Interessengemeinschaft Münsterbusch sucht neuen Vorstand

Von: Doris Kinkel-Schlachter
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Sprecher und Vorsitzender der IG Münsterbuscher Vereine: Auch wenn noch kein neuer Vorsitzender in Sicht ist, blicken Rolf Engels (links) und Günter Pfeil der Zukunft optimistisch entgegen. Die IG steht vor einem Umbruch und braucht neue Köpfe. Foto: D. Kinkel-Schlachter

Stolberg-Münsterbusch. Im schlimmsten Fall steht die Interessengemeinschaft Münsterbuscher Vereine vor dem Aus: Aber diesen Gedanken haben Günter Pfeil und Rolf Engels in die hinterste Schublade geschoben. Denn das kommt weder für den Vorsitzenden noch für den Sprecher der IG in Frage. Schließlich schlagen ihre Herzen für das Wohl und den Fortbestand, sind sie doch von der ersten Stunde mit dabei.

Rolf Engels ist gemeinsam mit Willi Reitler als Kassierer und Helmut Grosche als Geschäftsführer sogar Gründungsmitglied.

„33 Jahre nach der Gründung braucht die Interessengemeinschaft Münsterbuscher Vereine dringend neue Köpfe für den Vorstand“, betont Vorsitzender Pfeil. „Die wichtigen Leistungsmitglieder sind auch Gründungsmitglieder. Wir machen nicht mehr weiter, das haben wir bereits vor drei Jahren angekündigt“, ergänzt Sprecher Engels. Vor drei Jahren, bei der letzten Generalversammlung, seien zwar neue Leute nachgerückt, aber zu dem Zeitpunkt habe keiner den Vorsitz übernehmen wollen, „und der Vorsitz ist eben die wichtigste Position“, so Rolf Engels.

Alleine die Tatsache, dass die 33 Jahre von nur zwei Vorsitzenden bestritten worden sind – Heinz Kamps und seit 15 Jahren Günter Pfeil – belege, dass Stabilität und Beständigkeit wichtig für die Funktionstüchtigkeit der Gemeinschaft seien.

Abriss erfolgreich verhindert

Die IG wurde vor 33 Jahren gegründet, um den damals bereits beschlossenen Abriss des Münsterbuscher Jugendheims zu verhindern. Damals befand sich das Heim noch im Besitz der Pfarre, später erwarb es die Stadt. „Mit großer Unterstützung der Münsterbuscher Bevölkerung, der politischen Parteien und der Stadt Stolberg gelang die Erhaltung und Sanierung des Hauses“, erinnert sich Gründungsmitglied Engels.

Über die Jahre hinweg hat die IG mit großem Erfolg zur Belebung und Verbesserung durch hohe Eigenleistungen beigetragen, betonen die beiden Männer. Die Mitglieder haben die „Katakomben“ gebaut, die IG-Stube ebenso ausgebaut wie den Bühnenbereich, eine große Kühlzelle eingebaut, die Toilettenanlagen saniert „und vieles mehr.

Angepeilt sind für die nahe Zukunft die Erneuerung der Küchenzeilen und vor allem die Einrichtung einer Behindertentoilette im Bereich der Katakomben“, sagt Pfeil. Zukunftsmusik? „Nein“, betont der Vorsitzende, „Heinz Kamps hat immer gesagt: Das ist die gute Stube von Münsterbusch. Heute können wir sagen: Das ist die gute Stube von Stolberg“.

Denn während das Jugendheim in den Anfängen überwiegend von Münsterbuscher Vereinen genutzt wurde, hat es sich im Laufe der Jahre zu einem Veranstaltungsort für viele Stolberger Vereine, Institutionen und Privatpersonen gewandelt. Die Frequentierung ist vielfältig, an fast jedem Wochenende ist das größte Bürgerhaus von Stolberg ausgebucht – „vom Karneval über die IG Metall und Arbeiterwohlfahrt, Aktive Senioren – hier kommen alle hin“, weiß Pfeil.

Das Jugendheim habe für viele Vereine die Stadthalle abgelöst, „sie ist vielen zu groß, das Umfeld auch nicht so schön. Die Zeiten, in denen 1000 Mann zu einer Veranstaltung kommen, sind im übrigen vorbei. Dagegen ist zum Beispiel das Rolandshaus zu klein“, weiß Engels.

Die Aufgaben der Interessengemeinschaft, der heute noch 14 Münsterbuscher Vereine angeschlossen sind, bestehen darin, die Nutzung des Bürgerhauses zu koordinieren und das Haus in Schuss zu halten. Die IG hat sich seinerzeit per Vertrag mit der Stadt bereit erklärt, für solche Maßnahmen jährlich mindestens 2500 Euro zu zahlen, „wir sind in Vorkasse bis zum Jahr 2015“, sagt der Vorsitzende und schmunzelt.

Wenn am 4. September Generalversammlung ist, wird der alte Vorstand nicht mehr kandidieren. „Wir Zwei sind jetzt zusammen 144 Jahre alt“, sagt Engels und lacht. „Höchste Zeit für frischen Wind!“ Der Vorstand hat bereits alle IG-Vereine angeschrieben und nachgehakt in Sachen Vorstand. Was der oder die Neue mitbringen sollte? „Ein Herz fürs Jugendheim und Engagement“, sind sich die beiden einig. Potenzielle Kandidaten können auf der nächsten Mitgliederversammlung am 17. Juli vorgeschlagen werden. „Hier wird natürlich an erster Stelle ein neuer Vorsitzender gesucht.“

Sonst, sagen Rolf Engels und Günter Pfeil, steht die IG vor dem Aus. Erfreulicherweise liegen für Schriftführung und die Kassengeschäfte bereits Zusagen vor. Auch haben sich die bisherigen Vorstandsmitglieder bereit erklärt, im erweiterten Vorstand mitzuarbeiten, „soweit dies gewünscht wird“. Das Fortbestehen der IG „ist uns zu wichtig, als dass wir im stillen Kämmerlein vor uns hinschmollen“, erklärt Rolf Engels die Offensive. Und: „Wir sind optimistisch, dass es weitergeht!“

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