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„In Memoriam“: Sonderausstellung für einen großen Stolberger Künstler

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Menschen, aber auch Landschaften und Stadtansichten verlieh Stollenwerk seinen individuellen künstlerischen Ausdruck.

Stolberg. „In Memoriam“ – in Gedenken an einen großen Stolberger: Die Kunstausstellung in der „Villa“ am Museum Zinkhütter Hof widmet sich diesmal dem künstlerischen Schaffen von Bert Stollenwerk. Stollenwerk war ein leidenschaftlicher Maler. Malen war sein Leben, Malen war sein Halt und seine Zuflucht.

Zurückgezogen arbeitete er in seinem idyllisch gelegenen Atelier in der Finkenberggasse nahe der Stolberger Burg. Selbst im hohen Alter war er dort von morgens früh bis in den Abend mit seinen Bildern beschäftigt.

Bert Stollenwerk wurde am 23. Februar 1912 in Stolberg geboren. Bereits im Alter von 15 Jahren besuchte er die Kunstgewerbeschule in Aachen. Mit seinen hervorragenden Leistungen qualifizierte er sich schließlich zum Meisterschüler von Professor Karl Jordan, einem typischen Vertreter der Münchener Historienmalerei.

Nach erfolgreichem Abschluss der Schule begann seine Karriere vielversprechend: Als freischaffender Maler und Grafiker machte er sich 1932 in seiner Heimatstadt Stolberg selbstständig. Schon als junger Künstler konnte er zahlreiche Erfolge verbuchen und sich im Raum Aachen einen Namen machen. Sein erstes Atelier errichtete er im Dachgeschoss der Stolberger Burg. Leider wurde der größte Teil seiner Werke durch den Krieg zerstört, und sein Atelier in der Burg fiel den Flammen zum Opfer.

Nach dem Krieg machte sich Bert Stollenwerk direkt wieder selbstständig und arbeitete unter anderem als Wandmaler und Zeichner bei der belgischen Armee. Besonders wohl fühlte er sich in der Zeit nach 1956, in der er 14 Jahre lang an verschiedenen Schulen als Kunsterzieher tätig war. Nach dem Tod seiner geliebten Frau Thea zog er sich 1974 in sein Atelier auf dem Finkenberg zurück. Dort lebte er bescheiden – seine Lehrtätigkeit gab er 1976 auf – und arbeitete weiterhin als freier Maler und Restaurator in aller Stille.

Das Schwergewicht seiner Arbeit lag in der Porträtmalerei, die ihn auch nachhaltig bekannt machte. Seine Vorliebe galt der Darstellung charakteristischer Köpfe. Die Menschen mit ihren Wesensmerkmalen waren es, die ihn interessierten. Eine repräsentative Auswahl wird nun in der Ausstellung „in Memoriam“ zu sehen sein. Aber auch Landschaften und Stadtansichten malte er gerne, und es gelang ihm eindrucksvoll, dem Charakter einer Landschaft oder dem Erscheinungsbild eines Straßenzuges seinen individuellen Ausdruck zu verleihen.

Bert Stollenwerk machte keinen Wertunterschied zwischen Zeichnen und Malen. In seinen Zeichnungen suchte er nach dem Wesentlichen, perfekt beherrschte er die Technik des Weglassens. Dies drückt sich auch in seinen gegenstandslosen Bildern aus. Einige davon werden in dieser Gedächtnisausstellung präsentiert und beweisen die künstlerische Kraft dieses vielseitigen Malers.

Zu Lebzeiten zeigte Bert Stollenwerk seine Werke in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland und im benachbarten Ausland. Bert Stollenwerk starb am 9. Juni 1997 85-jährig in seiner Heimatstadt.

Seine Töchter Ursula Samens und Gabriele Harmens gehören zu den Präsentatoren dieser Gedächtnisausstellung. Sein Schwiegersohn Lars Harmens kuratiert die Bildauswahl und hält die Einführung zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, 9. Februar, 12 Uhr.

Schirmherr der Ausstellung ist Ferdi Gatzweiler, Bürgermeister der Stadt Stolberg.

Am Sonntag, 16. Februar, findet um 12 Uhr ein Zeitzeugengespräch statt. An diesem Tag und bei der Vernissage ist der Eintritt frei. Die Ausstellung kann bis Sonntag, 8. Juni, immer sonntags zwischen 14 und 17 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt kostet 2 Euro zum Erhalt des Museums Zinkhütter Hof.

Zahlende Besucher des Museums Zinkhütter Hof erhalten freien Eintritt. In der Ausstellung sind auch einige (gekennzeichnete) Bilder käuflich zu erwerben – wovon ein Beitrag an die Gesellschaft zur Förderung des Museums für Industrie-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Region Aachen in Stolberg, Zinkhütter Hof, geht.

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