Inklusion ist hier nicht nur in aller Munde

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Der erste Aufbaubildungsgang zur „Fachkraft für Inklusive Bildung und Erziehung“ am Berufskolleg Stolberg startete im Februar 2015. Foto: BK Stolberg

Stolberg. Der erste Aufbaubildungsgang zur „Fachkraft für Inklusive Bildung und Erziehung“ am Berufskolleg Stolberg startete im Februar 2015. Mit großem Engagement haben 16 Studierende aus unterschiedlichen pädagogischen Bereichen den mit 600 Unterrichtseinheiten angesetzten Aufbaubildungsgang mit Erfolg abgeschlossen.

Durch die neue Gesetzeslage und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ergeben sich neue Herausforderungen für die Gestaltung inklusiver Bildung und Erziehung. Bedingt durch diese Forderung ist das Thema „Inklusion“ in aller Munde. Dabei meint Inklusion nicht die Integration von Menschen mit Behinderung, sondern das Zusammenleben Aller. Allen Menschen unserer Gesellschaft soll eine gute Teilhabe in allen Gesellschaftsbereichen ermöglicht werden. Kulturelle, religiöse, sozioökonomische, familiäre, entwicklungsbedingte Vielfalt bestimmt dabei das vielfarbige Bild einer lebendigen Gesellschaft.

Um der Forderung nach einem guten Zusammenleben gerecht zu werden, wurden die Fachkräfte für inklusive Bildung und Erziehung am BK Stolberg ausgebildet. In sechs unterschiedlichen Modulen erweiterten die Studierenden ihre Kompetenzen aus Erstausbildung und Berufstätigkeit und lernten vielfältige Methoden zur inklusiven Beziehungs- und Erziehungsgestaltung und inklusive Arbeit in multiprofessionellen Teams zu organisieren und zu vernetzen.

Deutlich wurde dabei aber auch, dass Theorie nicht ausreicht. „Wichtig ist, die eigene Meinung und Haltung immer wieder zu reflektieren und sich mit anderen auszutauschen, sowie offen zu bleiben für Unbekanntes und sich seinen eigenen Ängsten und Vorbehalten zu stellen“, so Esther Kurzweg. Bereichert wurde die Ausbildung durch das Fachwissen eingeladener Experten und Referenten. Dadurch entstanden Kontakte und es erweiterten sich die Netzwerke der neuen Fachkräfte.

Einige nutzten auch die Gelegenheit, im Rahmen des Erasmus+-Programms ein zweiwöchiges Praktikum in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe im europäischen Ausland zu absolvieren. Spanien, Türkei und Schweden standen auf dem Programm.

„Wir haben Einblicke bekommen, wie in Schweden Inklusion gelebt wird“, erinnert sich Jacqueline Teich an die schöne und lehrreiche Zeit zurück. „Ich habe erlebt, dass in Schweden Interkulturellität nicht abgeschlossen ist mit punktuellen Aktionen wie orientalischen Tänzen oder syrischem Brot. Es bedeutet vielmehr ein kontinuierliches Bemühen um Teilhabe aller Familien. Denn: Partizipation ist nicht das Problem, sondern die Lösung“, fasst Fereshteh Kochakian ihre Erfahrungen zusammen.

„Für uns als Lehrende war es wichtig, lebendiges Lernen zu ermöglichen, die beruflichen Kompetenzen der Teilnehmerinnen zu nutzen und Möglichkeiten zu bieten, Fachwissen zu erweitern, sowie ein Forum zu schaffen für einen lebendigen Austausch.“, so Dr. Sabine van Nek, Koordinatorin des Aufbaubildungsgangs. Inklusion, quo vadis? Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist getan. Die frisch ausgebildeten Fachkräfte für Inklusive Bildung und Erziehung fühlen sich gerüstet, diesen Weg voran zu schreiten.

„Um die Inklusion voran zu treiben, braucht es uns als gut ausgebildete Fachkräfte. Deswegen hoffen wir, dass viele Erzieherinnen und Sozialpädagoginnen motiviert sind, diesen Weg ebenfalls zu gehen“, erklärt Susanne Han-Jungmann. Der neue Aufbaubildungsgang startet im Februar 2017. Für Informationen und Anmeldungen für die begrenzten Plätze stehen Frau Schäpermeier und Dr. van Nek unter der Nummer des Sekretariats des Berufkollegs unter Telefon 95120 gern zur Verfügung.

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