József Ács begeistert im Zinkhütter Hof

Von: Toni Dörflinger
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Stolberg. Als ein Meister seines Faches, der brillant und ausdrucksstark die im 19. Jahrhundert entstandene romantische Klaviermusik wiedergibt, präsentierte sich am Samstagabend im Museum Zinkhütter Hof der ungarische Pianist József Ács.

Der seit Mitte der 70er Jahre in Eschweiler lebende Künstler war Hauptdarsteller des zweiten Konzertes der bis Mitte September geplanten Veranstaltungsreihe „Stolberger Musiksommer”.

Geprägt wurde das Konzert von den Werken der Komponisten Frederic Chopin, Robert Schumann und Franz Liszt. Ács nutzte die Werke der drei aus dem 19. Jahrhundert stammenden Musiker, um einen Spannungsbogen aufzubauen, der von fließenden Übergängen und einer kraftvollen Spielweise gekennzeichnet war.

Sein von technischer Brillanz und einem hohen Niveau geprägtes Spiel wurde von den Zuhörern mit kräftigem Szenenapplaus und stehenden Ovationen belohnt.

An den Anfang seines Konzertes hatte der Ungar fünf Stücke des Klaviervirtuosen Frederic Chopin (1810 - 1849) gesetzt. So folgten dem leidenschaftlich gespielten und von wilden Akkorden geprägtem Scherzo Nr. 2 b-Moll zwei Préluden, eine Polonaise, zwei Walzerstücke und vier Etüden. Heiter und beschwingt setzte Ács die durch volle Akkorde gekennzeichnete Polonaise in Szene, die Chopin als Referenz an seine Heimat Polen verstanden hat.

Die Préluden sind während eines Mallorca-Aufenthaltes von Chopin entstanden und werden als Aufschrei sowie Ausdruck der Verzweiflung und Verlassenheit des Komponisten interpretiert: Die Chopinsche Ausdrucksweise, die für den Pianisten schwierig zu spielen ist, wurde von Ács temperamentvoll umgesetzt. Flink und geradezu stakkatoartig eilten seine Finger über die Tasten des Klaviers.

Schwierig zu spielen

Unverkennbar war die hohe Leidenschaft und Konzentration des Pianisten. Eine Partitur hatte der Künstler dabei nicht nötig. Er spielte während des gesamten Konzertes aus dem Gedächtnis.

Ebenfalls schwierig zu spielen sind die Chopinschen Etüden. Sie gelten als anspruchsvoll und poetisch. Auch diese Passagen wurden von Ács meisterlich in Szene gesetzt und mit einer individuellen Note versehen.

Nach der Pause erwies er den Werken von Robert Schumann und Franz Liszt Referenz. Von Elan und Kraft sind die Schumannschen Fantasiestücke geprägt, die der 61-Jährige virtuos umsetzte.

Als Orkan der Klaviermusik gestaltete Ács den Mephisto-Walzer von Liszt. Denn wenn der Ungar über die Tasten eilt, meint man förmlich die wilden und leidenschaftlichen Tanzschritte zu spüren von denen das Liszt-Stück geprägt ist.

Zu Ende ging das Konzert mit einer Schubert-Melodie, die Ács nach lang anhaltendem Applaus als Zugabe anstimmte. Lehrreich und spannend moderiert wurde das Konzert von Siggi Tschinkel, dem Vorsitzenden der Eschweiler Liszt-Gesellschaft.
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