Interview: Die Liebe zur Altstadt eint Kunstfreunde

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„Anina“ Marita Cujai (rechts) und ihre Mitstreiterinnen statten den idyllischen Kunsthandwerkerhof vor dem Frühlingserwachen noch mit frischen Blumen aus. Foto: D. Müller

Stolberg. Seit 1975 lebt sie in Stolberg und ist seit 2003 als freischaffende Künstlerin mit eigenem Atelier in dem Kunsthandwerkerhof, dem historischen Kupferhof Rose am Alter Markt, ansässig. „Anina“ Marita Cujai gehört zu der Gruppe, die am morgigen Sonntag, 2. April, von 11 bis 18 Uhr zum Frühlingserwachen in den Kunsthandwerkerhof einlädt. Dirk Müller sprach mit ihr über den Hof, die Altstadt und mehr.

Wie sind Sie zu einer freischaffenden Künstlerin geworden?

Cujai: Seit meinen Kindertagen male ich, wobei es zunächst nur ein Hobby war. Ab 1993 habe ich meine Malerei intensiviert, mich privat von Dozenten unterrichten lassen und so Aquarell- und Acrylmalerei professionalisiert – damals noch in einer Wohnung in Büsbach. 2003 bezog ich mein erstes Atelier im Kunsthandwerkerhof. Es war im Vorderhaus, in dem Gebäude, das heute die Bodega beheimatet. Zeitgleich habe ich begonnen, zusätzlich zur Malerei auch Collagen anzufertigen, in die ich ausgediente Alltagsgegenstände einarbeite. Das mache ich übrigens auch jetzt, und gleich nach dem Frühlingserwachen im Kunsthandwerkerhof geht es weiter mit meiner Vorbereitung für die achte Kunstausfahrt „Art Tour de Stolberg“, bei der ich am 6. und am 7. Mai Werke mit dem Thema „Meeresgetümmel“ zeige.

Was können die Besucher von dem Frühlingserwachen erwarten?

Cujai: Es wird eine bunte Mischung aus Kunst, einem Fest für die ganze Familie mit Aktionen für Kinder, Kunsthandwerk und kulinarischem Angebot. Zu Kaffee und Kuchen gibt es einen Frühlingscocktail, den Christian Clément von der Bodega kreiert hat, in meinem Atelier sind Kunstwerke von Andrea Steinmann und mir zu sehen, gleich nebenan präsentieren Heidi Selheim und Bärbel Brüll Exponate im Atelier der „Muschelkönigin“. Marc Jägers öffnet seine Druckmanufaktur, und wir konnten interessante Gastaussteller für das Frühlingserwachen gewinnen: Christiane Welsch, Heidi Mühlstroh und Anja Michels sind dabei. Es gibt wunderschöne Ostergeschenke für jeden Geschmack, beispielsweise handgefertigter Schmuck, Genähtes für Groß und Klein, gehäkelte Werke, außergewöhnliche Frühlingsdekoration, Malerei und Letterpress. Den Gästen werden kreative Aktionen wie Origami falten, Osterhasen häkeln oder Schnüre filzen angeboten, und die Besucher des Frühlingserwachen können kostenlos an einem Gewinnspiel mit Preisen aller Aussteller teilnehmen.

Wie ist das Frühlingserwachen entstanden?

Cujai: Ideengeberin ist die „Muschelkönigin“ Heidi Selheim, und wir waren sofort begeistert. Wir möchten mit dem Fest demonstrieren, dass wir da sind, und den Menschen zurufen: „Es ist Frühjahr, geht raus, genießt die schöne Stolberger Altstadt und die Atmosphäre in unserem Kunsthandwerkerhof!“ Das Frühlingserwachen soll ein Element sein, das zur Belebung der Altstadt beiträgt.

Warum ist es nötig, die Altstadt zu beleben?

Cujai: Weil sie einfach wunderschön ist. Die Altstadt zieht aber die meisten Menschen an, wenn etwas Besonderes geboten wird. Leider gibt es den Erdbeer- und Spargelmarkt nicht mehr – ebenso wie „Kunst rundum“ beziehungsweise die Nachfolgeaktion „Kunst auf dem Weg“. Neue Aktionen wie der St. Patrick‘s Day oder die Halloween-Party beleben zwar die Altstadt, aber halt abends. Wir möchten auch tagsüber junge Leute, Familien mit Kindern und Senioren in die Altstadt locken und denken, dass der idyllische Kunsthandwerkerhof Menschen anziehen kann.

Hat es dem Kunsthandwerkerhof geschadet, dass es die Aktion „Kunst auf dem Weg“ nicht mehr gibt?

Cujai: Nein, es ist natürlich schade, dass die Kunstroute, die sich auf Alt- und Innenstadt konzentriert hat, weggebrochen ist, aber geschadet hat es uns nicht. Der Kunsthandwerkerhof ist ja in viele Aktionen eingebunden. Die Kunstausfahrt „Art Tour de Stolberg“, das Kulturfestival „Stolberg goes...“, die Stolberger Museumsnacht und die Kupferstädter Weihnachtstage sind beste Beispiele dafür. Zudem sind durch die regelmäßig geöffnete Bodega, die den Kunsthandwerkerhof mit Leben füllt, viele Menschen auf unseren Hof aufmerksam geworden.

Wie will der Kunsthandwerker Hof mit zur Belebung der Altstadt beitragen?

Cujai: Einerseits indem wir weiterhin bei den genannten Aktionen und Veranstaltungen dabei sein werden, andererseits dadurch, dass wir das Frühlingserwachen nicht einmalig organisieren, sondern etablieren möchten. Wir planen, das Fest im nächsten Jahr noch auszubauen und mehr Gastaussteller, die in das Konzept passen, zu präsentieren. Außerdem ist auch bereits ein Herbstfest in Planung, das noch in diesem Jahr Premiere im Kunsthandwerkerhof feiern soll.

Wer genau plant Frühlingserwachen und Herbstfest?

Cujai: Das Team vom Kunsthandwerkerhof. Das sind Marc Jägers von der Druckmanufaktur, Christian Clément von der Bodega und die Atelierbetreiber, also Heidi Selheim und Bärbel Brüll, Andrea Steinmann und ich. Planung und Umsetzung der Aktionen gehen wir zusammen an, was übrigens völlig unproblematisch ist, da wir nicht nur bei gemeinsamen Veranstaltungen als Gruppe agieren. Durch unsere Nachbarschaft und Freundschaft sind wir immer eine harmonische Gruppe. Dabei ist es ein großer gemeinsamer Nenner für uns, wie wohl wir uns hier fühlen. Wir sind glücklich, Bestandteile der traumhaften Stolberger Altstadt zu sein, und möchten uns gerne positiv einbringen.

Ist der Kunsthandwerkerhof zur Zeit voll belegt?

Cujai: Nein, leider nicht. Zwei Ateliers stehen derzeit leer, ein kleineres und ein größeres. Es wäre schön, wenn Künstler sich dafür interessieren würden. Ob Maler, Bildhauer, Fotografen oder Keramiker – es wäre eine Bereicherung für den Kunsthandwerkerhof und damit auch für die Stolberger Altstadt. Für unsere Gruppe würden weitere Künstler mehr Inspiration und Austausch bedeuten, und wir könnten Besuchern bei Aktionen noch mehr bieten.

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