Stolberg - Inschriften aus Japan, Amerika und der DDR

Inschriften aus Japan, Amerika und der DDR

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Triviales wie Spannendes findet sich im Ehrenbuch der Stadt. Foto: Stadtarchiv Stolberg

Stolberg. Etwa 36 Zentimeter im Quadrat misst das schwere Gästebuch, das die Stadt Stolberg im Jahr 1956 anlässlich ihres 100-jährigen Jubiläums stiftete. In diesem Monat ist es genau sechzig Jahre alt.

Mit „Ehrenbuch“ ist das massive Werk überschrieben bzw. mit getriebenen Lettern versehen, darunter das Wappen mit Löwen und Turnierkragen. Die Seiten sind aus Büttenpapier, während der Buchdeckel in seinem rot-gelblichen Schimmer nicht sofort verrät, ob er aus Kupfer oder Messing geschaffen ist. Die Kupferstadt ist schließlich durch Messing zu Bekanntheit und Wohlstand gekommen und so erkennt man an abgegriffenen Stellen des Deckels, dass dieser aus dem typischsten der „Stolberger“ Metalle gearbeitet wurde.

Der Künstler des Messingeinbands war Stolbergs bekannter Kunstschmied Franz-Josef Peters, die Widmungsschrift der ersten Seite gestaltete der nicht minder prominente Künstler Bert Stollenwerk. Unterzeichnet hat als Vertreter der Bürgerschaft Bernhard Kuckelkorn, 1952 bis 1979 Bürgermeister. In den beiden Bänden – man hatte die Seiten austauschen müssen, als das Buch 1962 gefüllt war – finden sich endlose Reihen mit Unterschriften von Besuchern der Burg, wo das Buch auslag.

Kleine und große, leserliche, unleserliche oder kindliche Handschriften und altertümliches Sütterlin bezeugen Besuche vor allem aus Stolberg und Umgebung, Köln und Aachen selbstverständlich auch. Aber auch aus Berlin und Hamburg, der sogenannten „Ostzone“, also der DDR, aus den Niederlanden, Belgien Luxemburg, Großbritannien und der Schweiz kamen Besucher.

Eintragungen bis 1987

Recht viele US-Bürger fanden auch den Weg in die Kupferstadt, so liest man von Gästen aus Detroit, Cleveland und Michigan oder Montreal in Kanada. In den 1970ern folgten viele Gruppen aus Japan und versahen die Seiten mit umso exotischeren Grüßen Offizielle Empfänge und Tagungen der Stadt sind ebenso verzeichnet. Da verewigte sich ein Landeskonservator, der wohl die Burg in Augenschein nahm, wie auch Pfadfindergruppen, verschiedene Vereine, Bundeswehrabteilungen mit schönen Skizzen und schwungvollen Grüßen. Die mit den Jahren sporadischer werdenden Einträge enden schließlich 1987. Ein Witzbold verewigte sich mit einem Spruch auf der hinteren Einbandseite „Ich habe mich hinten angewurzelt, damit niemand aus dem Album purzelt“. Auch wenn der Wissenschaftler aus diesem prachtvollen Werk außer statistischer Daten keine großen Erkenntnisse gewinnen kann, ist das Ehrenbuch ein bleibendes Zeitdokument mit besonderem ideellen Wert für die Kupferstadt und ihre Bürger.

Für jeden Bürger offen

Das Stadtarchiv Stolberg präsentiert seit Januar 2016 jeden Monat ein Archivale, das als eindrucksvolles Dokument die Stadtgeschichte illustriert. Das „städtische Gedächtnis“ beherbergt viele Urkunden, Akten, Bilder, Bücher, Zeitungen und Gegenstände der letzten Jahrhunderte, um sie für die Verwaltungsarbeit, die Geschichtswissenschaft und Bildung dauerhaft zu bewahren.

Für historische Forschung steht das Archiv jedem Bürger offen und Archivar Christian Altena berät gerne interessierte Bürger, die mehr über Wissenschaft und Geschichte erfahren möchten.

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