Stolberg/Berlin - Interreg-Projekt „Slow Travel” soll die Naturerlebnisregion stärken

Interreg-Projekt „Slow Travel” soll die Naturerlebnisregion stärken

Von: Jürgen Lange
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Genießt für einen kurzen Moment das Gezwitscher von Vögeln auf der ITB in Berlin: Barbara Breuer, Leiterin der Stolberg-Touristik (l.), erkundet das Naturerlebnis mittels neuer Medien. Foto: J. Lange

Stolberg/Berlin. „Wo Fels und Wasser Dich begleiten”, ist man auf dem Eifelsteig und seinen Partnerrouten unterwegs. Und es werden immer mehr Wanderfreunde und Spaziergänger, die die 313 Kilometer zwischen Kornelimünster und Trier auf Schustes Rappen bewältigen - und dabei auch die 15,6 Kilometer lange Stolberger Kupferroute zwischen der Burg und Kitzenhaus bei Venwegen erkunden.

Bereits bei seiner Einweihung im vergangenen Jahr zählte der Eifelsteig zu den „Top Trails” in Deutschland. Inzwischen ist die Route nach dem Rennsteig der bekannteste (Fern-) Wanderweg in Deutschland und wird vom dem Themenmagazin „Outdoor” zu den „zehn schönsten Trecks weltweit” gezählt, wie Eifel Tourismus-Geschäftsführer Klaus Schäfer auf der Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin stolz verkündete. Denn das Renommee macht sich bezahlt für die Leistungsträger im Umfeld der Strecke.

Acht Pauschalangebote offeriert die Eifel-Tourismus und hat damit seit der Eröffnung im vergangenen April bis heute mehr als 570.742 Euro Umsatz bei rund 1600 Anreisen eingeworden. „Und dabei sind die Besucher, die nicht über die ET, sondern individuell buchen, noch gar nicht berücksichtigt”, betont Schäfer.

Eine Saisonumfrage unter den Betrieben belegte eine deutliche Zunahme von Wandergästen mit steigenden Umsätzen. „Der Wanderboom ist angekommen”, bilanziert Schäfer. Er plant für diese Saison eine stärkere Zusammenarbeit mit den Partnerwegen wie die Stolberger Kupferroute oder auch der Bachtälerhöhen- und Buntsandsteinroute in der Rureifel und beabsichtigt eine weitere Optimierung beim Zugang zu den Wanderstrecken.

Stolberg-Touristik bald im Internet

Ein gut nachgefragter Zugang zum Eifelsteig ist auch das Internet mit 248.902 Besuchern. Das weltweite Netz ist eine besonders wichtige Plattform für die Vermarktung. Dabei rücken die sozialen Netzwerke wie „Facebook” oder „Twitter” immer stärker auch in den Fokus der Touristiker. Ein aktives Nutzen dieser Portale wird zu einem unverzichtbaren Bestandteil eines Werbeauftrittes für die Destinationen, bei dem kreatives Auftreten durchaus kostensparend sein kann. Eigens ein Fachseminar für die Eifel-Touristiker widmete sich der Relevanz dieser Internetpräsenz.

Während Landrat Spelthahn in Berlin gleich erste Schritte einleitete, um den Kreis Düren bei „Facebook & Co. bewittern” zu können, ist Barbara Breuer als Leiterin der Stolberg-Touristik froh, in wenigen Wochen überhaupt mit einer eigenen Webseite online gehen zu können. „Der Rahmen für den Internet-Auftritt steht”, sagte Breuer. „Jetzt müssen wir nur noch die vorbereiteten Inhalte einpflegen.”

Als vielversprechend gilt auch ein neues Projekt für den Eifel-Ardennen-Raum das ganz im Zeichen der Schnecke steht. Sie ist das Symbol der Slow-Food-Bewegung, die ganz auf regionale Wurzeln bei Lebensmitteln setzt. Entsprechend gewinnt der sogenannte „Slow Travel” in der Tourismus-Branche an Bedeutung.

Die Region mit ihren Angeboten genießen, sie langsam zu Fuß oder mit dem Rad erkunden, das steckt hinter dem Projekt, das jetzt anläuft und zur Hälfte mit europäischen Interreg-Mitteln gefördert wird. Insbesondere kleine und mittlere Betriebe sollen profitieren können von der weiteren Profilierung der Eifel und Ardennen, um als eine führende Naturerlebnisregion neue Gäste gewinnen zu können.

Premiere: Philipp und Weykmanns

Derweil freute sich die Gemeinde Simmerath über den Startschuss ihres Interreg-Projektes „Blue Spot - Hot Spot”, in dessen Rahmen an 40 Gewässern von Eifel und Ardennen touristische Angebote speziell für die Jugend gefördert werden. Dabei werden in Woffelsbach mit einem Volumen von rund 1,5 Millionen Euro auf dem Gelände des jetzigen Campingplatzes vier Jugendgästehäuser mit jeweils acht Betten und ein Gemeinschaftshaus errichtet sowie die Außenanlagen jugenderlebnisgerecht gestaltet.

Vor den Türen der Kupferstadt ist bereits der Ausbau der Ravel-Route in Arbeit, bei der die nicht mehr benötigten Schienensträge der Vennbahn zu einem einzigartigen Radewegenetz mit maximaler Steigung von zwei Prozent umgestaltet werden. Allerdings bleibt die Gleisstrecke zwischen Hauptbahnhof via Breinig in Richtung Raeren bestehen. Das bietet Stolberg allerdings die Perspektive bei einem weiteren Ausbau der Euregiobahnstrecke in den Genuss eines idealen Zubringers zum Radwegenetz zu kommen.

Derweil noch im Stadium der Vorbereitung ist ein weiteres Projekt zur Entwicklung und Umsetzung von barrierefreien Dienstleistungsketten in Eifel und Ardennen, bei der auch der Naturpark Hohes Venn/Eifel mit im Boot sitzt.

Erstmals mit im Boot der Eifel Tourismus war mit Oberbürgermeister Marcel Philipp das Aachener Stadtoberhaupt auf der ITB in Berlin, der den Schulterschluss mit den zahlreichen Verwaltungschefs aus beiden Bundesländern übte und auch die neue Tourismusministerin Ostbelgiens kennenlernte: Isabelle Weykmanns hat in Eupen die Nachfolge von Bernd Gentges angetreten und fühlte sich gleich wohl im Kreise der Region. Weykmanns betonte, den eingeschlagenen Weg der länderübergreifenden Zusammenarbeit weiter konsequent beschreiten zu wollen.
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