Region - Im „rollenden Wohnzimmer” unterwegs

Im „rollenden Wohnzimmer” unterwegs

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
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Ralf und Elisabeth Weispfennig lieben ihre „Ministerkutsche”, Baujahr 1953. 40 Jahre lang wartete der Mercedes Benz 220 in der Garage darauf, hervorgeholt und restauriert zu werden. Foto: H. Eisenmenger

Region. Der Mercedes Benz 220 von Ralf und Elisabeth Weispfennig ist so eine Art rollendes Wohnzimmer. Dafür sorgen liebenswerte Details wie die „Troddeln” anstelle von Haltegriffen, wie man sie eigentlich eher zur Verzierung von schweren Vorhängen findet.

Der Mercedes der Weispfennigs war aber nur eines von 144 Fahrzeugen, die jüngst am Alsdorfer Cinetower bei der Euregioroute starteten. Es war bereits die zehnte Auflage der beliebten Ausfahrt, bei der Oldtimerfreunde aus dem gesamten Dreiländereck gemeinsam ihre Heimat erkundeten.

Über 90 Kilometer ging es quer durch die Euregio, vorbei an malerischen Plätzen und historischen Gebäuden. Hier und da wurde ein Zwischenstopp eingelegt. So auch auf dem Aachener Markt, wo die Oldtimerfreunde erstmals bei solch einer Fahrt ihre auf Hochglanz polierten Schätzchen präsentierten.

Das Auto von Ralf und Elisabeth Weispfennig ist nicht bloß eine besondere Augenweide. Es hat auch eine besondere Geschichte: „Es ist eine Ministerkutsche”, erzählt der Fahrer lachend. „Früher wurde in diesem Auto tatsächlich ein Minister durch die Lande kutschiert.”

Nach einigen Jahren treuer Dienste hat Weispfennig den Wagen dann eingemottet. Mit dem festen Vorsatz, ihn eines Tages als Rentner wieder hervorzuholen. So hat er es getan, gut 40 Jahre später. Liebevoll hat er ihn aufgepäppelt. Zu Recht ist er stolz auf das Ergebnis.

Allerdings mussten die Weispfennigs der heutigen Verkehrsordnung Rechnung tragen. „Im Originalzustand hat das Auto Winker statt eines Blinkers, mit denen der Richtungswechsel angezeigt wurde. Die Winker habe ich immer noch an Bord, aber natürlich muss ich auf der Straße den Blinker benutzen.”

Ein Oldtimer ganz anderer Art hat das Herz von Manfred Eis erobert. „Ich habe ein so genanntes Brot- und Butterauto, einen Peugeot 204 von 1970”, erzählt der Bürgermeister von Roetgen. „Das Auto ist im Originalzustand, es wurde noch nie restauriert.”

Gefunden hat er den Peugeot in Frankreich, südlich von Bordeaux. „Das war mein Glück, wegen des Klimas. Hierzulande wäre der Wagen wohl längst verrostet gewesen”, sagt Manfred Eis. In ganz Deutschland gebe es nur noch 14 weitere Exemplare.

Noch selbst herumbasteln

Er liebt den Peugeot aber auch, weil es ein Auto ist, „an dem man noch selbst herumbasteln kann. Es hat nur vier Sicherungen, man braucht also kein Fachmann zu sein, um selbst Reparaturen durchführen zu können.” Ehefrau Marion Eis schätzt das ebenfalls: „Es ist das perfekte Auto für meinen Mann, um auszuspannen.”

Ein Oldtimer zum Verlieben ist auch der von Paul Jedamzik aus Kohlscheid. Er nennt einen Ford A Roadster, Baujahr 1931, sein Eigen, ein Auto im Stil der Zeit, als Al Capone die Straßen von New York unsicher machte.

Für den Besitzer ist es aber durchaus ein Fahrzeug für den Alltag. „Mit diesem Auto fahren wir sogar in Urlaub”, erzählt er. Er schätzt vor allem die Langsamkeit des Oldtimers. „Man bekommt auf diese Weise mehr von der Landschaft mit.”

Mit einem Porsche 911 ist Manfred Emonts aus Herzogenrath unterwegs. Für ihn ist die Ausfahrt die ideale Gelegenheit, um das Dreiländereck kennen zu lernen - und dessen Bewohner. Zumal das Schöne an der Euregiotour ist, dass die Teilnehmer aus Deutschland, Holland und Belgien kommen und sich glänzend verstehen. Damit dienen selbst Oldtimer der Völkerverständigung.

2. Eifel Classic Rallye durch die Region

Am 30. September geht die 2. Eifel Classic Rallye an den Start. Dann rollen rund 180 historische Fahrzeuge über die Rennstrecken und Landstraßen der Eifel. Das vielseitige Feld von Old- und Youngtimern durchfährt dabei auch zahlreiche Städte und Orte in der Region.

Zentrum der Rallye wird das historische Fahrerlager am Nürburgring mit Start und Zieleinlauf. Am Donnerstag, 30. September, führt eine Schleife über Mendig und Maria Laach auf die legendäre Nordschleife.

Am Freitag, 1. Oktober, geht es nach Wittlich und Bitburg sowie nach Luxemburg auf die Rennstrecke von Colmar-Berg. Der Schlusstag am 2. Oktober, führt in die Nordeifel auf die Straßen zwischen Nideggen, Wollersheim, Heimbach und Schmidt.

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