Interview: Buntes Programm bei der „Sause unter’m Sender“

Von: Marie-Luise Otten
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Johann Houben gehört zum Organisationsteam, das die beliebte Sause unterm Sender in Stolberg-Donnerberg vorbereitet. Foto: M.L. Houben

Stolberg-Donnerberg. Am Pfingstsamstag, 3. Juni, verwandelt sich die Pfarrwiese auf dem Donnerberg in ein Konzertgelände, denn zum achten Mal findet hier ein Open-Air-Fest mit verschiedenen Musikgruppen statt. Ehrenamtler der „Kleinen Offenen Tür“ (KOT) St. Josef organisieren die „Sause unter’m Sender“ für Jung und Alt und hoffen neben gutem Wetter auf zahlreiche Besucher aus Nah und Fern.

Was es mit dieser Sause auf sich hat und was es sonst noch für Wissenswertes rund um die KOT gibt, darüber sprach ein Ehrenamtler der KOT, Johann Houben, mit unserer Mitarbeiterin.

 

Bitte erklären Sie einem Nichtkenner, was es mit der „Sause unter’m Sender“ auf sich hat?

Houben: Sause ist ein anderes Wort für Feier. Wir wollen Party machen, rocken und es krachen lassen im positiven Sinne. Der Sender Aachen-Stolberg ist eine Sendeanlage des Westdeutschen Rundfunks für Radio und Fernsehen in unserem Stadtteil Donnerberg und für uns das Identitätszeichen. Damit diese jährliche Feier auf dem Donnerberg und darüber hinaus bekannt wird, brauchte sie einen Namen. Wir sind stolz, dass wir die „Sause unterm Sender“ jetzt im achten Jahr wieder anbieten. Auf der Sause wird eine Cafeteria, Kinderprogramm, etwas Gutes vom Grill und kühle Getränke neben absolut guter Livemusik angeboten.

Für wen ist die „Sause“ gedacht?

Houben: Alle Menschen, egal welchen Alters, die gerne feiern und Leute treffen wollen, sind zur Sause willkommen. Wir bieten eine Konzertbühne mit guten Musikgruppen, die live musizieren und dadurch mit zur Stimmung beitragen.

Wie, warum und wann ist sie entstanden?

Houben: Vor acht Jahren hat die KOT an der 72-Stunden-Aktion teilgenommen. Hier zeigten junge Menschen in drei Tagen, was in ihnen steckt und organisierten Projekte zum Wohle anderer. Bei uns auf dem Donnerberg wurde zum ersten Mal so eine „Sause“ organisiert, die von den Besuchern positiv aufgenommen wurde und nun schon seit acht Jahren fester Bestandteil einer Veranstaltung auf dem Donnerberg ist. Über die Jahre hinweg wurden an der Aktion Sachen verändert und so auch verbessert. Wir Ehrenamtler werden immer besser in dem, was wir bei der Sause auf die Beine stellen und haben gleichzeitig eine Menge Freude daran.

Wurden Sie durch das ‚„Woodstock-Festival“ inspiriert?

Houben: Nein, denn diese Art Festival fand immer mehrere Tage statt.

Warum die Veranstaltung an Pfingsten?

Houben: Für uns ist es der Auftrag, den Glauben durch Taten bei den Menschen lebendig zu halten. Nur, wer sich begeistern lässt, kann diese Begeisterung weitergeben. Zum anderen ist die Vorbereitung für solch ein Event zeitintensiv und anstrengend. Da sind wir froh, wenn wir nach der „Sause“ noch einen oder zwei Tage Zeit zum Ausspannen haben.

Wer sind die Menschen im Hintergrund? Und welche Aufgaben sind zu tun?

Houben: Da sind erst einmal wir 30 Ehrenamtler, die sich aus Schülerinnen und Schülern, Studenten der Psychologie, Bauzeichner und einem Tontechniker zusammensetzen. Die Ehrenamtler stehen unter der Leitung von Jörg Beißel, der als Diplom-Sozialpädagoge/-arbeiter die KOT leitet. Natürlich werden wir durch die Donnerberger Vereine unterstützt wie zum Beispiel den Mitgliedern der KG „Wenkbülle“, die am Zapf stehen oder am Grill. Wir freuen uns immer über diese wichtige Hilfe. (Menschen, die Routine haben in Sachen Organisation, sind wohl überall willkommen.)

Manche Eltern unterstützen uns mit Fahrzeugen, denn die Elemente für die Bühne müssen aus der Kaserne zu uns transportiert werden. Freitagmorgen ab 9 Uhr beginnt dann der Bühnenaufbau. Pavillons müssen herausgeholt und aufgestellt werden, ebenso die Bierzeltgarnituren und die Stehtische. Und natürlich muss alles gesäubert werden. Sobald der Bierwagen steht, sind dann noch die Gläser zu spülen. Am Samstagmorgen kümmern wir uns dann nur noch um die Feinheiten wie Dekoration, Schmuck etc. Wir sind drei Tage im Dauereinsatz, denn sonntags wird wieder alles abgebaut.

Was ist der Zweck solch eines Events?

Houben: Wir wollen die Menschen zusammenbringen und ihnen eine schöne Zeit schenken. Das verbindet, stärkt die Gemeinschaft und wirkt der zunehmenden Anonymität entgegen.

Wer tritt auf? Sind es jedes Jahr die gleichen Gruppen?

Houben: Nein, wir bemühen uns, dass es jedes Jahr andere Musikgruppen sind, die sich bei uns präsentieren. Dieses Jahr kommen drei Gruppen, zu denen „Sin Fronteras“, „Sympathy for Bob“ und „East Side“ zählen. Während die erste Gruppe spanische Musik zum Besten gibt, spielen die beiden anderen Bands Covermusik für jeden Geschmack. Wir achten auf ein breites Spektrum an Musik, denn wir wollen an diesem Tag Freude und Wohlwollen verbreiten.

Wie kann man sich bewerben und bei wem?

Houben: Ein kleineres Team der KOT ist hier der Ansprechpartner. Oft ist es aber auch so, dass wir im Laufe eines Jahres Musikgruppen bei anderen Veranstaltungen hören und dann Kontakte zu den jeweiligen Bands schon knüpfen.

Wer bezahlt die Veranstaltung? Wie sieht es mit Sponsoren aus?

Houben: Die Bands sowie die Technik werden komplett von Sponsoren bezahlt, wofür wir immer sehr dankbar sind. Getränke und Grillgut dagegen werden zum Selbstkostenpreis verkauft.

Was gibt es sonst noch außer Musik?

Houben: Wir beginnen unser Fest um 16 Uhr mit einer Cafeteria, wobei die Kuchen von den Eltern und Angehörigen gespendet werden. Zum Kinderprogramm gehören Dosenwerfen und Schminken. Ab 18 Uhr fängt dann die Livemusik mit spanischen Rhythmen an. Und dann geht es nahtlos weiter mit „Sympathy for Bob“ und „East Side“, denn auch sie verstehen es, für gute Stimmung zu sorgen.

Was muss sich der Besucher mitbringen (Decke, Stuhl, Sonnenschirm) oder ist alles vor Ort?

Houben: Dem Wetter entsprechende Kleidung und gute Laune reichen vollkommen aus. Sitzgelegenheiten und Unterstellmöglichkeiten sind genug vorhanden.

Was versteckt sich hinter der „KOT“? Wer leitet sie, und von wem wird sie genutzt?

Houben: Wir sind eine Kinder- und Jugendeinrichtung in Trägerschaft der Pfarrgemeinde St. Lucia, Stolberg. Diplomsozialpädagoge/-arbeiter Jörg Beißel hat hier selbst 14 Jahre als Ehrenamtler gearbeitet, dann studiert und ist nach dem Studium als Leiter zurückgekehrt. Er betreut uns in allen Fragen und plant mit uns die verschiedenen Angebote für drei verschiedene Altersgruppen. Die Kinder (6-11 Jahre), die Teenies (10-14) und die Jugendlichen (14-29) treffen sich wöchentlich, zum Beispiel in der „Villa Kunterbunt“ oder in der „Station 51“. Monatlich gibt es ein Kinderkino und eine Disco für die Teenies.

Welche anderen Aktivitäten gibt es sonst noch?

Houben: Wir haben immer auch eine Reihe von Sonderveranstaltungen, zu denen die „Sause“ zählt oder der Weihnachtsmarkt mit St. Lucia und der KG „Wenkbülle“. Außerdem bieten wir in den Oster- und Sommerferien Ferienspiele an. Letztes Jahr haben wir sogar eine Aktionswoche gegen Rechts organisiert.

Kommen wir noch einmal zurück auf die Ehrenamtler. Wie lange arbeiten diese hier?

Houben: Das ist unterschiedlich. Manche sind 5, 7, 10 oder gar 15 Jahre Ehrenamtler hier. Allerdings geht der Trend dahin, dass die Zeit kürzer wird, und das liegt an der Schulentwicklung. Die Schule nimmt immer mehr Raum ein, und es bleibt dann kaum noch Zeit für ehrenamtliche Tätigkeit.

Und was nehmen die Ehrenamtler bzw. Sie für den Alltag mit?

Houben: Was man aus dieser Tätigkeit mitnimmt, ist bei jedem anders. Was mich betrifft, so kann ich sagen, dass mir die Arbeit hier in meiner Persönlichkeitsarbeit sehr geholfen hat. Sich sozial zu engagieren, um etwas in der Gesellschaft zu bewegen, dazu braucht es zunächst Interesse am Menschen, dann Mut, Toleranz, Verständnis, Entscheidungsfähigkeit, der Umgang mit Kritik, Geselligkeit, verlässliche Ansprechpartner usw.

Auch wenn ein Ehrenamt vielleicht manchmal sehr aufwendig ist, macht es doch auch sehr viel Spaß, vor allem weil es Teamarbeit ist. Ich freue mich jedenfalls wieder auf den Pfingstsamstag und hoffe, dass das Wetter mitspielt und die „Sause“ erneut ein Erfolg wird.

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