Jeder ist heute eingeladen zum Iftar-Fest in der Stadthalle

Von: Jürgen Lange
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Ein herzliches Willkommen gilt
Ein herzliches Willkommen gilt allen Stolbergern heute Abend zum Fest zum Ende der Fastenzeit in der Stadthalle. Sie sind eingeladen, mit den muslimischen Mitbürgern die Fastenzeit zu beenden. Foto: J. Lange

Stolberg. Von heute an gilt sie als Tradition. Es ist das dritte Mal, dass die türkisch-islamischen Gemeinden auf ihre Stolberger Mitbürger zugehen und sie einladen, gemeinsam heute Abend das Festenbrechen zu feiern.

„Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit allen Familien und Freunden sowie allen Interessierten”, betont Ahmet Yildiz, der Vorsitzende der türkischen Mittelstandsvereinigung Side, die gemeinsam mit den Gemeinden IBV (Schneidmühle), IGMG (Eschweilerstraße) und Türk Federasyon (Schulstraße) sowie dem deutsch-türkischen Kulturverein Ditib (Rathausstraße) das Iftar-Essen organisiert - bei gutem Wetter vor, bei Regen dank der Zusammenarbeit mit Cevdet Genc in der Stadthalle, wo ab 19.30 Uhr Besucher aller Glaubensrichtungen willkommen sind.

Um 20.36 Uhr endet Ramadan

Nach der vereinheitlichen Berechnung des Mondkalenders endet die am 1. August begonnene Fastenzeit heute um 20.36 Uhr. Mit einem Böllerschuss - gezündet durch den Bürgermeister - und Gebeten wird die große Feier zur Ende der Fastenzeit eingeläutet.

„Das Fest macht viel Arbeit, aber wir machen sie gerne, um unsere Mitbürger einzuladen und sie besser kennenzulernen”, sagt Yildiz. Beim Stadtfest vor zwei Jahren luden die Muslime zum ersten Mal öffentlich ein.

„Es fällt den Stolbergern schwer, uns in einer Moschee zu besuchen”, sagt Ditib-Vorsitzender Turgay Sacu. „Deshalb gehen wir auf unsere Mitbürger zu, damit wir einander besser kennenlernen und uns verstehen.”

Es ist für die Gemeinden auch eine Selbstverständlichkeit, sich beim Tag der offenen Gebetshäuser zu präsentieren. Katholiken, Protestanten und Muslime gingen erstmals im vergangenen Jahr diesen Weg der Integration und Kommunikation erfolgreich. „Die Unterschiede zwischen den Religionen sind doch gar nicht so groß, und wir sind doch alle ein Teil von Stolberg”, betont Ahmet Ekin.

Der Vorsitzende des Integrationsrates hofft deshalb, dass viele Nichtmuslime den heutigen Abend nutzen werden, um offene Fragen und Vorurteile zu klären. „Unsere Hodschas sind für alle Fragen offen”, unterstreicht Ekin.

Die offensive Integrationspolitik der Stolberger Türken wird in Köln honoriert. Das Generalkonsulat würdigt das heutige Iftar-Fest mit der Anwesenheit des Religions-Attaches Zekeriya Bülbül in der Stadthalle. Er wird mit den Vorbetern Nizamettin Yildiz (Ditib), Ibrahim Dirioglu (IBV) und Cemil Cakiroglu (IGMG) gerne für Gespräche zur Verfügung stehen.

Und Kontakte knüpfen kann man am besten bei einem Fest, einem der wichtigsten im Islam. Der heutige Abend wird zünftig begangen - mit Linsensuppe, Reis und Kalbfleisch sowie Datteln; mehr als 1000 Besucher werden erwartet.

Gefeiert wird das Ende des Verzichts nach 29 Tagen Fastenzeit, während der tagsüber auf Essen, Trinken und Lebensfreuden verzichtet werden soll. Nur nachts gestattet der Koran eine kurze Frist für die Aufnahme lebensnotwendiger Nahrung.

„Eine Fastenzeit begehen alle große Religionen”, betont Sacu. Und ebenso wie in christlichen Kirchen werde auch in den muslimischen Gemeinden in Stolberg über die Liebe zu Gott wie den Mitmenschen gepredigt und sich von Fanatismus und Terrorismus klar distanziert.

Elternverein fördert Schulkinder

„Wenn man das Leid in der Welt sieht, müsste man eigentlich die Kosten einer solchen Veranstaltung für die Opfer von Gewalt spenden”, sagtYildiz nachdenklich, aber es liege der Side und den Gemeinden sehr am Herzen, sich als Mitmenschen in Stolberg zeigen zu können.

In der Stadt, in der beispielsweise Ekin, Sacu und Yildiz, Türken der zweiten Generation in Deutschland, seit einem halben Jahrhundert leben und in der ihre Kinder geboren und aufgewachsen sind, und die vierte Generation folgt.

„Wir müssen uns viel intensiver als bisher um die Bildung und Ausbildung unserer Kinder kümmern”; sagt der Side-Vorsitzende. Deshalb ist ein Elternverein gegründet worden. „Er wird vom kommenden Schuljahr an die Kinder unterstützen und fördern, wenn sie Probleme haben.” Ein weiterer Schritt, mit dem die türkischen Gemeinde die Initiative zu Integration und Partnerschaft ergreifen.
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