Im öffentlichen Nahverkehr wird‘s eng

Von: Annika Kasties
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Am Nachmittag wird es eng: Wenn die Schüler nach Unterrichtsschluss nach Hause fahren, knubbelt es sich in Mausbach in der Buslinie 1 in Richtung Aachen. Fahrgäste sorgen sich um die Sicherheit. Foto: A. Kasties

Stolberg-Mausbach. Wenn Daniela Priester sich nachmittags auf den Weg nach Aachen macht, muss sie zunächst einmal tief durchatmen. Denn das, was in der Linie 1 auf sie zukommt, ist vor allem eins: eng. Seit Jahren beobachtet sie, dass die Busse auf der Strecke von Mausbach in Richtung Kaiserstadt zunehmend aus allen Nähten platzen.

Insbesondere zu Stoßzeiten, wenn zahlreiche Schüler nach Unterrichtsschluss nach Hause fahren, seien die Fahrzeuge überfüllt. „Die Busse sind einfach brechend voll“, beschreibt Priester. Erst kürzlich habe es sich gegen 16 Uhr erneut so stark in der Buslinie geknubbelt, dass sie während der Fahrt kaum Platz hatte und gegen die Fensterscheibe gepresst wurde. „Da kann man kaum mehr Luft holen.“

Dass es im öffentlichen Nahverkehr zu Stoßzeiten auch mal eng werden kann, ist Priester bewusst. Auch, dass Kinder und Jugendliche nach einem langen Schultag nicht ruhig auf ihren Plätzen sitzen, sondern sich bewegen und auch mal rumtollen. Ihr gehe es nicht um ihren persönlichen Komfort, sondern vielmehr um die Sicherheit der Passagiere. Denn die sei ihrer Meinung nach in der Linie 1 nicht immer gewährleistet. „Ich finde den Zustand einfach unglaublich gefährlich für die Kinder.“ Obwohl die meisten Schüler am Mühlener Bahnhof und in Atsch ausstiegen, seien die Busse ihrer Erfahrung nach werktags im Zeitraum zwischen 15 und 17 Uhr bis zum Endziel Aachen unglaublich voll. Warum die Aseag zu Stoßzeiten keine Gelenkbusse einsetze, ist für sie nicht nachzuvollziehen. „Dass die Busse überfüllt sind, ist nicht nur meine Wahrnehmung“, versichert sie. Mit ihren Beobachtungen habe sie sich in der vergangenen Woche bereits an die Aseag gewendet. Als Antwort erhielt sie zunächst nur eine automatisierte E-Mail.

Der überfüllte Zustand der Linie 1 in Mausbach sei der Aseag bislang nicht bekannt gewesen, versichert Anne Linden, Sprecherin des Aachener Busunternehmens, auf Anfrage unserer Zeitung. Der Hinweis von Daniela Priester müsse nun zunächst von der Beschwerdestelle geprüft und die Situation in den Bussen, die ihre Runden durch die Kupferstadt drehen, recherchiert werden. Erst dann sei eine qualifizierte Rückmeldung möglich. Dies erfolge in der Regel binnen 14 Tagen.

Dass sich Fahrgäste mit ihren Beobachtungen zur Auslastung der Fahrzeuge an das Busunternehmen wenden, werde von der Aseag begrüßt. „Es ist wichtig, dass wir diese Hinweise erhalten“, betont Linden. „Wenn wir solche Anregungen bekommen, gehen wir dem nach und gucken, wie wir gegebenenfalls nachsteuern können.“

Die Erfahrung des Busunternehmens zeige, dass die Busse vor allem in den ersten Wochen nach Schulbeginn verstärkt genutzt werden. Dann könne es schon mal eng werden. „Das pendelt sich jedoch meist gut wieder ein“, sagt Linden. Dieser vorübergehenden Entwicklung durch den Einsatz von Gelenkbussen entgegenzuwirken, sei jedoch schwierig. Die Fahrgastverteilung könne das Unternehmen schließlich nicht vorhersehen.

Gesicherte Zahlen darüber, wie viele Fahrgäste mit der roten Busflotte unterwegs sind, erhält die Aseag über Fahrgastzählungen. Diese finden laut Linden regelmäßig statt. Auch in Stolberg. „Wir beobachten kontinuierlich solche Entwicklungen und ergreifen die Maßnahmen, die aus verkehrstechnischer und wirtschaftlicher Sicht am sinnvollsten sind“, sagt Linden. Letztlich sei die Entscheidung, einen größeren Bus einzusetzen, natürlich auch immer eine Kostenfrage. Durch ihr höheres Gewicht verursachen Gelenkbusse mehr Kosten. Diese fielen schlussendlich auch auf den Steuerzahler zurück.

Dass die Aseag angesichts regelmäßig stattfindender Fahrgastzählungen bislang nichts an dem Zustand in Stolberg geändert hat, ist für Daniela Priester unverständlich. Schließlich beobachte sie das Problem seit Jahren. Und das nicht nur mit Beginn des Schulbetriebs nach den Ferien, sondern regelmäßig. Jetzt hofft sie, dass ihr Hinweis an das Aachener Busunternehmen vielleicht doch etwas bewirkt. Und sie und die Schüler nachmittags in der Linie 1 mehr Luft zum Atmen haben.

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