„In-Memoriam“: Ausstellung eröffnet im Zinkhütter Hof

Von: Dirk Müller
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Kurator Hartmut Kleis (links) und Karl-Heinz Oedekoven haben die „In-Meroriam“-Ausstellung mit Werken von Kurt Pilz organisiert. Foto: D. Müller

Stolberg. In seinen Werken verschmelzen Raum und Zeit, die physische Existenz und metaphysische Ebenen. Der Künstler „Ananda“ Kurt Pilz selbst nannte seinen Stil „Visionäre Malerei“, und obwohl das Stolberger Multitalent nur 49 Jahre alt wurde, hinterlässt es eine Fülle von Bilden. Mehr als 40 seiner Werke sind am kommenden Sonntag in der von Christa und Karl-Heinz Oedekoven ins Leben gerufenen Ausstellungsreihe „In Memoriam“ zu sehen.

Die Schau zeigt großformatige Werke ebenso wie kleinformatige Kunstkarten, Ölgemälde wie Mischtechniken und Kalligraphien. Die Bilder mit intensiver Farbgebung und faszinierender Formsprache öffnen das Bewusstsein des Betrachters. „Pille“, wie er von seinen Freunden genannt wurde, arbeitete mit Transparenzen, verwendete das Licht wie eine zusätzliche Farbe, verstand es, innere und äußere Landschaften in einem Bild zu vereinen.

1955 in Büsbach geboren, begann Pilz 1971 eine Lehre als Schaufenstergestalter in der damaligen Kaufhalle im Steinweg. 1976 ging er an die Fachoberschule für Gestaltung in Aachen, nahm anschließend 1979 an der Fachhochschule Köln das Studium der freien Malerei auf. Kurt Pilz‘ Lust am Malen und an seinen anderen Leidenschaften war größer als die Lust am Studium, so dass Professor Karl Marx ihm erst 1989 das Diplom aushändigte.

Pilz gab sich in den späten 1980er Jahren den spirituellen Namen „Ananda“, malte Bilder, veröffentlichte Poster, schuf CD-Cover, brachte als Autor Bücher heraus. Experimentelle und spirituelle Musik war ebenso eine seiner Leidenschaften wie die Astrologie und die Dichtung.

Und Musik, Astrologie und Literatur finden sich auch in seinen Bildern wieder, die jetzt in der ehemaligen Direktionsvilla des Museums Zinkhütter Hof gezeigt werden. Die Eröffnung der sehenswerten Ausstellung findet am Sonntag, 26. März, um 12 Uhr in würdigem Rahmen statt.

Der Lyriker Manfred Bohn wird eine literarische Betrachtung dreier Pilz-Werke vortragen, Sascha Schwarzbart übernimmt die Klavierbegleitung. Während der Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke in die Ausstellung einführt, kommt dem Kurator der Schau eine besondere Aufgabe zu: Hartmut Kleis beleuchtet den Lebensweg des Stolberger Künstlers.

Im März 1982 stellte Kurt Pilz seine Werke erstmals in den Schaufenstern der Rosental-Apotheke von Kleis aus, mindestens 15 weitere Ausstellung sollten dort folgen. Jetzt fungiert Kleis als Kurator der „In-Memoriam“-.Ausstellung – und als Chronist. „Ich habe rund ein Dutzend Zeitzeugen befragt und ein halbes Jahr an dem Lebenslauf von Kurt Pilz gearbeitet“, beschreibt Kleis und fügt hinzu: „Korrekturen können bei der Vernissage am Sonntag gerne noch erfolgen.“

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