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Interscale Stolberg: Die Liebe zum Detail ist faszinierend

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Der große „Transformer“ von Michael Knobloch ist vollständig aus Pappe und war einer der zahlreichen Hingucker bei der Modellbauausstellung Interscale Stolberg. Foto: D. Müller
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Die Besucher waren fasziniert von den zahlreichen An- und Einblicken, die bei der Ausstellung geboten werden.
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Die Liebe zum Detail kennt kaum Grenzen: Im Innern dieses Modell-Bullis bereitet „Luigi“ leckeres Eis zu.

Stolberg. Zu Lande, zu Wasser, in der Luft und auch im Weltall sind die Vorbilder zu Hause. Bei der Interscale Stolberg waren sie an diesem Wochenende als äußerst realistische Modelle im Museum Zinkhütter Hof zu bestaunen.

Autos und Trucks, ganze Dörfer und Hafenanlagen mit Schiffen, Hubschrauber, Flugzeuge, Raumschiffe und noch viel mehr zogen die Blicke der Besucher an. Die Bandbreite bei der zweiten Interscale-Modellbau-Ausstellung auf Stolberger Boden war groß. Militärische Modelle, bei denen die Bauer größten Wert auf historische Genauigkeit gelegt hatten, faszinierten ebenso wie Hochglanzmodelle von Oldtimern, Youngtimern und Raritäten aus dem Kfz-Bereich.

Doch längst nicht alle Modelle glänzen wie fabrikneue Originale im verkleinerten Maßstab: Reifen von Lastwagen können durchaus schlammig oder sandig sein, die Ladeflächen deutliche Spuren des täglichen Einsatzes aufweisen. Rost und Patina gehören für viele Modellbauer zur Detailtreue dazu, anderen ist es wichtig, ihre Exponate in kleine Szenerien, sogenannte Dioramen, einzubetten. Exemplare, die „nur“ nach einem Bausatz angefertigt wurden, waren im Industriemuseum kaum zu sehen – die präsentierten Modelle waren zumindest modifiziert, viele individuell gebaut, ohne dass es einen Bausatz dafür gibt.

Während die Besucher der ansprechenden Ausstellung hauptsächlich aus Stolberg und der Region den Weg in das Industriemuseum Zinkhütter Hof gefunden hatten, wurde die Interscale ihrem Namen gerecht, was die Aussteller angeht. Denn es waren Modellbauer aus Belgien und den Niederlanden vertreten. Die deutschen Aussteller kamen derweil aus der Städteregion, Düren, Jülich und Viersen, aber auch aus Düsseldorf, Köln, Oberhausen, Neuss, Mönchengladbach, Wuppertal und Ludwigsburg.

Die Gäste der Schau waren begeistert von den Modellen aus Kunststoff und weiteren Materialien, betrachteten ausgiebig die Exponate der Kartonbauer und schauten ihnen aufmerksam bei der Arbeit über die Schulter. Denn die Kartonbauer fertigten Modelle aus Papier live bei der Interscale. Zum Beispiel Roman Seißler aus Düren, der zahlreiche Autos, eine Dorfmitte und auch Vögel mitgebracht hatte. Was auf den ersten Blick wie ein ausgestopftes Tier aussah, war tatsächlich ein Modellbau-Vogel aus Papier.

Seißler war wie alle Modellbauer bei der Interscale häufig im Gespräch mit den Besuchern der Ausstellung – und bestens vorbereitet: Er beantwortete nicht nur bereitwillig Fragen, sondern griff auch immer wieder unter den Tisch. „Hier das ist ein kleiner Narzissenstrauß. Sehr gut geeignet für Einsteiger, viel Spaß damit“, gab Roman Seißler interessierten Gästen ebenso mit auf den Weg wie den ausgedruckten Papier-Modellbau-Bogen. Neben ihm hatte der Jülicher Michael Knobloch seine Exponate drapiert. Er baut ebenfalls Modelle aus Papier und wollte eigentlich sein Space Shuttle mit Abschussrampe zeigen.

Doch er hatte sich anders entschieden. „Ich wollte den Kindern diesmal mehr bieten“, sagte Knobloch, und sein Plan ging voll auf, denn der über einen Meter hohe „Transformer“ war ein absoluter Hingucker – für alle Generationen. Ob denn die Figur mit mächtigem Oberkörper und hohem Schwerpunkt nicht doch im Inneren mit Draht verstärkt sei, wollte mancher Besucher wissen. „Natürlich nicht“, antwortet Knobloch. Es würde gegen die Ehre eines echten Kartonbauers gehen. „Die Stabilität dieses großen Modells ist durch zusätzlich angebrachte Pappstreben gegeben.“ Rund 500 Stunden hat Knobloch an dem Modell gebaut. Den jungen Gästen der Interscale hatte Knobloch noch mehr zu bieten, stellt unter anderem „Minions“ sowie „R2DC2“, „C3PO“ und weitere „Star-Wars“-Modelle aus.

Science-Fiction hoch im Kurs

Überhaupt war Science-Fiction diesmal hoch im Kurs auch jenseits des momentanen „Star-Wars“-Booms. Das beste Beispiel dafür lieferte der Organisator der Interscale. Der Breiniger Rainer Hildebrand zeigte neben einem 68er Dodge Charger unter anderem das Kugelraumschiff „Jera IV“. Der „Terranische Kreuzer“ stammt aus dem „Perry-Rhodan“-Universum, ist aufwendig beleuchtet, mehrfach prämiert – und aus Karton. Ein weiterer Hingucker bei der Interscale, von denen es auch bei der zweiten Auflage der Modellbauausstellung eine Fülle gab.

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