Infos auf Flyern erklären Flüchtlingen die jecken Tage

Von: Laura Beemelmanns
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Für uns Rheinländer ist dieser Anblick ganz normal. Für Flüchtlinge wohl eher nicht. Foto: dpa

Stolberg. Wenn stark geschminkte Menschen in bunten Kleidern, mit Perücken auf dem Kopf und Zauberstäben in der Hand durch die Kupferstadt ziehen, dann weiß ein jeder: Es ist Karneval.

Das ist die Zeit, in der die Jecken Küsschen verteilen, schunkeln, tanzen, trinken und turteln. Doch wie mag dieses Verhalten auf die Flüchtlinge wirken, die vielleicht noch nie etwas von Karneval gehört haben? Wie reagiert ein arabischer Mann, wenn eine fremde Frau ihm einfach ein Küsschen auf die Wange gibt oder sich zum Schunkeln seinen Arm greift? Und wie reagiert möglicherweise eine arabische Frau, wenn ein Mann dies bei ihr versucht? Es ist gleichermaßen für Flüchtlinge als auch Karnevalisten eine Unbekannte. Denn vor allem jetzt – nach den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln – werden die Sorgen in jeglicher Hinsicht größer. Umso wichtiger wird es, die Flüchtlinge über Karneval aufzuklären und ihnen dieses Brauchtum näher zu bringen.

Die Stadt Stolberg reagiert darauf mit Flyern. In verschiedenen Sprachen, darunter Arabisch, Farsi und beispielsweise Kurdisch, wird den Flüchtlingen die Narrenzeit erklärt. Darin geschrieben steht: „Der Karneval ist in Deutschland ein kulturelles, seit Jahrhunderten verwurzeltes Fest, das traditionell vor allem in der Öffentlichkeit gefeiert wird.“

Die Stadt weist auch darauf hin, dass viele verkleidete Menschen auf den Straßen anzutreffen sind und, dass sie eventuell sogar Spielzeugwaffen wie Schwerter oder Pistolen mit sich tragen.

In den Flyern wird zudem darauf hingewiesen, dass die öffentliche Ordnung trotz der karnevalistischen Aktivitäten bestehen bleibe und auch die gesellschaftlichen Konventionen nach wie vor Gültigkeit hätten. „Daher werden an diesen Tagen verstärkt zivile Ordnungskräfte und Polizei eingesetzt“, heißt es weiter.

Diese Flyer seien vor allem für die Flüchtlinge wichtig, die erst seit kurzem in Deutschland leben, sagt der Sprecher der Stadt, Robert Walz. Daher lege die Stadt auch vor allem Wert darauf, dass die Informationen bei den Flüchtlingen in den jeweiligen Unterkünften ankommen.

Im besten Falle, so steht es am Ende der Erläuterungen der Stadt Stolberg geschrieben, feiern interessierte Flüchtlinge mit – und machen sich selbst ein Bild von den verkleideten Menschen, die laut singen, schunkeln, tanzen, trinken und turteln.

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