Jecke nehmen Abschied in Schevenhütte

Von: Jessica Küppers
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Die rund 200 Teilnehmer des Zuges freuten sich darüber, dass es in diesem Jahr noch einen Zug gab. Foto: J. Küppers

Schevenhütte. Karnevalisten nehmen vieles mit Humor – sogar das Wetter, das beim Veilchendienstagszug in Schevenhütte nicht das beste war. Doch dass der Karnevalszug an diesem Tag vielleicht zum letzten Mal durch die kleine Ortschaft ziehen könnte, schlägt vielen doch ein bisschen auf‘s Gemüt.

Laura Klinkenberg aus Eschweiler-Bergrath zum Beispiel. Sie kommt schon seit vielen Jahren nach Schevenhütte, um Karneval zu feiern: „Das ist wirklich schade, es war immer sehr schön hier.“ Der kleine Umzug bildet für sie traditionell den Abschluss der Session.

Auch Petra Mommer aus Gressenich kann sich über die vielen bunten Kostüme und die laute Musik nicht so richtig freuen. „Wenn es wirklich das letzte Mal ist, ist das sehr schade“, bedauert sie. Jedes Jahr geht sie gemeinsam mit ihrer Familie zu Fuß los, um sich das jecke Treiben im Nachbarort anzusehen.

Anders sehen es offenbar die aktiven Karnevalisten der CG Schevenhütte. Die Tänzerinnen und Vorstandsmitglieder beenden am heutigen Aschermittwoch ihre Laufbahnen bei der CG Schevenhütte. Der Grund: Der Nachwuchs fehlt. Einer von ihnen, der in Zukunft nicht mehr als Aktiver dabei sein wird, ist Zugbegleiter und Helfer Frank Joussen.

Er gibt den Startschuss für den Karnevalszug und lotst den ersten Karnevalswagen auf die Nideggener Straße. Joussen freut sich auf die nächsten Sessionen: „Es ist auch mal schön, nach über 20 Jahren am Straßenrand zu stehen“, sagt er. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass im kommenden Jahr überhaupt wieder ein Karnevalszug zustande kommt. Das ist bislang noch nicht klar, auch wenn Joussen optimistisch prognostiziert: „Seit sich die Interessengemeinschaft darum kümmert, ist noch jedes Jahr ein Zug gegangen.“

Dass wenigstens sie ihr Schicksal mit Humor nehmen, wurde auch am Wagen des Präsidenten Lars Krüger deutlich. Mit den Schriftzügen „Carnevale finale“ und „Macht et joot“ verabschiedeten sie sich standesgemäß von ihrem Publikum.

Zu Spitzenzeiten und abhängig vom Wetter lockt der Umzug 1800 bis 2500 Menschen zum Kamellefangen an den Straßenrand. Und davon gab es mehr als genug. Prall gefüllte Tüten waren das Ergebnis. Auch an Stimmung mangelte es in Schevenhütte nicht. Mit ausgefallenen Kostümideen, zum Beispiel als Glücksbringer in Form von Fliegenpilz oder Kleeblatt, sangen, schunkelten und feierten die Jecken im Zug und am Straßenrand weiter, obwohl Regen und kalter Wind sie nicht verschonten.

Insgesamt 200 Karnevalisten aus den Stolberger Ortschaften Zweifall, Gressenich, Schevenhütte und Mausbach nehmen traditionell an dem kleinen Umzug teil. Ausgestattet mit Capes und Regenschirmen konnte ihnen das Wetter nichts anhaben.

Nur die schlechten Aussichten auf ein baldiges kostümiertes Wiedersehen sorgten dafür, dass den Jecken ihr Alaaf ab und zu im Hals stecken blieb, doch die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

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