Jecke strahlen mit der Sonne um die Wette

Von: Jürgen Lange
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Tollität und Hofstaat haben eine Session im Gleichklang verbracht. Prinz Kurt II., Schutzfrau Elke Kleinjohann und Schornsteinfeger Rolf Röhseler jubeln und werfen vom prächtigen Prinzenwagen aus kiloweise Kamelle mit beiden Armen unter die närrischen Untertanen. Foto: J. Lange
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Und für den Bürgermeister machte die Gruppe um Roland Hagen vor dem Rathaus ihren Reisverschluss auf und zu. Für die schmucke bunte Truppe ist es der dritte Auftritt beim Rosenmontagszug. Foto: J. Lange
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Vive la France: Franzosen aus Stolberg oder Partner aus Faches-Thumesnil? Beide Gruppen waren mit von der Partie im Stolberger Umzug. Foto: J. Lange
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Kleine Prinzessin ganz groß: Was Charlotte I. (Claßen) an Süßigkeiten zahlreich unters Volk brachte, konnte sich sehen lassen. Foto: J. Lange

Stolberg. Was die wenigsten wissen: Beim Start des Rosenmontagszuges ziehen zuerst alle Teilnehmer am Prinzenwagen auf der Mühle vorbei. Und so sieht Tollität als erster einen der schönsten, ideenreichsten und stimmungsvollsten närrischen Lindwürmer, an dessen Ende sich Kurt II. mit seinem Hofstaat im Gefolge der Ersten Großen als Höhepunkt einreiht, um gute dreieinhalb Stunden später in der Altstadt anzukommen, nachdem er an Tausenden gut gelaunten Zaungästen am Straßenrand vorbeigezogen ist.

Gleich zu Beginn geht‘s farbenprächtig zu mit der Stolberger Clown-Gruppe, die Helmut Jussen bereits zum zwölften Mal auf die Beine stellte. Dann geht‘s Schlag auf Schlag weiter mit Musikgruppen und den Gesellschaften aus dem Komitee. Die stolzen Fidelen Zunfthäre machen den Anfang mit ihren Pänz, Frauengruppe, Garde und Elferrat mit Friedel Recker, „dem schönsten Präsident Stolbergs“, wie Bürgermeister Tim Grüttemeier und Komitee-Vizepräsident Michael Bartz am Rathaus moderieren. Der Zunft-Präsident bedankt sich postwendend mit einer kuschligen Nackenrolle für des Bürgermeisters Schreibtisch, die er mit „Schmackes“ vom Elferratswagen zur Rathaus-Treppe wirft. Derweil kommentiert Komitee-Kollege Josef Behlau auf der Bühne im Steinweg mit launigen Worten den Zug.

Inzwischen sorgen die „Spaßvögel“ für schneereife Atmosphäre mit ihren Konfetti-Kanonaden – eine von vielen tollen Ideen im Umzug wie etwa auch die „Super-Hubääte“ vom Sender, die „Drachen“ aus dem Büsbacher Priesterland, die Pippi Langstrumpfs der Donnerberger KOT, die Pfadfinder als Jim Knopf & Co. oder auch die „Reisverschlüsse“ der Stolberger Löwen, die 2012 ihre Rosenmontagspremiere feierten.

Ein echtes närrisches Jubiläum zelebriert die Garde der KG Mölle, die auf 7 x 11 Jahre Tradition blicken und die KG Lustige Atschinesen mit 6 x 11-jähriger Geschichte. Stattlich anzusehen sind stets die Donnerberger Wenkbülle mit ihrem großen Gefolge oder auch die Büsbacher KG, die ihren sonntäglichen Kinderzug fast komplett mit in die Innenstadt gebracht hat – selbstverständlich inklusive Prinzessin Noelia I. (Willhardt Zorrilla), die immer noch kräftig Kamelle unters Volk scheffelt.

Mit von der Partie sind natürlich auch die Mönsterböscher Jonge, die Echte Frönde, Kupferstädter Kameraden, Stolbergs Erste Bürgerwehr und die Teuflischen Jecken, die mit wachsendem Gefolge und stolzen Wagen feste Größen im närrischen Lindwurm sind. Die besonderen Leckerbissen setzen dann immer wieder kleinere Initiativen, wie die Mexikaner der St. Sebastianus-Schützen, die Atscher Jecke als Ägypter, die Pfarrgemeinde St. Franziskus, das THW oder die Gruppe Zolchow, die unter dem Motto „Benno und Toto mit ihren Putzfrauen“ Schwämmchen unters Volk werfen. Mit von der Partie sind natürlich auch die jecken Freunde aus der Partnerstadt Faches-Thumesnil ebenso wie die Franzosen der Gruppe von Klaudia Bergs-Bedra – kurz vor dem Höhepunkt des Umzugs.

Voran mit ihrer Jugend und Prinzessin Charlotte I. (Claßen) marschiert die Erste Große und lässt Marie Sabrina Kreitz im Maserati chauffieren – eine Geschenk zum Ende ihrer Karriere als Prinzenmariechen. Und im Gefolge seiner Prinzengarde jubelt stimmungsvoll die Tollität. Prinz Kurt II. strahlt mit der Sonne um die Wette und schaufelt mit seinem Hofstaat die Kamelle ärmeweise unters Volk. Und am Ende auf dem Oberstolberger Markt empfangen ihn wieder Abordnungen aller Gesellschaften mit Applaus – bevor in den Kneipen der Stolberger Altstadt zünftig weiter gefeiert wird. Ein toller Tag.

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