Info-Abend: Darmkrebs besiegen - fast wie im Schlaf

Von: Dirk Müller
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Darm-BU
Gestalten am Dienstag, 22. März, den Info-Abend zum Thema Darmkrebsvorsorge und -behandlung im Bethlehem-Gesundheitszentrum: Dr. Joachim Heise, Dr. Christoph Dietrich und Dr. Bernd Kallenberg (v.l.). Foto: D. Müller

Stolberg. „Es hat sich einiges getan”, hebt Dr. Joachim Heise an, um die Entwicklung bezüglich Vorsorgeuntersuchungen, Diagnose und Behandlung von Darmkrebs anzureißen. „Die Darmspiegelung selbst erleben die meisten Patienten dank moderner Sedierungsverfahren gar nicht, sondern verschlafen sie buchstäblich.”

Technische wie mechanische Hilfsmittel ermöglichten heute neue Behandlungsmethoden, sogenannte „Schlüsselloch-Operationen”, die durch einen kleinen Zugang erfolgen, seien oft möglich, Komplikationen äußerst selten, und vor allem die Erfolgsaussichten seien sehr gut, ergänzt Dr. Christoph Dietrich: „Bei rechtzeitiger Diagnose lässt sich Darmkrebs zu beinahe 100 Prozent vermeiden oder heilen. Seit dem Jahr 2002 gibt es in Deutschland eine gesetzliche Darmkrebsvorsorge - seitdem ist in 100000 Fällen der Ausbruch des Krebs verhindert worden.”

Dennoch sei Darmkrebs nach wie vor eine sehr häufige Erkrankung, die zudem oft tödlich verläuft, verweist Dr. Bernd Kallenberg: „Ab dem 55. Lebensjahr haben auch beschwerdenfreie Patienten Anspruch auf Voruntersuchung und sollten dies unbedingt nutzen. Darmkrebs ist gut heilbar und sogar vermeidbar, wenn er nur frühzeitig erkannt wird.”

Bereits vor dem Erreichen des 55. Lebensjahr sollten sich allerdings Patienten mit Risiko untersuchen lassen, mahnen die Mediziner des „Kompetenz-Netzwerks Kolorektales Karzinom”. Ob ein Risiko auf vererbbaren Darmkrebs, der 10 bis 15 Prozent der Erkrankungen ausmache, bestehe, zeigten Anzeichen in der Familie.

„Wenn ein Verwandter ersten Grades an Krebs in Dick- oder Dünndarm oder im Urogenitaltrakt erkrankt ist, besteht ein Risiko. Darmkrebs in zwei aufeinander folgenden Generationen, Erkrankungen vor dem 50.Lebensjahr oder die Diagnose der gutartigen Vorstufe vor dem 40. Lebensjahr innerhalb der Familie sind ebenfalls Hinweise auf ein gesteigertes Risiko”, erklärt Dr. Heise.

Bedingt durch die Anatomie des Dickdarms könnten auch Beschwerden im Bereich des Oberbauches aus Karzinomen oder der Vorstufe zum Krebs resultieren, erläutert Dr. Dietrich: „Man sollte auf jeden Fall die Vorsorgeuntersuchung, die lange nicht mehr so unangenehm für die Patienten ist, wie noch vor einigen Jahren, in Kauf nehmen, denn sie kann das eigene Leben retten. Es müsste so selbstverständlich sein, wie auf einer viel befahrenen Kreuzung bei grüner Ampel die Straße zu überqueren und nicht bei roter.”

Am Dienstag, 22. März, veranstaltet das Kompetenz-Netzwerk am Bethlehem-Gesundheitszentrum einen Info-Abend zum Thema. „Von 19 bis 21 Uhr werden wir in der Cafeteria des Krankenhauses populärwissenschaftliche, also für jedermann verständliche, kurze Vorträge halten und für alle Fragen zur Darmkrebsvorsorge und -behandlung zur Verfügung stehen”, verspricht Dr. Kallenberg.
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