Jetzt wit jefiert un net lamentiert

Von: Dirk Müller
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Der prinzliche Vater und sein amtierender Sohn liegen sich gut gelaunt in den Armen: Edilio I. (Gonzalez) und Tollität Kurt II. (Schiffer). Foto: D. Müller
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Begeistert bei der Proklamation in der Galerie der Burg gefeiert wurde Prinz Kurt II. und sein bis zu 17-köpfiger Hofstaat, die mit Liedern für beste Stimmung sorgten. Foto: D. Müller

Stolberg. Dass sein Motto „Karneval fiere, net lamentiere“ sehr wohl auch das Programm in dieser Session sein wird, stellte Kurt II. (Schiffer) bei dem Finale seiner festlichen Inthronisierung eindrucksvoll unter Beweis.

Gemeinsam mit seinem bunten Hofstaat schmetterte der neue Kupferstädter Karnevalsprinz ein stimmungsvolles Medley aus Stolberger Liedgut und kölsche Melodien, das die Gäste in der Burg-Galerie mitriss und viel Lust auf die Session mit Kurt II. machte.

Die Tollität und 17 originell kostümierte Jecken verbreiteten gehörig Frohsinn, gute Laune und beste Fastelovvend-Stimmung, wobei das illustre Gefolge noch nicht einmal vollständig war, da manche Mitglieder des Hofstaates in anderen Funktionen der festlichen Proklamation beiwohnten.

In seiner ersten Rede vor den närrischen Untertanen gab Kurt II. sich sehr sympathisch sowie offen und ehrlich. „Ihr wisst alle, was dann geschah: Plötzlich war kein Prinz mehr da. Und dann hab‘ ich mich prompt entschieden, als neuer Prinz Euch all zu dienen“, sagte „der schnelle Prinz vom Uhlenhorst“ und erhielt tosenden Applaus.

Auch der Präsident der Ersten Großen nahm den Faden der Geschehnisse vor der Proklamation noch einmal kurz auf: „Es gab im Vorfeld Turbulenzen, aber ich bin überzeugt davon, dass das Komitee und die Erste Große absolut im Sinne des Stolberger Karnevals gehandelt haben“, sagte Heinz Hartmann, und der spontane Beifall der Karnevalisten Saal bestätigte seine Sichtweise. Zu den zahlreichen honorigen Gästen der Prinzenproklamation zählte auch Bürgermeister Tim Grüttemeier, dem Hartmann bescheinigte, dass er der ersten Reihe gut tue, denn „da passt jetzt ein Stuhl mehr hin“.

Beinahe so üppigen Applaus wie Kurt II. erhielt sein Prinzenvater und neues Mitglied der Prinzengarde, Edilio Gonzalez, den Hartmann würdigte: „Edilio, Du hast mit südländischem Esprit und einem temperamentvollen Hofstaat alle von den Sitzen gerissen. Vielen Dank für eine tolle Session.“ Die Ex-Tollität selbst dankte gerührt allen Karnevalisten – ob in Uniform oder in Zivil – seinem Gefolge, seinen Adjutanten und seinen Fahrern.

Und der Leibgarde der Tollität: „Ohne Prinzengarde ist der Prinz nur ein Jeck in Strumpfhosen“, sagte Gonzalez und ließ unter donnerndem Beifall ein letztes Mal „Stolberg Alaaf“ und „Stolberg Olé“ erklingen. Den neuen Prinzen stellte Hartmann als Mann im ständigen „Loss mer os doch vertrare-Modus“ vor, der seine Frau Ute am 11.11.2011 geheiratet hat. Ein Jahr zuvor war Kurt Schiffer Stolberger Burggraf und wurde daraufhin aktives Mitglied der Ehrenhut und sei eine Bereicherung für die Erste Große. „Wir sind froh und glücklich, dich in unseren Reihen zu haben“, betonte Hartmann.

Die feierliche Inthronisierung, die aus dem ehrbaren Bürger Kurt Schiffer Seine Tollität Kurt II. machte, erfolgte in Teamarbeit. Den Prinzenorden und abschließend die Federn erhielt der Regent vom Ersten-Großen-Präsidenten Hartmann, die Prinzenmütze setzte ihm Edilio Gonzalez auf. Das Zepter als Zeichen der Macht überreichte der Bürgermeister, und Grüttemeier hatte noch mehr in petto, übergab „Freie Durchfahrt“-Schilder für die prinzlichen Karossen, eine Flasche Els und einen Restaurantgutschein für das leibliche Wohl der Tollität. Die Proklamationsurkunde verlas der Oberehrenhut und stellvertretende Präsident der Ersten Großen, Holger Schulz.

Josef Behlau, Präsident des Stolberger Karnevalskomitees, würdigte ebenfalls Edilio Gonzalez, der in der vergangenen Session rheinisches Brauchtum und spanisches Temperament hervorragend vereint habe. An den neuen Prinzen richtete er die Worte: „Kurt, alle Gesellschaften und ganz Stolberg möchten mit Dir feiern.“ Nach Kurt II. und Gonzalez wurde Behlau der drittgrößte Applaus des Abends zu Teil, als er sagte: „Ich fasse mich heute sehr kurz.“

Zwischenzeitlich lockerte Peter Kolb aus Köln alias „Ne komische Hellije“ die eineinhalbstündige Proklamation mit einer Büttenrede auf und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Foyer und Rittersaal der Burg waren anschließend stark frequentiert, und die Gäste blieben noch lange, um mit Kurt II. und der Ersten Großen zu feiern – bei höherer „Luftfeuchtigkeit“, denn im Vergleich zur eigentlichen Proklamation wurden bei dem geselligen Teil des Abends Getränke gereicht. Diesmal sogar im Rittersaal selbst, wo eine zweite Theke den trockenen Kehlen der Karnevalisten Linderung verschaffte. Musik und eine ansprechende Illuminierung des Rittersaals sorgten für Atmosphäre, und Prinz Kurt II. genoss seine ausgiebige Gratulationscour sichtlich.

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