In kurzer Zeit viel bewegt am „Ritzefeld“: Schulleiter geht in Ruhestand

Von: Kristina Toussaint
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Der bisherige Leiter des „Ritze“, Ulrich Boddenberg, mit Abschiedsgeschenk und den Schülersprechern Isabel Lothmann und Leon Grot. Foto: K. Toussaint

Stolberg. Eine kurze, aber prägende Ära geht am Ritzefeld Gymnasium zu Ende: Schulleiter Ulrich Boddenberg verlässt das Stolberger Gymnasium bereits nach einem knappen Jahr wieder. Dass er nur vorübergehend bleiben würde, war von vorneherein klar.

Der Abschied fiel Schülern, Lehrern und Boddenberg selbst beim Festakt am Dienstag dennoch schwer. Händeringend hatte man im Sommer 2016 nach einem geeigneten Kopf für das Rektorat gesucht. Erst beim Abschied von Vorgänger Armin Ochse hatte Bürgermeister Tim Grüttemeier öffentlich gemacht, dass man den Wunschkandidaten gefunden hatte.

Einstellung kurz vor Ruhestand

Für viele eine überraschende Entscheidung, hatte Boddenberg doch nur noch ein Jahr bis zum Ruhestand zu arbeiten. „Dass er aber nicht die Absicht hatte, sich zur Ruhe zu setzen, machte er vom ersten Tag an klar“, so die stellvertretende Schulleiterin, Gabi Knoth. „Er hat von Anfang an ‚genervt‘ – und das im besten Sinne.“ Boddenberg zeige stets Präsenz, stelle die richtigen Fragen und habe letztlich in dem knappen Jahr sehr viel bewegt. Der ehemalige Leiter der Deutschen Schule in Nairobi hatte sich auch viel vorgenommen: eine Schule mit einem eindeutigen Profil, die Präsenz in der Stadt zeigt und die internationalen Förderklassen optimal betreut – damit wollte er seinem Nachfolger den Weg ebnen.

Trotz des im Laufe des Schuljahres festgelegten MINT-Schwerpunktes legte Boddenberg auch großen Wert auf außerschulisches Lernen und die Förderung der Kultur: Neben der Pflege neuer euregionaler Kontakte und der Beteiligung der Schule an Kunstausstellungen musizierte der Rektor selbst beim schuleigenen Festival „Rock am Ritze“ mit.

Enge Kontakte zu den Grundschulen der Stadt sichern die künftige Schülerschaft, und ein guter Draht zur Schulverwaltung hat zu vielen internen Verbesserungen geführt: so gibt es einen neuen Lerncoach, und für die Schulsozialarbeiterin stehen inzwischen mehr Stunden zur Verfügung. Außerdem erhalten die Lehrer der internationalen Förderklassen ein spezielles Coaching. Profitieren konnte Boddenberg hier von Erfahrungen in ganz Nordrhein-Westfalen: vor dem vierjährigen Einsatz in Nairobi hatte er unter anderem in Leverkusen, Duisburg und Köln gearbeitet.

„Sie haben ein beeindruckendes Engagement gezeigt, das nicht selbstverständlich ist“, befand Schülersprecherin Isabel Lothmann. Seine Erfahrungen mit einer sehr heterogenen Schülerschaft in Kenia erleichterten Boddenberg den Umgang mit den Internationalen Förderklassen der Schule, in denen er zu Beginn des Schuljahres auch selbst Deutschunterricht gab.

Lehrer aus Berufung

Lehrer zu sein, sei für Boddenberg nicht nur Beruf, sondern Berufung, so Bürgermeister Tim Grüttemeier. „Von dieser Berufung lässt er sich aber trotz allen Engagements nicht vom Leben abhalten – sie ist vielmehr wichtiger Teil seines Lebens.“

Auch das Lachen vergisst Boddenberg nicht über die Arbeit: „Ein Mensch mit rheinischem Humor, der auch im Kritischen oder sogar Tragischen das Komische erkennt“, attestierte Dezernent Dr. Manfred Plum, der mit Boddenberg bis zum Abitur die Schulbank gedrückt hat.

Humor steckte auch im musikalischen Teil des Festaktes: Nicht nur Boddenberg selbst zog à capella Bilanz („Ein Jahr ist schnell vorüber“), auch der Lehrerrat rappte eine Hymne auf die wohlverdiente „Rente“, während die Big Band „Crack Field Stompers“ einen kraftvollen instrumentalen Abschiedsgruß spielte. Die zu füllenden Fußstapfen für Nachfolger Dr. Uwe Bettscheider, zur Zeit noch Schulleiter in Brunssum, sind zwar groß, aber der Weg für einen guten Einstieg ist geebnet.

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