In der Steinfurt wird die Zukunft gestaltet

Von: Jan Schlegelmilch
Letzte Aktualisierung:
Ulrich Aderhold (r.) macht TrÀ
Ulrich Aderhold (r.) macht Träume wahr: Renate Krickel (2.v.r.) und Bürgermeister Ferdi Gatzweiler (l.) freuen sich über die Spende zum Ausbau des Hofes der Grundschule Hermannstraße. Foto : Jan Schlegelmilch Foto: Jan Schlegelmilch

Stolberg. Als Ulrich Aderhold das Mikrofon auf der Bühne in die Hand nahm, schwelgte er für einen kurzen Moment in der Vergangenheit. Stolz auf die Entwicklungen in den letzten 50 Jahren könne man sein, stolz auf die vielen Mitarbeiter, die an diesem Tag den runden Geburtstag der CAE Elektronik GmbH bei einem Sommerfest in der Steinfurt gemeinsam feierten.

Allzu lange hielt sich Aderhold aber nicht in vergangenen Zeiten auf - der Geschäftsführer blickt vielmehr in die Zukunft, die für das Stolberger Unternehmen einige Herausforderungen bereit hält.

Bundeswehr und Nato als Kunden

Es geht um die Zukunft der Simulationstechnologie, die heute noch eine viel größere Rolle spielt, als 1961 - dem Jahr, in dem CAE Elektronik als deutsche Tochtergesellschaft des kanadischen Unternehmens CAE gegründet wurde. CAE entwickelt und baut Flugsimulatoren sowohl für die zivile Luftfahrt als auch für Verteidigungskräfte in der ganzen Welt, das Unternehmen in Stolberg entwickelt dabei vor allem Simulatoren für die Bundeswehr und andere NATO-Länder. Doch auch in Russland, der Türkei oder Südafrika profitieren Kunden von dem Know-How der Stolberg Simulations-Spezialisten. „Wir sind hier in der Region international aufgestellt, haben Kunden weltweit, auch im osteuropäischen Raum. Da müssen wir aber auch noch sehr viel aufbauen”, weiß Ulrich Aderhold, dass die Simulationstechnologie immer mehr gefragt ist. „Das ist ein Zukunftsthema, die Konkurrenz auf dem Markt nimmt auch zu.”

Zukunftsthemen gibt es für den Geschäftsführer und die Mitarbeiter der CAE genug, schließlich ist der Flugsimulator vor 50 Jahren nicht mit dem von heute, und der von heute nicht mit dem der Zukunft zu vergleichen. „In den Siebzigern haben wir beispielsweise auch ein Cockpit nachgebaut, aber die Innenansicht war noch sehr generisch. Wenn Sie da über eine Wiese geflogen sind, war einfach alles grün”, erklärt Aderhold und schmunzelt. „Die dreidimensionale Darstellung war anfangs viel zu kompliziert.” Doch dreidimensionale Darstellungen - etwa so, wie man sie heute schon aus den neuesten Filmen im Kino kennt - werden sicherlich der nächste Schritt der Entwicklung sein, so Aderhold. „Man kann noch viel an der Darstellung ändern, sie detailreicher machen”, nennt Aderhold ein weiters Beispiel. Auch lassen sich in Zukunft komplexe Gefechte im Flugsimulator noch besser simulieren - die rasante Entwicklung der Computertechnik machts möglich.

Komplexe Simulationen: Kein Problem

Und nicht nur das: Dank Computern ist heute nicht nur ein einfaches Flugtraining wie in den Anfangszeiten der Simulationstechnologie möglich, sondern auch komplexe Missionstrainingseinheiten, die die Piloten in mögliche reale Szenarien versetzen. Der Ernstfall wird sozusagen im Simulator geprobt. Wer zum Beispiel als Pilot in Afghanistan eingesetzt wird, kann sich vorher mit dem gebirgigen Hindukusch in einem Trainingseinsatz im Simulator vertraut machen.

Auch ganze Gefechtsfelder kann die CAE mittlerweile mit Hilfe des Computers nachbilden. Das ist vor allem hilfreich, wenn es um die Ausblidung und Schulung von Kommandeuren geht, die dann die Folgen ihrer Entscheidungen in der Simulation verfolgen und später analysieren können. „Wir können angehenden Kommandeuren eine Situation vorgeben, und ihre Befehle werden in Abhängigkeit von Faktoren wie dem Wetter oder dem Einfluss von Feinden simuliert”, erläutert Ulrich Aderhold das erfolgreiche Gefechtssimulationssystem GESI, das schon seit mehreren Jahren von der Bundeswehr und anderen europäsichen Streitkräften eingesetzt wird - und das alles „made in Stolberg”.

Eine der neusten Entwicklungen aus der Kupferstadt ist ein Simulationsystem, das eine Simulation wie GESI vom militärischen auf den zivilen Bereich überträgt. Das System ist bereits bei der Akademie für Krisenmanagment, Notfallplanung und Zivilschutz, einer Ausbildungsstelle des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe im Einsatz. Dabei können Krisenstäbe ihr Vorgehen in Notfällen planen, üben und sich auf den Ernstfall vorbereiten. „Wir haben noch einige Sachen in der Entwicklung, aber da geht es mehr um Weiterentwicklung”, macht Aderhold deutlich, dass bei CAE die Zukunft bereits begonnen hat. „Man kann mittlerweile Flugsimulatoren zusammenschalten und in Karten integrieren, außerdem gibt es starke Impulse aus dem Bereich der Gaming-Software”, nennt Aderhold weitere Beispiele. „Es ist sozusagen eine Kombination der ganzen Welten möglich.”

Eine neue Welt entsteht dank der Hilfe der CAE in Kürze auch auf dem Schulhof der Grundschule Hermannstraße. Zum Geburtstag überreichte Ulrich Aderhold Schulleiterin Renate Krickel eine Spende in Höhe von 5000 Euro. Das Geld soll in ein Fußballfeld, einen Friedensgarten und Spielgeräte auf dem Schulhof fließen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert