Im „Maxim” ist gute Laune Trumpf

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.Nicht enden wollenden Applaus gab es für den Männergesangverein Büsbach und die Solisten nach einem tollen Operettenabend im „Angie´s”.

Stolberg-Büsbach. Der Saal in „Angie´s Bistro” war zu klein für all die Zuhörer, die der Einladung des Männergesangvereins Büsbach zu einem Operettenabend zum Genießen, Mitsummen und Schunkeln gefolgt waren.

Es passte einfach alles an diesem Abend, der unter dem Motto „Heut´ gehn wir ins Maxim” stand: Ambiente (Saal und Bühne waren zauberhaft dekoriert, die Bedienung trug zum Thema passende Kleidung), Chor, Solisten und nicht zu vergessen der absolut professionelle Klavierspieler Theo Palm, der den gesamten Abend perfekt begleitete. Leider war das Leihklavier nicht ordentlich gestimmt.

Wahre Höchstleistungen

Josef Otten meisterte die Herausforderungen mit Bravour und führte die Akteure zu wahren Höchstleistungen. Den musikalischen Auftakt bestritt er selbst mit dem Lied „Heut´ gehn wir ins Maxim” aus der „Lustigen Witwe” von Franz Lehar. Vor verschlossenem Vorhang lud er das Publikum ein, ihm ins Maxim zu folgen. Der Vorhang öffnete sich und die Chorsänger, die in lockerer Art an Tischen standen und sich passend zum Motto des Abends in Frack, Zylinder oder Smoking gekleidet hatten, stimmten in den Gesang des Weibermarsches, ebenfalls aus der „Lustigen Witwe”, ein. Die Kommunikation zwischen ihnen und ihrem Chorleiter stimmte sofort.

Es waren alles Ohrwürmer, die die Herzen öffneten und zum Träumen einluden. Immer wieder gab es stürmischen Beifall für die mitreißenden Stücke. Die Sänger hatten genauso viel Freude wie die Zuhörer.

Kwon-Shik Lee erfüllte seinen Tenorpart in gewohnt bravouröser Art. Ob in „Ob blond, ob braun” von Robert Stolz oder zusammen mit dem Chor und Otten im Finale des ersten Teils „Im Feuerstrom der Reben” von Strauß, sein melodisches Singen entfaltete sich in riesigen Spannungsbögen, die er vollends auskostete. Das „Land des Lächelns” hat eine eigene Stellung zwischen Oper und Operette und wird daher selten komplett gespielt. Einzelne Nummern waren es eher, die in der Folge überlebten, insbesondere die berühmten Tenorlieder, von denen Kwon-Shik Lee „Dein ist mein ganzes Herz” wählte und traumhaft schön zum Besten gab.

14 Jahre lang war Carl Millöcker Kapellmeister am Theater an der Wien. In dieser Zeit gelangen ihm seine besten Operetten. Der „Bettelstudent” gehört hierzu und ist ein kleines Meisterwerk, das dem Vergleich mit Strauß´ besten Operetten standhält. Mitreißende Melodien sind nahezu Volksgut geworden, wie Ollendorfs wienerisch beschwingtes Strophenlied „Ach, ich hab´ sie ja nur auf die Schulter geküsst”, das Josef Otten mit einer gehörigen Portion Humor präsentierte. Während im ersten Teil ein Querschnitt aus „Maske in Blau” von Fred Raymond im Mittelpunkt stand, bildete „Der Zigeunerbaron” von Johann Strauß den Schwerpunkt nach der Pause. Seine ungarisch gefärbten Melodien und Rhythmen ähneln denen des Troubadors. Nicht umsonst ist Strauß als der „Verdi der Operette” bezeichnet worden. Dem Lied des Zsupan „Ja das Schreiben und das Lesen” folgte eine kurze Gratulation an den Wirt des „Angie´s”, Rolf Koch, der an diesem Abend seinen sechzigsten Geburtstag feierte.

Den Schlusspunkt bildete der Walzer „An der schönen blauen Donau” von Johann Strauß. Wenige Komponisten haben wie er den Menschen soviel Freude und Heiterkeit geschenkt. Strauß ist der König der guten Laune, der musikalischste Schädel Europas, wie Wagner ihn genannt hat.

Rundum zufrieden und leicht beschwingt bedankte sich das Publikum mit nicht enden wollendem Applaus. Durch die „Tritsch-Tratsch-Polka” als Zugabe bekam der Abend eine weitere musikalische Bestnote.
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