Stolberg - Joshua Carson beeindruckt mit starken Eigenkompositionen

Joshua Carson beeindruckt mit starken Eigenkompositionen

Von: Dirk Müller
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Liedermacher Joshua Carson beg
Liedermacher Joshua Carson begeistert mit Virtuosität und Leidenschaft das Publikum in der Altstadt. Foto: D. Müller

Stolberg. Eine virtuos gespielte Akustikgitarre, eine wohlklingende Stimme und beeindruckende Eigenkompositionen waren die Hauptzutaten des Konzerts von Joshua Carson in der Altstadtkneipe „Piano”.

Zusätzliche Würze verlieh der Liedermacher dem grandiosen Abend durch leidenschaftlich intonierte Coverversionen und seiner sympathischen wie humorvollen Ansprache des Publikums. Wie auf seinem aktuellen Album präsentierte Carson auch in der Kupferstadt sowohl englisch- als auch deutschsprachige Songs aus eigener Feder, die melodiös die Zuhörer begeisterten.

Beschwingte Lieder wie „She can”, flotte Folksongs wie „If I only had a Brain” oder das „einprägsame, weil kurze” Titelstück seiner 2004er Albums „Someday I will know how good it feels to hold her Body close” wurden mit viel Applaus quittiert. Die Gespräche im „Piano” verstummten, und das Publikum lauschte geradezu andächtig, wenn Carson romantische Kompositionen wie das warme „Du bist da”, das gefühlvolle „Wir liebten uns” oder das ergreifende „Dass du bei mir bist” anstimmte.

Der Musiker, der auf einem Ponyhof aufwuchs - „voll uncool, kommt bei den Mädels aber gut an” -, überzeugte nicht nur mit seinen Liebesballaden fern ab vom Kitsch: Im Lied „Endlich Montag”, das von der Freude auf die beginnende Arbeitswoche handelt, setzte er seine humoristische Seite auch musikalisch um, und die atmosphärische Komposition „Head for Home” mit ihrem dramatischen Spannungsbogen wurde ebenfalls von den Gästen in der Altstadt bejubelt.

Titelstück „Auf und davon”

Aus einem seiner Versuche „auszusteigen” resultierte das kraftvolle Stück „Auf und davon”, das Carsons aktuellem Album den Titel gibt und hervorragend beim Publikum ankam. Das „Aussteigen” ist Joshua Carson übrigens inzwischen in Form eines Kompromisses gelungen: Mit einem Wohnmobil fährt er durch Deutschland, um zu musizieren. „Das ist momentan für mich eine sehr gute Mischung aus dem Ausstieg und dem Hierbleiben”, beschreibt er.

Zu einem spontanen Duett kam es, als Carson sein einziges Country-Stück intonierte, das den treffenden Titel „My only Country Song” trägt: Unter den Gästen befand sich Jo Schulte, der eine als Dekoration an der Wand hängende Violine entwendete, Carson begleitete und das Lied durch ein gekonntes Solo ergänzte - auf einer Geige mit nur drei Saiten. Authentisch lockerte Carson sein Programm mit Evergreens wie „Here comes the Sun” der „Beatles”, „Jeans on” von David Dundas oder „Leaving on a Jet Plane” von John Denver auf, begeisterte das Publikum mit „Father and Son” von Cat Stevens (heute Yusuf Islam).

Den deutschsprachigen Liedern Carsons konnte man es schon ein wenig anhören, dass der Musiker ein Fan von Reinhard Mey ist, und in musikalischer Konsequenz würdigte Carson Mey, indem er „Zeugnistag” und das rührende Lied vom „51er Kapitän” brillant vortrug. Meys Stück „Das Meer” findet sich in zwei Versionen auf Carsons aktuellem Album, und im „Piano” präsentierte er den gelungenen „BP-Mix”, der, mit Nachrichteneinspielungen zur Öl-Katastrophe am Golf von Mexiko angereichert, für Gänsehaut bei den Gästen sorgte.

„Ich bin stolz, dass Reinhard Mey und das ZDF mir erlaubt haben, das Lied so zu veröffentlichen. BP habe ich nicht gefragt”, erklärte Carson. Das nächste Konzert im „Piano”, Burgstraße 26, spielt „Six, Four & More” am Samstag, 27. Oktober um 21 Uhr.
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