Stolberg - Jede Alternative geht für die Stadt ins Geld

Jede Alternative geht für die Stadt ins Geld

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Eine Lösungsmöglichkeit: Uber diesen neuen, aber gesperrten Parkstreifen könnte eine neue Ausfahrt für die P+R-Anlage gebaut werden. Foto: J. Lange

Stolberg. Die Frage der Zuständigkeiten ist mittlerweile geklärt, allerdings stehen die Signale für eine Lösung des leidigen Problems mit dem Bahnübergang an der Probsteistraße noch lange nicht auf Grün.

Derzeit untersucht die Verwaltung nach einem Ortstermin mit den beteiligten Behörden und Institutionen zwei unterschiedliche Varianten, die zu einer Nutzung der neuen Park+Ride-Anlage führen können.

Vor drei Jahren hatte der Ausschuss für Stadtentwicklung die Pläne für diesen neuen Pendler-Parkplatz abgesegnet. Zwei Jahre hat es gedauert, bis eine 85-prozentige Bezuschussung aus Nahverkehrsmitteln bewilligt war. Im Frühjahr rückten die Bagger an, um die bestehende P+R-Anlage neben dem Hauptbahnhof zu erweitern und eine neue mit rund 60 Stellplätzen im Bereich der früheren Haldenrandstraße zu bauen. Doch als im Mai letzte Hand an dem Parkplatz gelegt wird, steht fest, dass er nicht geöffnet werden darf. Die Deutsche Bahn legt ihr Veto ein. Ausgerechnet die P+R-Anlage gefährdet die Sicherheit der Bahn.

In diesem Fall die Talentzüge der Euregiobahn, mit der die Deutsche Bahn auf der privaten Gleisstrecke der Euregio Verkehrsschienenetz GmbH (EVS) in Richtung Altstadt verkehrt und dabei den Bahnübergang Probsteistraße passieren muss. Der liegt dummerweise so unglücklich, dass die Ausfahrt von der P+R-Anlage in seinem Sicherheitsbereich mündet und im Falle des Falles ein Konflikt zwischen Fahrzeug- und Bahnverkehr eintreten könnte.

Guter Rat ist jetzt in der Tat nicht nur teuer, denn mit erheblichen Folgekosten für Planung und Umsetzung muss die Stadt rechnen, sondern auch schwierig, weil die Frage der Zuständigkeiten immer dann sehr diffizil wird, wenn die Bahn ins Spiel kommt. In diesem Fall haben neben der Stadt die EVS, die Deutsche Bahn und auch das Eisenbahnbundesamt ihre Karten im Spiel - in unterschiedlichen Farben je nach Lösungsansatz des Problems.

Nach aktuellem Diskussionsstand gibt es zwei Varianten: Der Bahnübergang wird verlegt oder die Parkplatz-Ausfahrt. Der erste Fall erfordert ein Planfeststellungsverfahren, in dessen Rahmen das Eisenbahnbundesamt als Träger öffentlicher Belange gehört wird. Allerdings würde ein Planfeststellungsverfahren nach Einschätzung der Verwaltung mindestens ein Jahr dauern.

Die zweite Variante, für die die Zustimmung der Deutschen Bahn entscheidend wäre, wäre eine Verlegung der Ausfahrt des Parkplatzes auf die Höhe der einstigen Einmündung der Haldenrand- in die Rhenaniastraße, etwa dort, wo an ihr sechs Querstellplätze neu geschaffen worden sind. Das wäre mit einer Umgestaltung der neuen P+R-Anlage verbunden.

Eine Übersicht über die Kosten für Planung und Realisierung, mögliche Kostenträger und Zuschüsse sowie Zeitachsen bereitet derzeit die Verwaltung auf, damit die Ratsgremien nach der Sommerpause eine Entscheidung treffen können. Die neue P+R-Anlage bleibt derweil weiter gesperrt.
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