der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Günther Sterck moderierte das Beisammensein im Schützenheim.
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Die Kirche bleibt auch weiter mitten im Dorf(f): St. Mariä Empfängnis hat ihren festen Platz im Ort und seinen Menschen. Foto: Christoph Hahn
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Nahm bewegt Abschied von ihrer bisherigen Wirkungsstätte: Christiane Hartung.
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Nach dem Hochamt wurde es gesellig: Der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Günther Sterck moderierte das Beisammensein im Schützenheim. Foto: Christoph Hahn
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Die Kirche bleibt auch weiter mitten im Dorf(f): St. Mariä Empfängnis hat ihren festen Platz im Ort und seinen Menschen. Foto: Christoph Hahn

Stolberg-Dorff. Der Name hält, was er verspricht: Auch künftig steht die Dorffer Kirche St. Mariä Empfängnis mitten im Dorf. Bewohner des Ortes zwischen Büsbach und Breinig feierten am Samstagabend das 150-jährige Bestehen ihres Gotteshauses – mit einem Hochamt und einem geselligen Beisammensein im Schützenheim.

Die kleine Kirche an der Pfarrer-Gau-Straße war bis hoch auf die Empore gefüllt, als Pastor Ulrich Lühring dort zusammen mit einer Schar von Ministranten einzog. Umrahmt wurde die würdige Feier von Organistin Hanni Grawinkel und von Kantor Franz Körfer mit seinem Kirchenchor, die wie ihr Dirigent und der Geistliche aus Breinig angereist waren.

Die guten Kontakte in das Nachbardorf bezeugte indes noch ein weiteres Detail: Neben den Dorffern hatten sich zu der Messe auch Schützenbrüder von dort eingefunden.

Den geistigen und historischen Rahmen des Jubiläums steckte Pfarrer Lühring bereits in seiner kurzen Begrüßungsansprache ab. Mit Blick auf die Auseinandersetzungen mit der Büsbacher Mutterpfarre vor 150 Jahren bemerkte der Priester: „Die Menschen haben für diese Kirche gekämpft, weil sie gespürt haben: Ein Dorf braucht mehr als Scheunen und Ställe.“

Sonst sinnlos

Von diesem Punkt ausgehend, warf der Seelsorger einen Blick auf die geistliche Wirklichkeit rund um das schlichte Sakralgebäude: „Wenn da keine Christen sind, die dieses Haus mit Leben füllen, ist diese Kirche sinnlos, bestenfalls ein Museum.“ Die Rahmenbedingungen für eine zukunftsträchtige Orts- und Gesamtkirche legte Lühring den Gläubigen dann in seiner Predigt ans Herz. Dass er dieses sein Metier gut beherrscht, zeigte sich an einer Facette: Er holte seine Zuhörer bei ihren (meistens noch frischen) Erinnerungen an den Urlaub ab.

Vom „Haus Gottes“ zu sprechen, stellte der Theologe fest, beruhe auf einer falschen Übersetzung. Richtig (und hier kommt der Urlaub ins Spiel) sei es, vom „Zelt Gottes“ zu reden. Dieses Zelt (mit dem auf dem Campingplatz verbindet der heutige Pastor übrigens keinen so positiven Rückblick) stehe für das Bewegliche, Veränderbare im Dasein der Kirche – und für die Nähe des Schöpfers zu seinen Menschen: „Gott ist uns nahe; er zeltet in unserer Mitte.“

Bereit zum Wandel

Das Bild vom Zelt, das jederzeit abgebrochen und neu aufgestellt werden kann, weise auf eine ganz und gar nicht statische Existenz hin, denn: „Wir werden nur dann eine Chance haben, wenn wir bereit sind, uns zu wandeln.“

Für Christiane Hartung indes brachte der Festgottesdienst zugleich den Abschied mit sich: Sichtlich bewegt ergriff die Eschweilerin, die bereits seit Monatsbeginn in Gressenich arbeitet, vor dem Schlusssegen das Wort: „Diese Kirche ist mir ans Herz gewachsen“, versicherte sie und schloss an: „Ein Stück des Friedens hier im Dorf nehme ich mit.“

Und überhaupt: „Ich nehme viel mit“, ist sich Hartung gewiss, die mit einem herzlichen „Vergelt‘s Gott!“ schloss.

Mit Humor

Lebendig und humorvoll gestaltete der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende, Günther Sterck, seinen Part beim anschließenden Beisammensein im Schützenheim. Dabei wies er nicht nur auf die frisch erschienene Pfarrchronik (wir berichteten) hin und erinnerte dabei an „die Streitigkeiten mit den Büsbachern, die nicht wollten, dass wir eine eigene Kirche haben“.

Positiv beurteilte Sterck das Zusammenleben der rund 400 Dorffer Katholiken mit den Gläubigen ringsum in der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Stolberg-Süd: „Es ist schon verdammt viel zusammengewachsen.“ Weitere Glückwünsche überbrachten die stellvertretende Bürgermeisterin der Kupferstadt, Karina Wahlen, und der Erste Brudermeister der St.-Hubertus-Schützen, Heinz Willms.

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