Stolberg - In Stolberg beginnt das Jahr des Baggers

In Stolberg beginnt das Jahr des Baggers

Von: Sarah-Lena Gombert
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Das närrische Dreigestirn der Verwaltung aus Prinz Tim, Deftigkeit Bauer Robert und Lieblichkeit Jungfrau Tobias mit Prinz Holli I. (Schulz) bei der Schlüsselübergabe.
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Die Feuerwehr hatte viel zu tun, etwa bei der Menschenrettung an der Wehebacahtalsperre...
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... und dem Brand einer Autowerkstatt an der Steinbachstraße.
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Auf dem Kaiserplatz werden kranke Kastanien gefällt und jüngere gesunde Bäume umgepflanzt.

Stolberg. Jahrzehntelang wurde darüber geredet, was zu tun ist, damit es in Stolberg wieder aufwärts geht. Vor sieben Jahren lief eine Planungsphase an, die in mehreren Abschnitten der Innenstadt ein neues Gesicht mit mehr Aufenthaltsqualität verleihen soll. Nach den Vorbereitungen begann in diesem das „Jahr des Baggers“.

Als erste Projekte des Entwicklungskonzeptes begann die Umgestaltung von Frankental und Bastinsweiher sowie des Kaiserplatzes. Zudem wird am Hauptbahnhof ein Parkhaus gebaut. Im Frühjahr sollen die Arbeiten beendet sein, dann folgen die nächsten Schritte. Das Jahr 2016 hatte aus Stolberger Sicht aber noch mehr zu bieten. Ein Überblick der Monate Januar bis März - ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Dezember / 1.Januar: Willkommen, kleiner Henry Silas: Der Junge ist das erste von rund 1500 Kindern, die in diesem Jahr im Stolberger Krankenhaus zur Welt gekommen sind. Damit der Vorjahresrekord von 1335 bei Weitem geknackt.

3. Januar: In Stolberg häufen sich die Einbrüche: Gleich innerhalb weniger Tage zu Jahresbeginn verschaffen sich Langfinger unerlaubt Zutritt zu Gaststätten und Geschäftsgebäuden an verschiedenen Stellen der Stadt. Die Kriminalpolizei nimmt Ermittlungen auf, doch Hinweise auf die Täter fehlen.

5. Januar: Spektakulärer Einsatz der Stolberger Feuerwehr am Hauptbahnhof in der Atsch: Die Bremsanlage eines Regionalzugs der Deutschen Bahn hat Feuer gefangen. Der Lokführer fährt noch in den Bahnhof ein, um die 60 Fahrgäste aussteigen zu lassen. Dann kann die Feuerwehr ihre Löscharbeiten beginnen.

6. Januar: Freudige Gesichter in der Stolberger Stadtverwaltung: An der groß angelegten Umfrage zur Sozialplanung der Stadt beteiligen sich mehr als 1000 Bürgerinnen und Bürger. Damit hat das Projekt unter der Federführung des Inklusionsbeauftragten Lukas Franzen völlig unbeabsichtigt einen repräsentativen Status erreicht.

8. Januar: Die Stadt will das Thema Sozialer Wohnungsbau wieder stärker in den Fokus nehmen. Zwei Millionen Euro stehen bereit, um Mehrfamilienhäuser mit Belegungsrecht bauen zu lassen. Präferierte Standorte für die Projekte sind schon jetzt die Rotsch und die Duffenter Straße. Die Anwohner vor Ort sind davon nicht überzeugt.

10. Januar: Die ersten 133 Flüchtlinge sind am späten Abend in der Notunterkunft auf dem Gelände der Donnerberg-Kaserne angekommen. Schon jetzt ist klar: Viele der Menschen, die über das Mittelmeer oder die Balkan-Route bis nach Deutschland kommen, sind unbegleitete Minderjährige.

16. Januar: Eine Frau erobert sich eine Männerdomäne: Birgit I. (Hennecken) ist Stolbergs erste Burggräfin. Bei ihrer Proklamation kann sie die Kupferstädter Narren für sich begeistern. Auch in der Bütt macht sie als Rednerin eine gute Figur.

18. Januar: Vorboten der Krankenhaus-Kooperation zwischen Stolberg und Eschweiler? Das Bethlehem kündigt an, neue Kreißsäle zu bauen. Man wolle räumlich und personell erweitern, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, heißt es aus der Klinik.

19. Januar: Die Anzahl der Asylbewerber, die der Stadt Stolberg zugewiesen sind, ist mittlerweile auf 674 angestiegen. Der Wohnraum wird knapp, der Sozialdezernent spricht im Stadtrat von einer „sehr angespannten Situation“.

20. Januar: Es knirscht bei Prym: Das Stolberger Traditionsunternehmen will im Bereich „Fashion“ 57 Stellen in der Stadt streichen. Das ist mehr als ein Viertel der Belegschaft. Teile der Produktion werden nach Tschechien und Italien verlegt.

21. Januar: Dreister Diebstall in Zweifall: Der Rollstuhlfahrerin Corinna Münch aus dem Eifelort Zweifall wird die kleine Rampe an ihrer Haustüre gestohlen. Die Frau, die an einer Muskelerkrankung leidet, kann jetzt nicht mehr alleine das Haus verlassen. Doch die Region zeigt sich hilfsbereit: Viele Menschen aus Stolberg und der Umgebung wollen spenden, um Corinna Münch zu helfen. Schließlich einigen sich die Stadt und die Firma Gebrüder Kutsch aus Stolberg darauf, den Bordstein an der Straße abzusenken, um der jungen Frau so dauerhaft zu helfen.

22. Januar: Ein weiteres Puzzlestück im breiten Angebot für Senioren in Stolberg gewinnt an Konturen: Das AWO Seniorenzentrum Süssendell bei Mausbach ist zwar noch nicht eröffnet, zeigt Interessierten aber schon mal die Anlage. Hunderte Neugierige schauen sich den Altersruhesitz im Wald an.

26. Januar: Großeinsatz an der Wehebachtalsperre in Schevenhütte. Ein Mann stürzt acht Meter in die Tiefe, landet im Überlaufbecken und verletzt sich scher. Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Aachen, Düren und Stolberg retten den Mann. Die Suche nach einer ominösen zweiten Person, die vor Ort gewesen sein soll, endet ergebnislos.

2. Februar: Stolberger legen gerne den Finger in die Wunde. Das tun sie auch bei der ersten Expertenkonferenz zu sozialen Brennpunkten in der Stadt. 140 Bürger diskutieren mit der Verwaltung über Probleme in Kitas, Schulen, beim Nahverkehr und bei der Nahversorgung.

4. Februar: Prinz Tim, Lieblichkeit Jungfrau Tobias und Deftigkeit Bauer Robert liefern bei der Schlüsselübergabe an den Stolberger Prinzen Holli I. (Schulz) eine Show, die sich sehen lassen kann. Die Stadtspitze tanzt sich in die Herzen der Stolberger Jecken.

16. Februar: Lange wurde diskutiert, schließlich auch gehandelt: Die Umgestaltung des Stolberger Kaiserplatzes beginnt. An einem Dienstag im Februar werden elf Kastanien und zwei Linden auf Stolbergs zentralem Platz gefällt. Weitere fünf Bäume werden umgesiedelt. Durch diese Arbeiten soll der großangelegte Umbau inklusive Gastronomiebetrieb „Kupferpavillon“ vorbereitet werden.

17. Februar: Schlechte Nachrichten für die Beschäftigten der ESW-Röhrenwerke: Das Unternehmen gibt einen geplanten Personalabbau bekannt. 63 Mitarbeiter verlieren ihre Anstellung.

24. Februar: Zurück in die Zukunft? Die Stadtverwaltung testet unter Federführung des Klimaschutzmanagers Georg Trocha mehrere Wochen lang ein E-Mobil. In den regulären Fuhrpark aufgenommen werden die Elektrofahrzeuge indes noch nicht. Auch Wagen, die die Stadt später für das Ordnungsamt anschaffen wird, fahren mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren.

27. Februar: Kommandeurswechsel an der Donnerberg-Kaserne: Die Oberstleutnant Frank Klaumann nimmt Abschied von Stolberg. Sein Nachfolger wird Holger Müller, seines Zeichens ebenfalls Oberstleutnant.

3. März: Prym muss wieder an den Verhandlungstisch: Die IG Metall hat die Tarifverträge mit Prym fristgerecht gekündigt, um erneut einen Anlauf zu starten, damit die Arbeiter bessere Verträge bekommen. Auch an den geplanten Stellenstreichungen im Bereich „Fashion“ ist die Industriegewerkschaft guter Dinge, dass noch etwas getan werden kann.

4. März: Die Stadtverwaltung schenkt den Stolberger Eltern derzeit erhöhte Aufmerksamkeit: Es findet eine Elternbefragung statt, um herauszufinden, was sich die Bürger für die Schulentwicklung wünschen. Eines steht zu diesem Zeitpunkt bereits fest: In die Grundschule Hermannstraße müsste nach dem Willen der Eltern kräftig investiert werden.

5. März: Dramatische Szenen in der Atsch. Eine Autowerkstatt brennt an einem Samstagabend völlig aus. Die gesamte Stolberger Wehr ist bei dem Großbrand an der Steinbachstraße im Einsatz. Damit nicht genug: Eine Stunde, nachdem der Einsatz auf der Atsch begann, folgte in Notruf aus Schevenhütte. Hier war eine Propangasflasche in Brand geraten. Die Flammen hatten auf einen Wohncontainer übergegriffen.

10. März: Die Operation an der offenen Hauptschlagader der Stadt beginnt: Die Rathausstraße wird im Zuge des Projekts „Talachse Innenstadt“ zur Großbaustelle. Das Thema wird die Stolberger im Laufe des Jahres noch häufig beschäftigen.

11. März: Das Wasserschutzgebiet Nachtigällchen und Mariaschacht beginnt, den Stolbergern Kopfschmerzen zu bereiten. Die Bezirksregierung will die Richtlinien für den Wasserschutz vor Ort verschärfen. Das ist nicht nötig und macht die Sache für alle Beteiligten unnötig kompliziert, findet die Stadt. Eine monatelange Debatte beginnt.

15. März: Weniger Einbrüche als im Vorjahr, dafür gleichbleibend viele schwere Körperverletzungen auf der Straße. Das ist die Quintessenz der Kriminalitätsstatistik 2015, die die Polizei im März vorstellt.

16. März: Müssen wirklich so viele Autos durch Burg- und Vogelsangstraße fahren? Nein, sagen CDU und SPD in der großen Koalition des Stadtrats. Sie wollen eine Kamera samt Kennzeichenkontrolle nach Monschauer Vorbild installieren, um den Verkehr in der Altstadt ein wenig einzudämmen.

18. März: Herzlichen Glückwunsch zum Geburstag: Die Stolberger CDU feiert ihr 70-jähriges Bestehen mit einem Festakt auf der Stolberger Burg. Der Stolberger Vorsitzende, Jochen Emonds, sieht die Christdemokraten in der Kupferstadt gut aufgestellt.

22. März: Jodtabletten, die im Falle einer Freisetzung von radioaktivem Jod bei einem Störfall eines Atomkraftwerks eingenommen werden sollen, werden nicht vorab an die Bevölkerung verteilt. Das beschließt das Landesinnenministerium. Die Diskussion im den Pannenreaktor im belgischen Tihange wird derweil immer lauter, vor allem in der Städteregion.

27. März: Unerwünschte Osterdekoration für die Bewohner der Stolberger Altstadt. Die gelben Säcke sind nicht abgeholt worden und verschandeln während der Feiertage das Straßenbild. Des Rätsels Lösung: ein Fahrzeug von Schönmackers

30. März: Teuer baut es sich in Breinig: Der Gutachterausschuss der Städteregion hat die Bodenrichtwerte vorgestellt. In Stolberg ist demnach das Bauland in Breinig (310 Euro pro Quadratmeter) besonders teuer, günstig hingegen im Örtchen Schevenhütte (120 Euro pro Quadratmeter). Auf der Liester baut man nach Auskunft der Städteregion für etwa 190 Euro pro Quadratmeter.

31. März: Mit dem Projekt „Talachse Innenstadt“ geht es voran. Vom Bastinsweiher ist in seiner alten Form nicht mehr viel zu sehen. Der Kiosk ist verschwunden, die alten Betoneinfassungen sind abgebrochen. Die Stadt Stolberg befindet sich mitten in einer gigantischen Umbauphase.

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