Innovatives Konzept in der Geburtsklinik: Fertigstellung zum Jahresende

Von: Jürgen Lange
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Chefarzt Dr. Uwe Heindrichs und die Leitende Hebamme Manuela Osman freuen sich bereits auf den Neubau, mit dem fünf zeitgemäße Kreißsäle am „Bethlehem“ bereitgestellt werden. Foto: J. Lange
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Spatenstich zur Geburtsklinik: Sabine Sieberich, Ansgar Cosler, Norbert Lühring, Manuela Osman, Tim Grüttemeier, Dirk Offermann, Paul M.Kirch, Uwe Heindrichd und Julia Prost (v.l.). Foto: J Lange

Stolberg. In der Fachsprache würde man wohl von einer Frühgeburt sprechen, bei dem, was das Bethlehem Gesundheitszentrum jetzt angeht. Beim offiziellen Spatenstich zum neuen Kreißsaalzentrum bestätigt Krankenhaus-Geschäftsführer Dirk Offermann noch einmal den ambitionierten Zeitplan für das Bauvorhaben: „Im November, in jedem Fall aber in diesem Jahr“ soll der Neubau in Betrieb genommen werden.

 Also keine sechs Monate bleiben Architekt Norbert Lühring, um seine Pläne zu realisieren.

Gut 1,5 Millionen Euro investiert das Krankenhaus in den Bau von fünf zeitgemäßen Kreißsälen mit rund 30 Quadratmeter inklusive neuem Empfang, Vorbereitungsräumen und Terrasse auf gut 400 Quadratmeter Grundfläche. Mit 200.000 Euro aus dem Kommunalinvestitionsfördergesetz des Bundes, der insgesamt 4,25 Millionen Euro Stolberg zur Verfügung gestellt hat, unterstützt die Stadt den Neubau: „Das ist eine der wenigen Möglichkeiten, wie wir dem Krankenhaus als größtem Arbeitgeber in der Kupferstadt in der Praxis einmal helfen können“, unterstreicht Bürgermeister Tim Grüttemeier den mehrheitlich gefassten Ratsbeschluss zur Förderung.

Aktuell 700 Geburten

„Mit dem Neubau werden wir über sechs moderne Kreißsäle verfügen“, erklärt Offermann. Mit der Übernahme der Geburten aus dem Eschweiler St. Antonius-Hospital im September vergangenen Jahres hat das „Bethlehem“ durch Umbauten von drei auf fünf Kreißsäle aufgestockt. Nach Fertigstellung des Neubaus wird in zwei Bauabschnitten der alte Trakt grundlegend modernisiert und zwei der vorübergehend zur Verfügung gestellten Geburtsräume wieder als Nebenräume genutzt werden können. „Wir brauchen auch zusätzlichen Platz für unser Inventar“, erläutert Chefarzt Dr. Uwe Heindrichs.

Die Frequenz der Stolberger Geburtsklinik hat sich deutlich erhöht. Im vergangenen Jahr erblickten 1501 Kinder bei 1336 Geburten in Stolberg das Licht der Welt. „Aktuell liegen wir bei 700 Geburten“, sagt Leitende Hebamme Manuela Osman. „Personell sind wir gut aufgestellt.“ 20 Hebammen stehen in drei Schichten bereit: „Jeweils drei Hebammen im Früh- und Spätdienst und zwei während der Nachtschicht sind vor Ort“, sagt Osman. Zudem seien weitere Kolleginnen kontinuierlich in Bereitschaft. „Damit sind wir ganz nah an der Empfehlung des Landes zu einer 1:1-Betreuung bei der Geburt“, sagt Oberarzt Ansgar Cosler als Sektionsleiter der Geburtshilfe. Bereits im vergangenen Jahr wurde die Anzahl der Bereitschaftsärzte verdoppelt. Heute stehen 14 Mediziner im Team von Dr. Heindrichs bereit; drei weitere Ärzte beginnen am 1. Juli ihre Tätigkeit in der Klinik für Geburtshilfe.

„Mit dem Neubau verfolgen wir einen innovativen Ansatz“, sagt Dirk Offermann. Die Mitarbeiter haben gemeinsam mit dem Architekten die neue Station geplant. „Das ist zumindest in der weiteren Umgebung für ein Krankenhaus einmalig“, so Offermann weiter: Das „Bethlehem“ möchte mit seinem Konzept „eine natürliche Geburt in sicherer Umgebung bieten“, erläutert Manuela Osman. Und das fängt damit an, dass die vorgehaltene „Technik in den Wänden versteckt wird“. Ein möglichst vertrautes und heimisches Flair soll entstehen – „eine Wohlfühlatmosphäre“, so Osman, in der sich die Frauen in Ruhe auf ihre Geburt konzentrieren können und nicht durch den Anblick technischer Hilfsmittel abgelenkt würden. Es solle der Eindruck erweckt werden, die Geburt erfolge Zuhause. Dem Anspruch einer natürlichen Geburt folgend, haben die Damen der Abteilung auch die Farben für die Station ausgewählt: „frisches Grün, freundliches Braun und andere Naturtöne“, schwärmt Osman.

Und sollte es bei einer Geburt doch einmal außergewöhnlich zugehen, dann könne das „Bethlehem“ neben dem medizinischen Engagement der Geburtshilfe auch auf die Kapazitäten der Kinderklinik im Hause zurückgreifen. Im Stolberger Krankenhaus werden alle Weichen auf eine sichere Zukunft gestellt.

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