Im Streit helfen, damit es eine Lösung gibt

Von: lisa peters
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Manuel Krott freut sich auf seine ersten Einsätze als Schiedsmann in seinem Bezirk Gressenich, Mausbach, Schevenhütte und Werth, den er von seinem Vorgänger Günter Schwarz übernimmt. Der 31-Jährige promovierte Chemiker wird sich dafür auch in juristischer Kompetenz und Mediation schulen lassen. Er will den Menschen mit seiner Arbeit einfach Foto: Lisa Peters

Stolberg. Manuel Krott hat sich nicht die leichteste Aufgabe ausgesucht. „Es ist eigentlich nicht schön, wenn Leute Krach haben”, sagt der 31-Jährige, dennoch blickt er in froher Erwartung auf sein ehrenamtliches Engagement: „Ich freue mich darauf, wenn ich daran Teil haben kann, dass es eine Lösung gibt.”

Manuel Krott ist neuer Schiedsmann im Stolberger Südosten, ein Amt, das Fingerspitzengefühl, Menschenkenntnis, diplomatisches Geschick und vielleicht auch ein wenig Geduld erfordert. Handfeste Kenntnisse in Straf-, Zivil- oder Nachbarrecht sind unverzichtbar, wenn es darum geht, aufgebrachte Nachbarn miteinander zu versöhnen.

Auf sich allein gestellt ist dabei aber keine angehende Schiedsperson. „Ich bin da dankbar für alle Hilfe, die die Leute mir an die Hand geben” meint auch Krott ganz offen. Er will seine Arbeit gut machen. „Es geht nicht darum, sich zu profilieren - es geht um die Sache. Und je mehr Leute helfen können, dass es klappt, umso besser.”

Und so wird der promovierte Chemiker noch im November erste Seminare zur Ausbildung besuchen. Der Bund Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen richtet regelmäßig verschiedene Seminare zur Aus- und Fortbildung von Schiedspersonen aus. Neben juristischer Kompetenz wird dort die Mediation geschult. Krott fühlt sich in guten Händen, auch durch Gespräche mit seinem Vorgänger Günter Schwarz. „Da ist sorgfältig gearbeitet worden”, sagt er.

Krott hatte seinen Zivildienst im Stolberger Krankenhaus gemacht. Eine interessante und lehrreiche Erfahrung, wie er im Rückblick meint. Ein wenig von dieser Vielfalt zu erleben, das erhofft er sich auch von seinem ehrenamtlichen Engagement. „Man hat viel mit Leuten zu tun, und das finde ich auch wichtig” erzählt er.

„Ich bin kein Laienrichter, aber ich kann auf die Leute eingehen” sagt Krott. Eine wichtige Eigenschaft, denn die Schiedsperson entscheidet nicht, wie sich die gegnerischen Parteien zu verhalten haben. „Ich muss so wenig Einfluss auf den Beschluss der Leute nehmen, wie möglich” erklärt Krott. Gesetztes Ziel der Schiedspersonen ist es, den Parteien auf der Suche nach einer gemeinsamen Lösung schlichtend zur Seite zu stehen, ganz nach dem Motto „schlichten statt richten”, das sich der Verband auf die Fahnen geschrieben hat.

Angaben des Bundes Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen zufolge liegt die Erfolgsquote der Schiedspersonen bei 50 Prozent. Dabei gehe es den beteiligten Parteien nach einem solchen Schiedsverfahren allerdings besser als nach einer Gerichtsverhandlung, da es keine Sieger und Besiegten gebe.

Dass ein Schiedsverfahren nicht immer von Erfolg begleitet sein muss, weiß auch Krott: „Der âworst case´”, meint er, sei der Fall, dass eine Partei einfach nicht mehr zu den Terminen käme. „Und das ist natürlich das, was ich als Schiedsperson nicht möchte.” An diesem Punkt zeigt sich die Ernsthaftigkeit des Schiedsverfahrens; wer nicht zum Termin erscheint, muss nämlich unter Umständen sogar mit einem Bußgeld rechnen.
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