Stolberg - In 50 Jahren hat sich der Steinweg in Stolberg sehr verändert

In 50 Jahren hat sich der Steinweg in Stolberg sehr verändert

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
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Der obere Steinweg im Jahr 1956: Blickfang dieses Bildes sind die Bauarbeiten zur Verlegung eines Straßenbahngleises. Fotos/Repro: Stadtarchiv Stolberg; T. Dörflinger
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Die Anzahl der Geschäfte hat sich inzwischen deutlich verringert. Fotos/Repro: Stadtarchiv Stolberg; T. Dörflinger

Stolberg. Die Bilder zeigen zwar den gleichen Winkel, aber können doch so unterschiedliche Geschichten erzählen. Denn im Laufe der vergangenen Jahre hat sich im Stadtbild eine ganze Menge getan – so auch im Steinweg.

Im oberen Bereich verstellt in der Bildmitte die vorspringende „Krone“ den Blick auf das dahinter liegende Gebäude. Das nur teilweise abgebildete Gebäude ist das Haus Steinweg Nummer 6, das zur damaligen Zeit das Kino „Burgtheater“ beherbergte. Die Krone nutze man seit der Einstellung der dortigen Tuchindustrie im 19. Jahrhundert als Wohnanlage und Gaststätte.

An der Seitenfront der Krone sieht man eine großflächig gemalte Werbung. Die Malerei ist eine Werbebotschaft der Ketschenburg-Brauerei, die bis Mitte der 1980er Jahre am oberhalb gelegenen Willy-Brandt-Platz ansässig war.

Baustil des Historismus

Die Häuserfronten auf der rechten wie auf der linken Seite werden vom Baustil des Historismus dominiert. Neben Balkonen und Erkern sind auf beiden Seiten Schaufensterflächen und Werbeschilder zu sehen. So befand sich auf der rechten Seite – das im unteren Drittel liegende Haus wird von einem Balkon beherrscht – das Zigarrengeschäft Fritz Winkel und die Bäckerei Stefan van Wersch. Im früheren Zigarrengeschäft Winkel ist seit den späten 1960er Jahren die Goldschmiede Nolte ansässig.

Das daran anschließende Gebäude ist die ehemalige Villa Brückmann, die 1884 der Architekt Carl Peltzer für seinen Vater, den im Zinkgewerbe tätigen Fabrikanten Felix Peltzer, erbaut hatte. Gefolgt wird die Brückmann-Villa von einem Geschäft der Einzelhandelskette „Kaiser‘s Kaffee“: Unverkennbar über dem Erdgeschoss ist das Werbeschild mit der typischen Kaffeekanne zu sehen.

Bevor die Krone ins Bild kommt, wird die rechte Schaufensterfront von der Drogerie und dem Fotogeschäft Hilgers abgeschlossen. Auf der linken Seite schiebt sich im unteren Bereich das Geschäft Burggraef ins Bild, das zur damaligen Zeit dem Verkauf von Kinderwagen, Korbwaren und Spielzeug diente.

Kolbenfüller der 1950er Jahre

Danach folgt im übernächsten Haus die Buchhandlung und das Schreibwarengeschäft Hermann Witte: Zu erkennen an dem Werbeschild, das einen Kolbenfüller der 1950er Jahre zeigt. Im zweiten Haus oberhalb folgt ein Fischgeschäft der Kette „Nordsee“: dort war bis vor kurzem die Gaststätte „Zum Berliner“ ansässig. Bevor die im 19. Jahrhundert entstandene Gaststätte „Postwagen“ ins Bild kommt, ist davor das Überdach des damaligen Friseurgeschäftes Offermann zu sehen.

Besonders junge Frauen schätzten das handwerkliche Geschick von Josef Offermann. Seine Spezialität waren nämlich Dauerwellen. 50 Jahre später hat sich die Situation in diesem Bereich wesentlich verändert. Die Krone machte Mitte der 1970er Jahre einem Neubau Platz, der zurückgezogen angelegt, jetzt den Blick freigibt auf das Gebäude, das einst das Kino „Burgtheater“ beherbergte.

Dem veränderten Konsum- und Kaufverhalten ist es unter anderem geschuldet, dass der Steinweg heute nur noch wenige Geschäfte aufweist und seine frühere Funktion als Hauptgeschäftsstraße verloren hat.

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