Stolberg-Breinig - In Breinig passt alles perfekt zusammen

In Breinig passt alles perfekt zusammen

Von: Luisa Houben
Letzte Aktualisierung:
Poesie pur in der „Stillen Li
Poesie pur in der „Stillen Liebe” mit Dietmar Sous vom Breiniger Berg: Der Schriftsteller las aus seinem aktuellen Roman „Sweet about me” und erinnert mit „Himmel der Liebe” an alte Breiniger Zeiten.

Stolberg-Breinig. Innenhöfe, Bauzäune, Vorgärten, Garagenwände, Schaufenster oder Gartentore - alles Orte einer Kunstausstellung. Ein Ort der Kunst, Künstler und Kunstinteressierten. Diese trifft man wortwörtlich auf der Straße. Breinig trifft sich und kommt ins Gespräch.

Auf einem Spaziergang durch Alt Breinig machen Schilder auf die 28 Stationen von „Kunst und Breinig” aufmerksam. Die 13. Station ist das Haus Nummer 75 - 73. Farbenfrohe Werke, gestaltet mit Buchstaben und Kreisen von Wolfgang Becker hängen an der Fassade des Bruchsteinhauses. Die Reihe seiner Werke heißt sehr passend „Sehtest und Zauberspruch”.

Manche Stopps sind eher speziell wie die Nummer sieben. Hier schmückten Werke des Ungarn László Fe Lugossy einen Bauzaun und irritieren die Vorbeigehenden. Fragen nach dem Sinn oder der Absicht des Künstlers bleiben unbeantwortet, und jeder darf sich seinen Teil dazu denken.

In einem Innenhof stehen Skulpturen des Ehepaares Elke und Günter Winterscheid. Die Sonne setzt ihre Werke aus Holz und Stein besonders in Szene. Hier trifft man auch den Künstler selber. Günter Winterscheid führt die Besucher herum, erzählt Geschichten über die Entstehung, erläutert die Titel und berichtet über seine, aber auch die Arbeit seiner Frau. „Kunst draußen bei den Menschen zu haben ist etwas Besonderes, man führt interessante Gespräche und es macht viel Freude.”

Die bildende Kunst wird in Breinig von Musik begleitet. Die Klänge des belgischen Drehorgel-Orchesters „Romantiqueduo” schallen durch Alt Breinig und verleihen dem historischen Ensemble Atmosphäre des Künstlerortes. Weiter die Straße hinunter rücken die Drehorgeln an der Kirche in den Hintergrund und die Werkstatt Hennecken lockt mit Jazzmusik.

Andrea Katzenburg am Keyboard singt, Rüdiger Willkomm spielt Cajon und Marvin Wiertz den E-Bass. Die Combo „SundayJazz” aus Langerwehe ist zum ersten Mal in Stolberg. An diesem Tag nur in kleiner Bestzung untermalt die sonst fünfköpfige Band das künstlerische Treiben. Sie bieten gute Unterhaltung mit Jazz, Swing und Balladen.

„Die Herzlichkeit spüren”

„Die Menschen spüren die Herzlichkeit und es muss nicht perfekt sein - denn eigentlich passt alles”, sagt Mitorganisator und Künstler Andrè Hennecken.

Ein Punkt des Rahmenprogramms war freitags das Künstlertreffen, bei dem Dietmar Sous eine Lesung hielt. „Eigentlich bin ich hier bei „Kunst und Breinig” der falsche Mann am falschen Ort - ich bin kein Künstler und dazu vom Breinigerberg”, sagt Dietmar Sous, nachdem er von seinem langjährigen Freund Win Braun in der „Stillen Liebe” begrüßt wurde. Schon allein der Name der Kneipe sei „Poesie pur” sagt der Autor und ist gerührt, dass sich so viele Zuhörer ihren Abend mit seinem Buch „Sweet about me” versüßen lassen wollen.

Zweieinhalb Jahre schrieb der Stolberger an seinem Werk, das wie er sagt, ein kleines bisschen wie ein Thriller aufgebaut sei. Zuvor sammelte Sous viele Ideen und wurde letztendlich durch zufällige Begegnungen mit Freunden inspiriert. So treffen ein von Schmetterlingen begeistertes Kind und der unabsichtliche Einwurf eines Honorarchecks in den Briefkasten im ersten Kapitel aufeinander. Mit dieser gelungene Kombination gelingt es dem Autor seine gespannten Zuhörer sehr zu amüsieren. Seine halbstündige Lesung widmet Dietmar Sous seinem Freund: „Für Win, der die Seele der Aktion ist.”

Als Zugabe bringt der Autor den Text „Mit der Kirche ums Dorf” aus seinem Werk „Himmel der Liebe” zum Besten. „Bei der Entstehung hatte ich endlich das Gefühl in einer Band zu spielen. Win malte das Cover und andere Mitglieder der Vennakademie beteiligten sich an der Gestaltung.”

Das passt, denn diese Literatur beschäftigt sich mit den Jugenderinnerungen der Breiniger Freunde. Das Publikum ist sichtlich begeistert und zeigt seine Anerkennung mit Beifall.

Kunst und Breinig haben sich an diesem Wochenende in jedem Fall getroffen und unterhalten.
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