Jubelstürme statt Pfeifkonzerte in Köln

Von: Dirk Müller
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Gab sich keine Blöße und somit auch keinen Anlass zum Pfeifen: Der Stolberger Carlos wusste bei seinem Gastauftritt in Köln zu überzeugen.

Stolberg. „Carlos goes Cologne”: Unter diesem Motto könnte der jüngste Erfolg des Stolberger Rock-Musikers Carlos Cachafeiro stehen. Seit knapp zwanzig Jahren ist der singende Gitarrist eine feste Größe in der Stolberger Unterhaltungslandschaft.

Von röhrendem Rock bis hin zu einfühlsamen Balladen beherrscht und liebt Carlos handgemachte Musik. Jetzt zog er aus, den Kölnern das Rocken zu lehren. Ziel war die „Linus Talentprobe” am Kölner Tanzbrunnen.

Die Kultveranstaltung ist mittlerweile 35 Jahre alt und gehört zu den härtesten Konzerten, die ein Musiker geben kann. Das Publikum entscheidet über Sieg und Niederlage und ist dabei bestens präpariert. Trillerpfeifen, Transparente und Spruchbänder gehören zur Mindestausstattung der Zuschauer, die mit ihrem Urteil alles andere als zimperlich sind.

Teilnehmer, die nicht gefallen, werden gnadenlos ausgepfiffen und ausgebuht, ihnen dreht man demonstrativ den Rücken zu oder man singt gemeinsam einfach ein anderes Lied, um den Interpreten zu übertönen. Kurz: Wer sich als Musiker auf diese Mutprobe einlässt und sie übersteht, hat gewiss Talent und Courage.

7000 Zuschauer und Jurymitglieder waren nun wieder zusammengekommen, um sechs Sänger zu beurteilen. Als erster Interpret vor die „Meute” musste der Stolberger Musiker Carlos. Das Publikum brannte darauf, den Sänger niederzumachen, ihn mit Hohn und Häme zu überschütten, aber Carlos ließ der Menge keine Chance. Er eröffnete den Wettbewerb mit dem „Black Sabbath”-Klassiker „Paranoid” und rockte jeden Zweifel der Zuschauer beiseite. Begleitet von der erstklassigen Liveband, die allen Teilnehmern zur Verfügung stand, lieferte er eine hervorragende Show ab, die besonders durch seine starke Stimme geprägt war. Mit zwei anderen Kandidaten erreichte Carlos die Final-Runde des Wettbewerbs und konnte sich so mit einem zweiten Song empfehlen. Als er „Entre dos tierras” von der Band „Hroes del Silencio” anstimmte, war schnell klar, dass er kein „Held der Stille” ist, sondern der eindeutige Gewinner dieser Ausgabe der „Linus Talentprobe”.

Sieben Mal gibt es die Talentprobe in diesem Jahr, und am 28. November folgt das große Finale, bei dem alle Sieger der einzelnen Veranstaltungen aufeinandertreffen werden, um den Jahresbesten zu ermitteln. Witterungsbedingt ist das Finale keine Open-Air-Veranstaltung, sondern findet im Kölner Theater Tanzbrunnen statt. Daher ist die Anzahl der Tickets auf 2500 begrenzt. „Ich weiß, dass die Konkurrenz gut ist”, räumt Carlos ein. Er könne aber nicht mehr als sein Bestes geben. „Teilnehmer, die ein Heimspiel haben, weil sie aus Köln oder der nahen Umgebung kommen, werden es leichter haben. Ich kann deshalb nur hoffen, dass viele Freunde und Fans aus Stolberg und Eschweiler zum Finale kommen und mich unterstützen werden.” Sollte Carlos gewinnen, wird er als Zugabe die deutsche Version von „Paranoid” singen.

Für den Fall der Fälle hat er sich auch schon eine Gummi-Fledermaus besorgt, um dem „Black Sabbath”-Sänger Ozzy Osbourne nachzueifern und ihr den Kopf abzubeißen.

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