Jäger retten Bussard vor dem sicheren Tod

Von: P. St.
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Aussichtslose Lage: Jäger konnten einen Bussard retten, der sich in einem Zaun bei Kalterherberg verfangen hatte. Foto: Kreisjägerschaft Aachen
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Vermutlich mehrere Stunden hing der Bussard im Zaun.

Kalterherberg. Glück im Unglück hatte jetzt ein junger Bussard in der Nordeifel: Jäger des gemeinschaftlichen Jagdbezirks Kalterherberg-Nord retteten den Greifvogel aus einer hoffnungslosen Situation und bewahrten ihn damit vor dem sicheren Tod.

Der etwa anderthalb Jahre alte Greifvogel hatte sich so stark in einem Weidezaun verfangen, dass er sich nicht mehr selbst befreien konnte. Als die Jäger des Jagdbezirkes ihn entdeckten, warteten bereits die Krähenvögel im angrenzenden Altholz auf sein Ableben.

Das Eingreifen der Jäger und der anschließende Transport zum Falkner retteten dem Bussard das Leben. Vermutlich befand sich der Greifvogel schon seit mehreren Stunden in der aussichtslosen Situation.

Nach der Behandlung durch einen Tierarzt konnte der Greifvogel in der Auffangstation Zülpich gesund gepflegt werden und wurde inzwischen wieder in die freie Wildbahn entlassen.

Dass Bussarde sich in Zäunen verfangen, ist laut Auskunft der Kreisjägerschaft Aachen keine Seltenheit. Die Tiere spähen von einer erhöhten Warte aus, dem sogenannten Ansitz, oder aus dem Rüttelflug nach ihrer Beute.

Von Natur aus sind sie sogenannte Ansitzjäger, die ihrer Beute, wie Mäuse oder Frösche, von einem erhöhten Punkt in der Landschaft aus nachstellen. Einmal ein Beutetier erspäht, stürzen sie sich von ihrem Ansitz aus herab, um dann nach einem Gleitflug ihre Nahrung zu erlegen. Da der Gleitflug meist in geringer Höhe stattfindet, sind Hindernisse wie Zäune, nicht selten ihr Verderben.

Dem Tier fehlte wohl Erfahrung

Zwar kennen die Greifvögel ihr Revier und damit auch die möglicherweise gefährlichen Hindernisse, aber bei dem verunglückten Tier fehlte es wohl noch an Erfahrung. Auch die kurzfristige Aufstellung von Zäunen, z. B. wegen einer Schafherde, kann die Tiere irritieren, erläutert Peter Podburny von der Kreisjägerschaft Aachen.

Der wieder genesene Bussard wurde übrigens nicht in seinem angestammten Revier bei Kalterherberg in die Wildbahn entlassen. Dies wäre nur bei einem Alttier erforderlich gewesen, da diese sich schwerer an eine neue Umgebung gewöhnen können.

Außerdem sind Bussarde verträgliche Vertreter in der Tierwelt. „Sie besetzen ihr Revier nicht so exzessiv territorial, wie das zum Beispiel ein Luchs tut“, erläutert Podburny. Das bedeutet, dass Bussarde mit ihren Artgenossen im gleichen Revier ein tolerantes Miteinander pflegen.

Zu den größten Feinden des Bussards gehören die Krähenvögel. Die sogenannten „Geier der Region“ warteten nur darauf, dass der im Weidezaun gefangene Bussard ermüdete. „Dann hätten sie ihn sofort zu Tode gehackt“.

Deshalb sind die Krähenvögel auch bei Besitzern von Hühnerwiesen gerne gesehen. Podborny „Wer als Hühnerbesitzer einen Krähenhorst in seiner Nähe hat, braucht die Raubvögel nicht zu fürchten.“

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