Inklusion: Bunter Schulalltag durch Vielfalt

Von: Marie-Luise Otten
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Inklusion amtlich beschlossen: Die Schüler der Hermannschule und der Regenbogenschule demonstrieren für mehr gleichberechtigte Teilnahme. Ein Kooperationsvertrag besiegelt die Zusammenarbeit der Schulen. Foto: M-L. Otten
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Die Schülerinnen Manar Brand und Juliane Rhode (von links) interviewen die Prominenz. Foto: M-L. Otten

Stolberg. „Für uns war die ganze Straße gesperrt“, sagte einer der Schüler mit Stolz, als die Demonstrationsgruppe von der Hermannstraße über die Eschweilerstraße die Turnhalle in der Stettinerstraße erreichte. Elf Klassen der Grundschule Hermannstraße, 44 Teilnehmer der Regenbogenschule und ihre jeweiligen Lehrer waren dabei.

So viel Aufmerksamkeit haben die Kinder der beiden Schulen sonst in der Öffentlichkeit nicht. Dem angemeldeten Demonstrationszug voran, der von der Polizei begleitet wurde, schritten sogar prominente Gäste wie Schuldezernent Markus Terodde und die Schulräte Renate Katz und Constantin Mertens mit. Grund der Aktion „Gemeinsam sind wir stark“ war der Kooperationsvertrag für das Schuljahr 2015/16 zwischen der Hermannschule und der Regenbogenschule.

Gesellschaftliche Aufgabe

Ihre jeweiligen Schulen zu öffnen für die Begegnung mit anderen Schülern aus der benachbarten Schule hilft langfristig das Erleben von Gemeinschaft zu verändern. Zudem fördert es nachhaltige Denk- und Lernprozesse in Bezug auf die gesellschaftliche Aufgabe der Inklusion. So steht es in der Präambel der gemeinsamen Vereinbarung, die von den Schulleiterinnen Renate Krickel und Gundula Brüggenwirth unterschrieben wurde.

Gemeinsame Projekte gibt es zwischen den Schulen bereits seit 2012. So findet im Rahmen des Sachunterrichts einmal wöchentlich der Waldtag statt. Dies ist eine Exkursion in den Eschweiler Stadtwald, zu dem die Anfahrt mit dem öffentlichen Personalverkehr wie auch Wahrnehmungsangebote und das Kennenlernen von Lerninhalten gehören. Auch treten die Kinder beim Schwarzlichttheater gemeinsam auf einer Bühne auf, erproben vielfältige Materialien im Schwarzlicht und lernen viele verschiedene optische Effekte kennen.

Neu ist der gemeinsame Chor, der nun seine Premiere feierte. Unter der Leitung von Sigrid Staritz-Selbach und begleitet von einer Rhythmusgruppe (Gundula Brüggenwirth, Klavier; Peter Verhees, E-Gitarre und Violine; Justin Becker, Trommel) sangen die Kinder internationale Lieder wie „Singing All Together“, „Wir sind Kinder einer Welt“ oder die Hymnen ihrer jeweiligen Schulen, und dies alles auswendig.

Keine Berührungsängste

Gundula Brüggenwirth, Schulleiterin der Regenbogenschule, freute sich, dass die über 500 Teilnehmer in der Turnhalle sich schon vermischt hatten und keine Berührungsängste hatten. Renate Krickel, Leiterin der Herrmannschule, war stolz auf die Kinder der Schulen, auf die Teams, die sich mit den Kindern eine Woche lang auf diesen Tag im Kontext „Schule ohne Rassismus“ (SoR) vorbereitet hatten sowie auf die Kollegen und Eltern, die auf das Vorhaben „Jeder darf sein wie er ist“ offen reagieren trotz aller Problematik und Kritik.

In der Turnhalle hatten sich auch Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier und Inklusionsbeauftragter Lukas Franzen eingefunden. Gemeinsam mit Markus Terodde, Renate Katz und Constantin Mertens standen sie später auf der Bühne und wurden von Manar Brand, einer ehemaligen Schülerin der Hermannschule, und Juliane Rhode, stellvertretende Schülersprecherin der Regenbogenschule, interviewt. Sie alle lobten die Zusammenarbeit der Schulen, vor allem, da es sich um eine Kooperation ohne Zwang handele.

Die Gäste waren sich einig: Das Ziel, gemeinsam voneinander zu lernen, sei im Rahmen der Zusammenarbeit der beiden Schulen hier schon erreicht und der beschrittene Weg der richtige. Sie wünschten den Kindern, dass sie sich ihre Lebensfreude bewahren, das Gute in die Familien tragen und neugierig bleiben. Und allen voran, dass sie sich im Alter an diesen Beginn des positiv erinnern.

Ich bin anders. Na und?

Nach Unterzeichnung der Vereinbarung und einem Fahnentausch sang der Chor zum Abschluss die Hymne „Ich bin anders als du bist anders als er ist anders als sie! Na und? Das macht das Leben eben bunt“ und alle stimmten mit ein.

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