Stolberg - Insolvenzverfahren der Peltzer-Werke zu Weihnachten aufgehoben

Insolvenzverfahren der Peltzer-Werke zu Weihnachten aufgehoben

Von: Sonja Essers
Letzte Aktualisierung:
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Das Insolvenzverfahren gegen die Peltzer-Werke wurde aufgehoben. Das bestätigte am Freitag Geschäftsführer Hans-Josef Mertes. Foto: Sonja Essers/Peltzer-Werke
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Im Laufe der Jahre hat sich einiges geändert. Auch die Größe des Unternehmens.
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Martin Peters, IG Metall, äußerte sich zur Aufhebung des Insolvenzverfahrens. Foto: Dirk Müller

Stolberg. Die frohe Botschaft kommt pünktlich zum Weihnachtsfest: Das Insolvenzverfahren gegen die Peltzer-Werke ist offiziell aufgehoben. Das bestätigte Geschäftsführer Hans-Josef Mertes am Freitagnachmittag. Bereits in der vergangenen Woche hatte Mertes erklärt, dass einer Aufhebung – von seiner Seite aus – nichts im Wege stünde.

„Die Voraussetzungen zur Aufhebung des Verfahrens sind gegeben“, sagte er. Zu diesen Voraussetzungen gehörte unter anderem, dass die sogenannten vorhandenen Masseverbindlichkeiten komplett gedeckt werden mussten. Dafür war eine Summe im sechsstelligen Bereich nötig. Die genaue Höhe verriet Mertes nicht.

Dafür erklärte er allerdings, dass auch alle Löhne gezahlt wären. Mit einer Ausnahme: 60 Prozent der Oktobergehälter stehen nach wie vor aus. Vor rund zwei Wochen unterschrieben die Mitarbeiter einen sogenannten Besserungsschein (wir berichteten). Ist die Firma finanziell wieder besser aufgestellt, soll das Geld folgen.

Für Hans-Josef Mertes und seine Mitarbeiter gehen damit zwei turbulente Jahre zuende. Umsatzeinbußen, Personalabbau und nicht gezahlte Löhne und Gehälter brachten dem Stolberger Traditionsunternehmen in der Vergangenheit immer wieder Negativschlagzeilen ein. Im August 2015 stellte Mertes beim Amtsgericht Aachen einen Antrag auf Eröffnung eines gerichtlich kontrollierten Eigenverwaltungsverfahrens. Die Zustimmung erfolgte im Oktober.

Als Eigenverwalter fungierte Geschäftsführer Mertes selbst, ihm wurde ein Sachwalter zur Seite gestellt. In einer Gläubigerversammlung wurde die Firma damit beauftragt, den Geschäftsbetrieb fortzuführen und gleichzeitig einen Insolvenzplan zu erstellen, in dem die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen zur Weiterführung eines profitablen Geschäftsbetriebes festgehalten werden sollten.

Im Rahmen einer Umstrukturierung reduzierte das Unternehmen die Energiekosten und verkleinerte die Räume. Einst saß das Unternehmen in der Prattelsackstraße, mittlerweile findet die Produktion in den Räumen am Schwarzen Weg statt. Und: Peltzer investiert auch wieder. Eine neue Pulveranlage soll noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden.

Höhen und Tiefen

Und was sagt die IG Metall zu dieser Entwicklung? Schließlich begleitet sie das Unternehmen schon seit einigen Jahren, kennt also alle Höhen und Tiefen. IG Metall begrüßt Aufhebung des Insolvenzverfahrens bei den Peltzer Werken. „Es wurde nach fast 28 Monaten auch Zeit, dass das Unternehmen Peltzer-Werke jetzt kurz vor Weihnachten aus der Insolvenz heraus weiter machen kann“, äußerte sich der 1. Bevollmächtigte Martin Peters zur Aufhebung des Verfahrens bei dem Stolberger Traditionsunternehmen.

„Spannend bleibt nunmehr, ob es der Geschäftsleitung gelingt, auch einen wirklichen Neustart hinzulegen. Ein weiter so darf es nicht geben“, so Peters. Gemeint sind damit die Umstände, die zur Insolvenz geführt haben und die Vorkommnisse im Verlauf des Verfahrens.

„Gut ist, dass mehr als 50 Kolleginnen und Kollegen ihren Job behalten. Klar ist aber auch, dass diejenigen, die dem Unternehmen in der überlangen Insolvenz die Treue gehalten haben, jetzt absolut korrekt behandelt werden müssen. Herr Mertes muss sich neu aufstellen und die Effizienz der Performance seiner Unternehmensleitung steigern, sonst drohen ganz schnell wieder Verzögerungen bei den Entgeltzahlungen und andere Sachen, die längst überwunden sein sollten. Es kommt jetzt einzig und allein auf ihn an. Seine Mitarbeiter sind in den vergangenen 28 Monaten mit einer manchmal kaum nachvollziehbaren Unternehmensloyalität einen schweren Weg mit ihm gegangen. Er ist jetzt absolut in der Bringschuld“, legt Peters die Latte bewusst hoch.

Man dürfe gespannt sein, wie die Entwicklung des Unternehmens im neuen Jahr verlaufen werde. In jedem Fall hat die IG Metall angekündigt, dass sie den Verlauf intensiv und kritisch begleiten wird.

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