Im Oktober fällt der Startschuss für die Ehrenamtskarte

Von: Michael Grobusch
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Stolberg. Hans-Josef Wellmann kann sich gar nicht mehr erinnern, wann die Idee zur Einführung einer Ehrenamtskarte in Stolberg geboren worden ist. „Jahre, viele Jahre ist das her“, meint der ehemalige Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Stolberg.

Von 1998 bis 2011 hat er dieses Amt ausgeübt, an Ruhestand war aber auch danach nicht zu denken.

Vielmehr hat sich der 70-Jährige als Vorsitzender des Seniorenbeirates ein eigenes Büro im Rathaus eingerichtet. Von dort aus kümmert er sich seitdem - ehrenamtlich, natürlich - um die Belange älterer Menschen und mehr denn je auch um die Ehrenamtskarte. Jetzt werden die Bemühungen von Erfolg gekrönt: Ab 1. Oktober kann die Karte bei der Stadtverwaltung beantragt werden.

"Was lange währt, wird endlich gut“, schmunzelt Wellmann, und schiebt sofort hinterher, dass das eigentliche Anliegen eigentlich weniger zum Lachen ist: „In unserer alternden Gesellschaft werden Ehrenamtler mehr denn je gebraucht. Wenn wir die Menschen davon nicht überzeugen, ist unser soziales Miteinander auf Dauer ernsthaft gefährdet.“

Viele Gespräche hat Hans-Josef Wellmann deshalb in den vergangenen Wochen und Monaten geführt. Gleiches gilt auch für den städtischen Seniorenbeauftragten Paul Schäfermeier und Fachbereichsleiter Willi Seyffarth. Alle drei freuen sich darauf, dass es nun in die konkrete Umsetzungsphase geht. Die wird eröffnet mit einer Informationsveranstaltung für Vereine, die am Donnerstag, 4. Juli, ab 19 Uhr in der „Kugel“ neben der Kogelshäuserschule stattfinden wird.

135 Einladungen sind verschickt worden, verbunden mit der Hoffnung auf eine große Resonanz. An dem Abend sollen die Grundvoraussetzungen für die Ehrenamtskarte erläutert und somit auch die Kriterien für den potenziellen Nutzerkreis definiert werden. Vor allem aber wird auch eine zentrale Botschaft übermittelt werden: „Wir möchten den Ehrenamtlern Dank und Anerkennung aussprechen.

Das kommt leider oft zu kurz“, findet Paul Schäfermeier. Die Karte gilt einerseits als symbolische Würdigung, öffnet den Inhabern andererseits aber auch konkrete Vergünstigungen nicht nur in Stolberg, sondern in allen Kommunen, die eine Ehrenamtskarte ausstellen.

Was die Kupferstadt betrifft, geht die Verwaltung mit gutem Beispiel voran. Für das Hallenbad Glashütter Weiher beispielsweise sind je nach Karte Ermäßigungen zwischen zehn und 40 Prozent vorgesehen, die Stadtbücherei soll 20 Prozent Rabatt gewähren und die Volkshochschule sogar 50. Außerdem wird es Reduzierungen bei diversen Verwaltungsgebühren geben, etwa bei der Stellplatz-Reservierung bei Umzügen, bei Beglaubigungen und der Nutzung des Stadtarchives. Eine komplette Liste wird auf der städtischen Internetseite unter www.stolberg.de abrufbar sein, sobald sie vom Verwaltungsvorstand abgesegnet worden ist.

Das zweite"Standbein“ der Ehrenamtskarte sollen Einzelhandel und Gastronomie sein. „Derzeit habe ich bis zu fünf Termine in der Woche“, setzt Hans-Josef Wellmann vor allem auf die persönliche Überzeugungsarbeit. In den Gesprächen argumentiert er mit der Unterstützung des Ehrenamtes als Belohnung für bereits Engagierte und als Anreiz für all diejenigen, die neu hinzukommen. „Als Gegenleistung haben unsere Partner die Möglichkeit, mit der Teilnahme an dieser wichtigen Aktion für sich zu werben“, will Wellmann nicht nur die Namen im Netz veröffentlichen, sondern auch entsprechende Links setzen.

Die Vergabe der Ehrenamtskarte indes ist an strenge Kriterien geknüpft, die das Land Nordrhein-Westfalen festgelegt hat. Demnach darf die Karte nur an Menschen ausgehändigt werden, die mindestens fünf Stunden pro Woche bzw. 250 Stunden pro Jahr ehrenamtlich und unentgeltlich tätig sind. „Berücksichtigt werden ausschließlich Tätigkeiten im Dienste anderer Menschen“, nennt Paul Schäfermeier eine wichtige Voraussetzung.

Über die Vergabe in Stolberg entscheidet im Zweifelsfall ein Gremium, dem neben Schäfermeier, Seyffarth und Wellmann auch der Schwerbehindertenvertreter der Stadtbediensteten, Peter Bock, angehören wird. Voraussetzung dafür wiederum ist ein Antrag, in dem die ehrenamtliche Tätigkeit von mindestens zwei Vorstandsmitgliedern eines Vereins bescheinigt wird. Kommt das Ehrenamt ausschließlich Privatpersonen zugute, müssen diese Art und Umfang der Leistung bestätigen.

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