Jouhsen-Bündgens: Im weltweiten Geschäft ein großer Name

Von: Michael Grobusch
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Abfüllanlagen für den medizinischen Bereich liefert Jouhsen-Bündgens vor allem in die Niederlande. Anders als in Deutschland werden dort Präparate von Apotheken und Kliniken oftmals noch in kleinen Mengen selbst abgefüllt. Foto: M. Grobusch

Stolberg. „Präzision und Geschwindigkeit gleich Effizienz” lautet der Werbespruch, mit dem die Firma Jouhsen-Bündgens sich präsentiert. Mit der Präzision ist es allerdings so eine Sache, wenn der Stolberger nach eben diesem Unternehmen gefragt wird.

Denn nicht nur der Sitz in der Industriestraße in Mausbach, sondern auch die Produkte sorgen dafür, dass eine breite öffentliche Wahrnehmung nicht stattfindet. Dabei nimmt die Maschinenbau GmbH in ihren Segmenten weltweit Spitzenpositionen ein und ist nach überstandener Weltwirtschaftskrise gerade dabei, ihre Erfolgsgeschichte um ein weiteres Kapitel fortzuschreiben.

Die Basis hierfür war bereits 1991 geschaffen worden, als Hubert Jouhsen die Firma Bündgens übernahm. Sie war schon damals mit Maschinen zur Drahtverarbeitung auf dem internationalen Markt etabliert. 2008 kam dann der heutige Mehrheitsgesellschafter und Geschäftsführer Bert Bosserhoff ins Spiel. Er erwarb erste Anteile an dem zwischenzeitlich aus Altersgründen an die Unternehmensbeteiligungsgesellschaft der Sparkasse (SUBG) veräußerten Unternehmen. Seit Anfang 2009 hält er als geschäftsführender Gesellschafter 51 Prozent.

Heute hat sich Jouhsen-Bündgens auf zwei Bereiche spezialisiert: Die Mehrzahl der rund 35 Mitarbeiter konstruiert und baut Maschinen für die Drahtverarbeitung. Kontaktstifte für Glühlampen beispielsweise werden mit ihnen hergestellt, und auch Messingnägel für die Batterie-Industrie. „Da sind wir Weltmarktführer mit einem Anteil von 80 Prozent”, verweist Bosserhoff stolz auf die große Reichweite der relativ kleinen Firma. Ohnehin liegt der Schwerpunkt auf dem Export - die Quote bewegt sich zwischen 85 und 90 Prozent.

Zunehmende Bedeutung gewinnen aber auch die Abfüllanlagen, die das Mausbacher Unternehmen für den medizinischen Bereich herstellt. Gerade erst ist die 100. Anlage fertiggestellt worden. Sie geht - wie die meisten ihrer Vorgänger auch - in die Niederlande, wo Apotheken und Kliniken selbst viel mehr noch als in Deutschland pharmazeutische Produkte zum Beispiel in Kanülen füllen. „Wir sind nicht nur Maschinenbauer, sondern auch Know-how-Träger”, verweist der Geschäftsführer auf die Kompetenz der Belegschaft und die damit verbundene Möglichkeit, individuelle Lösungen und Anfertigungen für den Kunden bieten zu können. Um diese Kompetenz zu stärken, ist die Entwicklungsabteilung mittlerweile auf fünf Mitarbeiter aufgestockt worden.

Mit einem verstärkten Vertrieb will Jouhsen-Bündgens den erwarteten Umsatz von knapp sechs Millionen Euro weiter steigern. Damit soll der positive Trend nach einem krisenbedingten Umsatzrückgang von 35 Prozent fortgesetzt werden. „2010 war wieder ein gutes Jahr. 2011 aber wird ein außergewöhnlich gutes Jahr werden”, freut sich Bert Bosserhoff. Das liege, so der Geschäftsführer, in erster Linie an dem großen Nachholbedarf der Kunden, die bis dato verschobene strategische Projekte nun realisieren wollten.

Externe Diensleister nutzen

Das Personalkarussell wird sich deshalb aber an der Industriestraße nicht drehen. „Wir haben einen Stamm von 35 Mitarbeitern, die überwiegend schon sehr lange im Unternehmen sind”, setzt Bosserhoff auf bewährte Kräfte in schlechten wie auch in guten Zeiten. Leiharbeit sei aber auch in Boom-Phasen tabu. „Einen erhöhten Bedarf decken wir durch externe Dienstleister ab. Denn wir müssen auf ausgewiesene Spezialisten zurückgreifen können.” Schließlich gehe es um Präzision und Geschwindigkeit. Und die machen in der Summe offenbar eine Effizienz, die auch abseits der großen öffentlichen Wahrnehmung ein Erfolgsgarant ist.

Schwerpunkte in den USA und in Asien

Die Firma Jouhsen-Bündgens exportiert nach eigenen Angaben zwischen 85 und 90 Prozent ihrer Produkte. Das gilt für die Maschinen zur Drahtbearbeitung ebenso wie für die Abfüllanlagen.
ArtikelGeschäftliche Schwerpunkte liegen in Japan, China, Malaysia und den USA. Dort (Gainesville/Atlanta) besitzt das Mausbacher Unternehmen eine eigene Tochter für den Vertrieb und Kundenservice. Darüber hinaus gibt es weltweit Kooperationen mit Vertriebspartnern vor Ort.
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