Jubelchor zeigt ganze Breite seines Könnens

Von: mlo
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Die Gesamtleitung lag an diesem Nachmittag in den Händen von Franz Körfer (links). Foto: M.L. Otten

Stolberg-Breinig. Würdiger hätte man sich den Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen des Kirchenchores St. Barbara Breinig nicht vorstellen können. Im Mittelpunkt des Chor- und Orchesterkonzertes stand die unvergleichliche Größe Johann Sebastian Bachs, des Großmeisters der barocken Zeit.

Der Kirchenchor St. Barbara, verstärkt von Sängerinnen und Sängern benachbarter Chöre, verstand es, die ganze Breite seines stimmlichen Vermögens darzubieten. Leiter Franz Körfer hatte bei der Einstudierung des Weihnachtsoratoriums I und IV ganze Arbeit geleistet.

Und die glanzvoll aufspielende Musikalische Gesellschaft Breinig musizierte mit angemessener Eindringlichkeit und festlicher Bravour. Die Instrumentalsolisten Jens Beissel, Rebecca Grauer, Soloviolinen, Magdalena Thomas, Iris Kutsch, Querflöten, Sebastian Doetsch, Didier Dont und Heinz Hilgers, Trompeten, Bernd Schulz und Sabine Schumann, Oboen, Paul Blasel, Fagott, Martin Jung, Kontrabass, Klaus-M. Schmidt, Cello, und Günter Jansen, Positiv und Orgel, unterstützten durch ihren Einsatz die Gesamtaufführung wie auch das Solistenquartett – Angela Buzari (Sopran), Kirsten Grotius (Alt), Walter Drees (Tenor) und Dr. Christian Brülls (Bass) –, das eine homogene Einheit bezüglich Ausdruck und Schönheit des Stimmmaterials bildete.

Bachs Orchestersuite Nr. 2 h-Moll für Flöte und Orchester eröffnete den Konzertnachmittag. In diesem Stück hatte der Großmeister die typischen Züge der französischen wie der italienischen Musik mit der gelehrten deutschen Kompositionsart einfallsreich verbunden.

Während Magdalena Thomas den Flötenpart spielte und ihrem Instrument einen geradezu phänomenal gleichmäßig runden, vollen Ton, der auch in der Höhe weich blieb, entlockte, begleitete das Breiniger Orchester unter Leitung von Dieter Beißel die einzelnen Tanzsätze wie Rondeau, Sarabande, Bourree, Polonaise, Double und das höfische Menuett. Der bekannteste Satz war wohl die abschließende Badinerie, die mittlerweile zum populären Handy-Klingelton geworden ist.

Trompetenklänge, Paukenschläge

Nun waren die Zuhörer gefordert. Alle Ausführenden und Kirchengemeinde sangen das gemeinsame Adventslied „Wachet auf, ruft uns die Stimme“. Günter Jansen, der zuvor noch auf dem Orgelpositiv gespielt hatte, begleitete nun von der Orgel. Nach der zweiten Strophe übernahm das Orchester die Begleitung, und der Kirchenchor sang die dritte Strophe.

Dann folgten Trompetenklänge und Paukenschläge. Es ist jedes Mal überwältigend, wenn ein großer Chor sich von den Plätzen erhebt und die ersten Takte singt. Mit „Jauchzet, frohlocket“ begann die erste Kantate am Sonntagnachmittag in der voll besetzten Pfarrkirche, in der es schon eine Stunde vor Beginn kaum einen Platz mehr gab.

Die Menschheit empfängt die freudige Nachricht von der Menschwerdung Gottes und bricht darüber in Jubel aus. Mit einem strahlenden, in der Tat jauchzenden und frohlockenden Eingangschor setzten die Damen und Herren ein und steigerten sich in einen barocken Klangrausch. Franz Körfer dirigierte auf liebevollste Weise ruhig, präzise und differenziert und wusste den Chor und das Orchester bei innigen Stellen zu sensibler Zurückhaltung zu animieren.

Die Jubelstimmung wirkte nach in der Bass-Arie „Großer Herr und starker König“ – hier zeigte sich erstmals die voluminöse Bassstimme von Dr. Christian Brülls. In die Pracht hinein mischten sich aber auch subtilere Töne. „Wie soll ich dich empfangen?“ wurde beziehungsvoll angestimmt auf die Choralmelodie „O Haupt voll Blut und Wunden“. Altistin Kirsten Grotius forderte mit ihrer warmen Stimme in schönem Zusammenspiel mit dem Orchester Zion auf, sich auf Jesu Ankunft vorzubereiten.

Sehr überzeugend war auch die Sopranistin Angela Buzari. Besonders das Gespräch der Seele mit dem Heiland, die sogenannte Echo-Arie mit Angelika Großimlinghaus als 2. Sopran, die als Echo auf die Fragen des 1. Soprans antwortet, gehörte zu den kostbaren Momenten in der vierten Kantate.

Viel Beifall

Den Evangelisten verkörperte Tenor Walter Drees. Neben den Rezitativen, in denen er wörtlich den Text nach Lukas wiedergab, wurde seine Arie „Ich will nur dir zu Ehren leben“ vor dem abschließenden Chor zum Höhepunkt. Drees sang wunderbar leichtläufige Koloraturen, und auch die beiden Sologeiger Jen Beißel und Rebecca Grauer, die die Arie begleiteten, gaben ihr gleichermaßen Feuer und Glanz.

Zu den schönsten Nummern für den Chor zählten der Eingangschor „Fallt mit Danken, fallt mit Loben“ und die beiden Choräle „Jesu, du mein liebstes Leben“ und „Jesu richte mein Beginnen“.

Die in Musik verfasste Weihnachtsbotschaft schloss mit dem gemeinsam gesungenen Adventslied „Tochter Zion“ von Georg Friedrich Händel. Nachdem die letzten Töne des Orchesters und des Chores verklungen waren, erfüllte anhaltender Beifall die Kirche.

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