Jede Menge gute Laune und Spaß im 50. Jubeljahr

Von: Heike Eisenmenger
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Animalisch lustig: Die Jungs und Mädels von der Feuerwehr zeigten sich in Gressenich als zünftige Steinzeitwesen: Mit frisch abgenagten Knochen und in zotteligem Kostüm waren sie geradezu eine Zierde des Umzugs.

Stolberg-Gressenich. Ein Knäuel aus Fell und Haaren stürmt die Keule schwingend auf einen zu und spricht: „Hallöchen, ich bins doch nur”: Der wuselige Steinzeitmensch lupft die tief ins Gesicht gezogene Perücke und ein lachender Stadtbrandinspektor Toni Sturz kommt zum Vorschein.

Gleich ein ganzer Trupp animalisch anmutender Steinzeitmenschen hatte sich um den Chef der Stolberger Feuerwehr zusammengerottet und stimmte beim Karnevalsumzug in Gressenich abwechselnd ein „Uga-uga” oder ein dreifaches „Alaaf” an.

Leckerlis für vierbeinige Fans

Die Freiwillige Feuerwehr des Ortes war nur ein Trupp von vielen, die sich zur Kappenfahrt der am Nachmittag in Gressenich eingefunden hatten. Diese Session ist für die „Fidelen Bessemskriemer” etwas Besonderes, gilt es doch das 50. Jubiläum der Karnevalsgesellschaft zu begehen, deren Erkennungszeichen die signalrote Uniform ist.

Insgesamt 29 Fußgruppen und Wagen zogen durch Gressenich, wo sich die Teilnehmer wie auch die „Jecken” am Straßenrand vom Nieselregen unbeeindruckt zeigten und sich die gute Laune von „ein bisschen Wasser” nicht vermiesen ließen.

Gute Laune brachte gleich einen ganzen Wagen zum Beben, sofern man das durch die dichten Nebelschwaden der im Minutentakt gezündeten Rauchbomben das überhaupt erkennen konnte. Die Werther Maijungen hopsten so ausgelassen auf ihrem Gefährt, dass es in seinen Grundfesten erzitterte.

Freie Liebe proklamierten die Gressenicher(innen), die als entspannte Hippies für närrisches Entertainment sorgten. Für leichte Irritationen sorgte allerdings im Jubiläumsjahr ihr Wahlspruch, der da lautet: „40 Jahre freie Liebe”. Des Rätsels Lösung: Es handelt sich um eine vereinslose Fußgruppe, die seit vier Jahrzehnten im Gressenicher Fastelovend zur Höchstform aufläuft.

Putzig und allerliebst hatten sich einige junge Männer der Bessemskriemer zurechtgemacht: Sie bützten als „Märchentanten” - vornehmlich hübsche Mädchen. Gleich mehrere Musikzüge marschierten in Gressenich mit, darunter die Blasmusikanten des Ortes. Die Frauen der Musiker hatten sich als Piratenbräute kostümiert.

Auf Gegenwehr stießen die Damen selten, ergaben sich die Zuschauer im Angesicht der klirrenden Plastiksäbeln im Nu, so dass man bei dem ein oder anderen Schnäpschen schnell Freundschaft schloss.

Aufm Dorf werden nachbarschaftliche Kontakte gepflegt, was man unter anderem daran erkennt, dass viele Gruppen aus den angrenzenden Stadtteilen stark vertreten waren. Treu wie Vierbeiner nun mal sind, waren die „Höngsche” aus Schevenhütte wieder mit von der Partie. Passend zum Thema verteilten die als Hunde verkleideten Karnevalisten Kamelle für Bello & Co: Hundeleckerlis...

Auffallend war die Größe der Kamelle, die in der Jubiläumssession auf die Jecken niederprasselten: Es waren vornehmlich Schokoriegel und kleine Kuchen, die als süßer Regen niedergingen. Da hieß es „in Deckung” gehen, wenn gleich ein ganzer Elferrat hoch oben vom Wagen mit Süßem um sich warf. Das Urteil der Kinder, die jauchzend die Süßigkeiten aufsamelten, fiel einstimmig aus: „Echt coole Sachen”, befand der neunjährige Mike.

Um effizient Kamelle zu sammeln, bediente sich Andreas einer pfiffigen Methode: Mit aufgespanntem umgedrehten Regenschirm ging der Elfjähige auf Bonbonfang. Auch Kira Plum war vom süßen Regen angetan: „Die werfen in diesem Jahr wirklich viel”, sagte das Mädchen. Fleißig Kamelle stiebitzten Anja Pütz, Tochter Svenja und Opa Karl. „Der Gressenicher Karnevalszug ist immer schön, wir kommen schon seit Jahren hierher”, unterstreichen die Münsterbuscher den Stellenwert des Fastelovend im 50. Jubeljahr.
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