Im März kommt Leben in die Siedlung am See

Von: Rudolf Müller
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Sollen im März bezogen werden: die Gebäude rechts und links des Aussichtsstegs. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler/Stolberg. Es ist sicher kein purer Zweckoptimismus, wenn Hermann Gödde von positiven Gesprächen berichtet. Gesprächen mit einem Investor für das geplante Blausteinsee-Resort, der gleichzeitig auch als Betreiber fungieren will. Vermittelt hat den Kontakt zwischen See-GmbH und Financier das Planungsbüro Krause-Bohne.

Dass dessen Vertrag mit der See-GmbH, an der auch die Stadt Stolberg beteiligt ist, zum Jahreswechsel ausgelaufen ist, bedeute nicht, dass man nicht auch weiterhin mit Krause-Bohne zusammenarbeite, betont der Geschäftsführer der See-GmbH und Technische Beigeordnete der Stadt Eschweiler. Das Vertragsende bedeute nur das Ende des Krause-Bohneschen Exklusivrechts. Die GmbH könne nun auch selbst mit Dritten verhandeln. Die allerdings, so gesteht Gödde ein, gibt es derzeit nicht.

Mit der interessierten Fondsgesellschaft habe es ein erstes Kennenlern-Treffen mit anschließendem Austausch von Unterlagen gegeben. „Wir werden die Gespräche mit diesem Investor sicherlich weiterführen”, betont Gödde, der darauf hinweist, dass die See-GmbH eine Vertraulichkeitserklärung unterschrieben habe. Der GmbH sei vorrangig an einem Gesamtverkauf des Bau-Areals gelegen.

Das heiße aber nicht, dass sie nicht auch Gespräche mit möglichen Teil-Investoren führe. Dies betreffe vor allem Gastronomieflächen. „Wir stehen hier unter einem gewissen Druck: Wir wollen möglichst bald ein Gastronomie-Angebot am See haben, das ins Gesamtkonzept passt”, so Gödde. Dazu gehöre auch die Bereitschaft des Gastronomen, sich später ins Betreiberkonzept einzufügen.

Die GmbH ist auf die Erlöse aus dem Grundstücksverkauf dringend angewiesen, wie Gödde anhand einiger Zahlen verdeutlicht. Der finanzielle Aufwand, den die Gesellschaft zu stemmen habe, werde immer größer. In diesem Jahr summiere er sich auf rund 310.000 Euro. Allein 30.000 Euro müssten für Müllentsorgung aufgebracht werden - Tendenz stegend. 25.000 Euro Darlehenszinsen seien zu berappen, 20.000 Euro kosteten ständige Wasserananalsen, zu der die GmbH verpflichtet sei.

In diesem Jahr kämen etliche zigtausend Euro dazu: für ein gefordertes Gutachten, das kläre, dass der steigende Eisengehalt des Sees keine negativen Auswirkungen habe. Mit 37.000 Euro schlage der Sicherheitsdienst zu Buche - Tendenz auch hier steigend. Und 106.000 Euro zahle die GmbH an RWE Power für Wasserpumpkosten. 2006 waren dies noch fast 200.000 Euro - dann hat RWE den Preis von knapp 4 auf 2 Cent pro Liter reduziert und die Rechnung bis 2013 gestundet. Gödde: „Mit dem Zupumpen enormer Wassermengen werden wir noch die nächsten 25 Jahre leben müssen.”

Dagegen ist der bislang größte Einnahmeposten - die Taucher-Gebühren - deutlich rückläufig: 70.000 Euro sind 2011 angesetzt. 2007 waren es noch 126.000 Euro. Als Grund für ihr Fernbleiben nennen Taucher die baustellenbedingte Parkplatzsituation. Die will die GmbH nun deutlich verbessern.

Dennoch: „Ohne die Grundstückserlöse wird es für die See-GmbH sehr eng”, betont Gödde.

Fortschritte machen indes die öffentlichen Gebäude am West-Ufer des Sees. Die beiden kubusartigen Flügelbauten rechts und links des an einen RWE-Absetzer erinnernden Aussichtsstegs sollen schon im März bezogen werden.

Sail-Kids-Domizil im Nebentrakt

Im rechten Gebäude bezieht die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft das Obergeschoss, während im Erdgeschoss ein Infocenter untergebracht wird: personell ausgestattet durch die Stadt, unterstützt unter anderem durch Indeland-GmbH, Rur-Eifel-Touristik und RWE Power. Das Nebengebäude wird Domizil der „Sail Kids”, dient aber auch als „offenes Klassenzimmer” für bestimmte Unterrichtseinheiten. Im Obergeschoss hält die Stadt Räume für Seminare vor.
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