Jazz-Ensemble „Unforgotten Melody“ überzeugt im „Piano“

Von: mlo
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Das Ensemble „Unforgotten Melody“ überzeugte die Zuhörer im „Piano“ mit seinem besonderen Sound. Vor allem Frontfrau Miss Amalka gefiel mit gefühlvollen Interpretationen beliebter Klassiker. Foto: M. Otten

Stolberg. Einen Leckerbissen für Jazzfans gab es am Wochenende ein gespannt lauschendes Publikum aus Fans und zufällig vorbeischauende Reisende im „Piano“ in der Stolberger Altstadt. Miss „A“ Amaka (Gesang), Alexej Malakhau (Saxofon), Hans-Günther Adam (Klavier, Orgel, Pedalbass), Christoph Kozielski (Bass) und Erwin Printz (Schlagzeug) trugen als Ensemble „Unforgotten Melody“ die Atmosphäre der legendären Kölner Jazzszene aus der Melody Bar nach Stolberg.

Kai Strietzel erzählte zu Beginn von alten Zeiten aus der Jazz-Bar-Melody in Köln. Vor 18 Jahren sei er dort zum ersten Mal gewesen. Die Präsenz von Spitzenmusikern sei durch die Musikhochschule und den WDR gekommen. „Wenn große Messen in Köln waren, traf sich hier die Welt. Viele wurden Freunde.“ Man denke an den weltbekannten Ira Coleman, der heute als Kontrabass mit Sting um die Welt tourt oder an die Schlagzeuger Jeff Hamilton, Willy Ketzer, Grady Tate oder Stevie Woods, die alle einmal in der Melody Piano Bar in Köln gespielt haben und heute berühmt sind.“

Allein die Spielfreude der Musiker zu betrachten, war Grund genug, ins „Piano“ zu kommen. Ob alte französische Chansons mit englischem Text, Bossa Nova oder Lieder aus dem Amerikanischen und nordafrikanischen Songbook, die Profi-Jazzer zeigten, was sie draufhatten.

Frontfrau Miss „A“ Amaka, gebürtige Heidelbergerin mit nigerianischen Wurzeln, gefiel mit gefühlvollen Interpretationen beliebter Swing- und Bossa-Nova-Klassikern, allen voran „Dancing cheek to cheek“ (I’m in heaven) oder „All of me“. Mit Größe und Klangschönheit setzte sie ihre wandlungsfähige Stimme ein, zeigte Vielseitigkeit, Ausdrucksstärke, Einfühlsamkeit, Wärme und weiblichen Charme.

Der weißrussische Saxophonist Alexej Malakhau, der im Bereich Jazz als auch in der Popmusik ein international anerkannter Künstler ist und schon bei BAP spielte, schien mit dem Instrument „verheiratet“ zu sein. Seine Wandelbarkeit vom tiefen, warmen bis hin zum schrill coolen Klang harmonierte perfekt mit der Vielschichtigkeit, die der Jazzmusik zu eigen ist. Er setzte eigene Ideen in sensationellen Improvisationen um.

Dem stand der Pianist Hans-Günther Adam in nichts nach. Er war gleichwertiger Partner, spielte mit großer Musikalität kontrast- und nuancenreich. Auch Christoph Kozielski, der zu den versiertesten Jazzbassisten Europas zählt, brachte seine grenzenlose Improvisationsfreude zur Entfaltung. Der letzte im Bunde war der Stolberger Zahnarzt Erwin Printz, der durch seine Kontakte zur Kölner Jazzszene zusammen mit Kai Strietzel diesen Auftritt ermöglicht hatte. Was er am Schlagzeug vorführte, war feinfühlig und dezent in der Begleitung und experimentierfreudig bei solistischen Einlagen. Das tadellose Zusammenspiel spiegelte die Professionalität der Musiker wider.

Die Musik zeugte von unbändiger Lust am Spiel, die alle mitriss, so dass man einfach Lust aufs Mitmachen bekam: Kopfnicken und mit dem Fuß den Takt schlagen waren für einige Zuhörer selbstverständlich.

Demnächst „Chain of Fouls“

Mit „Chain of Fouls“ geht es am 11. Oktober im Piano weiter. Die aus zehn erfahrenen Musikern aus Aachen, Eschweiler und Stolberg bestehende Band sorgt seit zwei Jahren mit einem erstklassigen Soul-, Funk-, Rock- und Bluesprogramm für Furore und begeisterte das Piano Publikum bereits im vergangenen Jahr.

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