Im Matsch verliert Breinig die weiße Weste

Von: Michael Grobusch und Günther Severens
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Kampf mit dem Gegner und den Platzverhältnissen. Dauerregen hatte das Spielfeld in Breinig in eine Seenplatte verwandelt und ließ kein reguläres Fußballspiel zu.

Stolberg-Breinig. Der Favorit wankte - und er fiel. Kaum zu glauben, aber wahr: Der B-Kreisligist FC Columbia Stolberg hat den Landesliga-Vertreter SV Breinig am Abend mit 2:1 (2:1) besiegt und damit im Endspiel für die große Sensation der Fußball-Stadtmeisterschaft gesorgt.

„Die Breiniger wollten unbedingt spielen. Dafür haben sie von uns die Quittung bekommen”, erklärte ein überglücklicher Columbia-Spielertrainer Veysel Igneci und spielte auf die aufgrund des Dauerregens irregulären Verhältnisse an, unter denen das Finale um den Sparkassen-Cup gelitten hatte.

„Columbia hat das Wasserballspiel gewonnen”, meinte dann auch süffisant SV-Coach Helmut Birk, ohne allerdings die Leistung des Überraschungssiegers schmälern zu wollen. „Columbia hat hervorragend gekämpft und gut gekontert. Meine Mannschaft hat wohl vor allem in der ersten Halbzeit geglaubt, dass sie das hier locker schaukeln würde.”

Dabei hätte spätestens nach 25 Minuten jedem klar sein müssen, dass sich statt des Duells zweier ungleicher Teams ein gleichwertiges Kräftemessen auf der von Pfützen übersäten Asche abspielte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Sven David gerade seinen zweiten Treffer und somit das 2:0 für den krassen Außenseiter markiert.

Mit dem nötigen Durchsetzungsvermögen - den im Wasser hängen gebliebenen ball stocherte er über die Linie - schloss er wie schon eine Viertelstunde zuvor einen gelungenen Konter der Stolberger ab und ließ Keeper Benoît Aureille dabei keine Chance.

Fünf Minuten später schien die Wende eingeleitet zu werden, als Dominik Lenzen auf 1:2 aus Sicht der Gastgeber verkürzte. Columbia aber hielt den Vorsprung nicht nur bis zur Pause, sondern verteidigte ihn mit allen Spielern - nach einer Gelb-Roten Karte (70.) waren das in der Schlussphase nur noch zehn.

Dabei blieb das Team bei Kontern immer gefährlich, hatte allerdings seine einzige echte Großchance nach der Halbzeit bei einem 20-Meter-Freistoß von Sven David, der in der 55. Minute den Kasten nur um Zentimeter verfehlte.

Auf der anderen Seite gab es in der zunehmend ruppigen Partie gleich zwei Mal Aufregung im Strafraum. In beiden Szenen (78./85.) blieb der von den Breinigern geforderte Elfmeterpfiff aber aus.

„Für uns ist das kein Untergang. Und dem Wettbewerb tut das sicherlich gut”, nahm der SV-Vorsitzende Dieter Jollet die nicht einkalkulierte Schlappe mit Gelassenheit auf.

Auch Trainer Helmut Birk wollte das Ergebnis angesichts der Platzverhältnisse nicht überbewerten, bemängelte aber zugleich das Abwehrverhalten seiner Mannschaft, die sich binnen 15 Minuten bei zwei fast identischen Spielzügen überrumpeln ließ.

Veysel Igneci und seine Elf werden derweil mit viel Selbstbewusstsein in die am kommenden Wochenende beginnende Saison starten. „Wir sind gut drauf und haben eine gute Mannschaft. Unser Ziel ist es, ganz oben in der Gruppe 4 mitzuspielen.”

Ähnliche Ansprüche hat eine Klasse höher auch der FC Stolberg, der sich im Rückblick damit trösten kann, dass er im Halbfinale gegen den späteren Turniersieger verloren hat. Am Ende reichte es für den A-Kreisligisten von Trainer Frank Löhr noch zum dritten Platz, der allerdings auf recht unkonventionelle Weise erreicht wurde.

Nach 45 Minuten hatte der Schiedsrichter genug vom Wetter und dem Wasser auf dem Platz und entschied sich beim Spielstand von 0:0 kurzerhand für ein Entscheidungsschießen. In diesem hatte der FC dann gegen den klassenhöheren VfL Vichttal mit 3:1 das bessere Ende für sich.
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