Stolberg - Im Steg wieder für Gewerbe auf dem Tapet

Im Steg wieder für Gewerbe auf dem Tapet

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Wieder auf dem Tapet: Seit vielen Jahren wird immer wieder die Ausweisung von Gewerbeflächen im Breiniger „Steg“ diskutiert. Aber bislang hat die Stadt lediglich den Erweiterungswünschen der Baustoffhandlung (hier vor dem Umbau) Rechnung getragen. Foto: J. Lange

Stolberg. Was der Bastinsweiher und der Breiniger Steg gemeinsam haben? Bislang gab‘s vor Kommunalwahlen immer wieder Anläufe, zu Veränderungen des Ist-Zustandes. Jetzt feilen sich Landschaftsplaner an einem neuen städtebaulichen Konzept für Frankental, und für das gut elf Hektar große Areal zwischen Bahnlinie „Im Steg“ und Essiger Straße startet die Verwaltung in den Weihnachtstagen eine Bedarfsanalyse.

Rund 3,5 Hektar davon vor allem entlang der Essiger Straße sind bebaut.

Vision Klimaschutzsiedlung

Zuletzt 2005 hatten sich die politischen Gremien mit einer Bauleitplanung befasst, nachdem die SPD mehrfach Anläufe zu einer Ausweisung von Flächen für nicht störendes Gewerbe unternommen hatte. Aber nicht so recht auf einen einheitlichen Nenner für eine Ausweisung als Wohn- oder Mischgebiet kamen seinerzeit Verwaltung, SPD und Grüne sowie CDU und FDP. Letztlich trug der Rat nur für eine 6800 Quadratmeter große Fläche den Expansionsabsichten eines Baustoffhandels Rechnung.

Während es um eine weitere Bauleitplanung am Rande des Landschaftsschutzgebietes ruhig wurde, konnte Wolfgang Schmitz im Mai 2010 sein erweitertes und modernisiertes Geschäft eröffnen. Erst zwei Jahre später sorgte eine neue Idee für den „Steg“ wieder für Schlagzeilen. „Klimaschutzsiedlung E+“ nannte Richard Haller sein Projekt, das der Breiniger mit einem Netzwerk aus Architekten und Ingenieren realisieren wollte. Einem 8000 Quadratmeter großes Weidegelände aus der elterlichen Landwirtschaft hatte der Bauingenieur dafür ins Auge gefasst. 20 Doppelhaushälften und Reihenhäuser in kleinen Gruppen sollten entstehen und dank moderner Technik mehr Energie erzeugen als sie selbst verbrauchten.

Durchaus aufgeschlossen zeigten sich seinerzeit Politik und Verwaltung dem Projekt gegenüber. SPD und CDU nahmen das Vorhaben sogar auf in die planungspolitischen Eckpunkte ihres noch jungen Koalitionspapiers. Denn dieses Projekt hatte ein Alleinstellungsmerkmal, das für eine Vermarktung des entstehenden Neubaugebietes zwischen Schützheide und Corneliastraße keine Konkurrenz darstellte. Nach ersten Vorbesprechungen wurde aber im Rathaus von der Klimaschutzsiedlung nichts mehr gehört. Stattdessen wollte die Deutsche Reihenhaus AG eine konventionelle Erschließung vornehmen, was aber hinderlich für die Vermarktung der von der Stadt an die Stolberger Bauland GmbH gewesen wäre; denn aus diesen Erlösen wird die Erweiterung des Breiniger Sportzentrums finanziert.

Keine Konkurrenz schaffen

Nachdem aber mit der Erschließung des großen Breiniger Neubaugebietes nun begonnen wird, „ist es an der Zeit, die Entwicklung weiterer Baugebiete in Breinig zu prüfen“, kündigt Bürgermeister Tim Grüttemeier an. Neben anderen alternativen Flächen böte sich auch der Bereich „Im Steg“ unter städtebaulichen Aspekten für eine Bebauung an, da dies eine Arrondierung der Ortslage darstelle und er relativ nah am Zentrum mit seinen Infrastruktureinrichtungen liege. Daher beabsichtige die Verwaltung derzeit, eine Nutzung planerisch vorzubereiten. Bereits der Arbeitstitel„Baugebiet im Steg“ impliziere, dass Festsetzungen und Abgrenzung des Plangebietes noch unbestimmt seien und nicht zuletzt von der Mitwirkungsbereitschaft der Grundeigentümer abhänge. Die Stadt selbst verfügt in dem Bereich nur über zwei Grundstücke. Planungsrechtlich sei der Bereich im Gebietsentwicklungsplan als „Allgemeiner Siedlungsbereich“ sowie im Flächennutzungsplan überwiegend als „Wohn-“ und „gemischte Bauflächen“ ausgewiesen.

Den Bedarf ausloten

Weil Breinig über kein Gewerbegebiet verfüge und Betriebe sich verstreut und teilweise in beengten Verhältnissen befänden, bestünde die Möglichkeit, nicht störende Betriebe im Umfeld der Baustoffhandlung anzusiedeln. Überwiegend vorgesehen sei aber eine Wohnnutzung.

Zuerst wird die Verwaltung nun die Betriebe anschreiben, um Bedarf und Emissionsverhalten prüfen zu können. Ermittelt werden soll, ob, wo und in welchem Umfang die geplante Wohnnutzung mit Gewerbe ergänzt werden kann.

In einem zweiten Schritt ist der Kontakt zu den Bürgern vorgesehen, um zu eruieren, ob und unter welchen Rahmenbedingungen sie an der Bauland-Entwicklung mitwirken möchten.

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