In der Altstadt gibts doppelten Weiberalarm

Von: Dirk Müller
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Monika Blankenberg (links) und
Monika Blankenberg (links) und Rena Schwarz präsentierten in Stolberg ihr erstes gemeinsames Kabarettprogramm. Foto: D. Müller

Stolberg. Diese „Weiber” sind in der Kupferstadt nicht unbekannt: Die Kabarettistinnen Monika Blankenberg und Rena Schwarz brachten in ihren Gastspielen am „Alter Markt” die Stolberger bereits mit ihren Soloprogrammen zum Lachen.

Ihr erstes gemeinsames Programm „Weiberalarm” präsentierten sie am Sonntagabend in der Gaststätte „The Savoy”, und der Ruf, der den einzelnen „Weibern” vorausgeeilt war, bescherte dem Doppelpack eine ausverkaufte Veranstaltung.

Im Zuge der Gleichberechtigung suchten Blankenberg und Schwarz nach Männern aus dem amüsierten Publikum, die sich in Frauenberufen verdingen. Gefunden haben sie solche allerdings nicht - zumindest waren keine Arzthelfer, „Hebammer”, Handarbeitslehrer und männliche Meerjungfrauen anwesend. Damit korrespondierend intonierten die Kabarettistinnen das Lied von der Kranführerin, der leider ein wesentliches männliches Attribut zum beruflichen Erfolg fehlte.

Blankenberg erwies sich als Stütze für Schwarz, tröstete diese, da sie gerade von ihrem Mann verlassen worden war. „Frau Schwarz, suchen Sie sich einen Mann, der etwas weniger schön ist, einen mit inneren Werten - den können Sie sich dann wenden lassen”, empfahl Blankenberg. Angesichts des beinah nicht vorhandenen Sommers in diesem Jahr kam der Vorschlag beim Publikum gut an, eine „Schönwetter-Partei” zu gründen, der Schwarz bei der nächsten Bundestagswahl größere Chancen zuschrieb als dem „Forum der Praktikanten” (FDP).

Blankenberg glänzte mit großem Allgemein- und Fachwissen, und das obwohl sie „noch nicht einmal das kleine Latrinum” habe. Dennoch stand auch sie manchen Fragen ratlos gegenüber, konnte sich zum Beispiel die große Anzahl der in Köln herumfahrenden Geländewagen nicht erklären: „Wir haben ja viel in Köln, nur halt kein Gelände!”

Es folgte eine Szene, die sich dem Verhalten von Männern auf dem Beifahrersitz eines von Frauenhand gesteuerten Autos widmete und natürlich unweigerlich in der Aussage „Dein Auto bedeutet Dir viel mehr als ich” gipfelte. Ebenfalls unterhaltsam war die gespielte Beratung bei einer schwäbischen Agentur für Arbeit: Schwarz wollte sich mit einem „Schwingerclub” selbstständig machen; ein Praktikum bei ihrer Freundin „Chantall” hatte sie immerhin schon absolviert.

In einer Gesangs- und Tanzeinlage brachten Blankenberg und Schwarz das auf den Punkt, was gleichsam als Quintessenz des vergnüglichen Abends in Stolberg gelten konnte: „Mädels, Frauen, Weiber sind nicht nur zur Dekoration.”
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