In welchen Laden fliegt der nächste Gullydeckel?

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Die Glasscheibe wurde mit einem Gullydeckel zertrümmert.
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Der Täter geht immer nach dem gleichen Muster vor und nutzt einen Gullydeckel, um sich Zutritt zu verschaffen.

Stolberg. Im Stolberger Einzelhandel geht die Angst um. Wer wird der nächste sein, den der Gullydeckel-Täter heimsucht? Genau nach dem gleichen Muster wie am frühen Montag schlägt der noch unbekannte Täter am Mittwoch in der Früh erneut zu.

„Wiederum um 4.10 Uhr“, weiß Heiner Flink von Nachbarn. Nachdem zwei Tage zuvor die Türscheibe von „Hallo Pizza“ zertrümmert wurde, fliegt nun zwei Häuser weiter an der Rathausstraße der Gullydeckel in die gläserne Eingangstür des Sporthauses Flink. Bis tief ins Innere des Ladenlokals splittert das Glas. Erneut ist der angerichtete Sachschaden höher als die Beute: Einige Kartons mit Fußballschuhen und eine Handvoll Fußball-Trikots sind nach einer ersten Bilanz verschwunden. Zwei Nächte zuvor sind es ein paar Flaschen Limo aus dem Kühlschrank des Restaurants. Am Mittwoch beobachtet ein Zeuge noch beobachten, wie der Täter in Richtung Steinweg flüchtete. Eine Fahndung der Polizei bringt aber keinen Erfolg.

Als Wiederholungstäter kann man den Einbrecher auch anhand der Tatwaffe bezeichnen: Es ist der gleiche Gullydeckel aus dem Einmündungsbereich der Steinfeldstraße, mit dem die Glastür zertrümmert wird. Und ebenso wie bei „Hallo Pizza“ schmückt nun auch das Sporthaus Flink eine hölzerne Nottür.

Die unfreiwillig bestellten, individuellen hölzernen Designermodelle wecken schlimme Erinnerungen an den Spätherbst letzten Jahres. Innerhalb weniger Wochen steigen Einbrecher in rund zwei Dutzend Geschäftslokale in der Innenstadt ein. Ob Sanitätshaus, Bekleidungsgeschäft, Telekommunikationsladen, Juwelier, Parfümerie, Optiker, Lotto- und Tabakwaren, Apotheke oder gar Blumenladen: Kein Laden in Stolberg scheint vor den Tätern sicher zu sein. Die Beute ist meist banal, der Schaden aber um so größer.

Zum ersten Mal im November kann die Polizei zu der Einbruchsserie einen Erfolg verbuchen. Nachdem zwei Täter in die Aldi-Filiale in der Rathaus-Passage eingestiegen sind, verfolgen die Beamten zwei Tatverdächtige, denen als „Kippen-Gangster“ die Einbrüche zum Diebstahl von Zigaretten zur Last gelegt werden. Bei einem 20-jährigen klicken nach spektakulärer Verfolgung am „Stolberger Heck“ die Handschellen. Einen Tag später ist der Mann nach „ausgiebigen Vernehmungen“ wieder auf freiem Fuß. Dennoch ebben die Taten in Stolberg ab.  

In diesem Frühjahr wird im Café Urlichs mehrfach eingebrochen. Optik Stockhausen ist ebenso das Ziel wie die städtische Tourist-Info und ein Reinigungsgeschäft in Büsbach. Spektakulär ist vor drei Wochen der Einbruch in das Münsterbusche E-Center, wo sich die Täter durch das Betondach bohren, in den Laden abseilen und Zigaretten im großen Stil mitgehen lassen.

Für Heiner Flink indes ist klar, dass nur eins helfen kann: „Es muss auch nachts eine größere Polizeipräsenz her.“ Und angesichts einer um sich greifenden Kriminalität „sollten auch gerne einmal nach Mitternacht Personenkontrollen erfolgen“, fordert der Stolberger Geschäftsmann.

Hinweise zu verdächtigen Personen oder Beobachtungen nimmt derweil die Kriminalpolizei in Stolberg unter Telefon 9577-33301 oder -34210 entgegen.

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