Stolberg - Im „Krippentaxi” auf der Route der Sterne

Im „Krippentaxi” auf der Route der Sterne

Von: Johannes Mohren
Letzte Aktualisierung:
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Aus Orsbach nahe der niederländischen Grenze angereist: Unter der „Reiseleitung” von Bernd Schmitz - dem ehemaligen Atscher Pfarrer - machte sich eine große Gruppe auf den Weg zu den Stolberger Krippen, hier zu Gast in St. Mariä Himmelfahrt. Foto: J. Mohren

Stolberg. Es ist drei Uhr nachmittags: Frank Zombergs hat eigentlich mit einem ruhigen Sonntag gerechnet. Er sitzt in einer Bankreihe der Stolberger Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt, sein Blick ist nicht ohne Stolz auf die Krippe gerichtet. Neben ihm plaudern zwei Besucherinnen angeregt, im Hintergrund sind von einem CD-Rekorder die leisen Stimmen eines Knabenchores zu hören.

In der rechten Hand hält Zombergs einen mechanischen Besucherzähler. Ob dieser im Verlauf des Tages noch zum Einsatz kommen wird oder seine zehn Finger nicht doch zum Zählen ausreichen; sicher ist er da nicht.

Nur eine Stunde später: Ein stetiges „Klickern” verrät die freudige Überraschung. 68 Besucher hat Zombergs bereits registriert, Dutzende Fotos sind von der Krippe geschossen, mindestens ebenso viele begeisterte Blicke auf sie geworfen worden.

Viel Freizeit geopfert

Ähnliches Interesse wie der „Zählmeister” Zombergs in der Pfarrkirche am Rande des Mühlener Markts können auch die Verantwortlichen an den weiteren acht Stationen auf der Krippenroute feststellen. „Ich hätte nie damit gerechnet, dass das Angebot so gut angenommen wird. Das ist toll”, berichtet Pfarrgemeinderatsmitglied Karl-Heinz Mollers, der auf dem Donnerberg die Besucher empfängt.

Sein Gesicht strahlt dabei genauso wie der leuchtende Stern, der an der Dachspitze des Stalls seinen Platz hat. Mit sieben fleißigen Kollegen hat Mollers viel Zeit in den Aufbau der Krippe investiert, immer wieder abends nach der Arbeit gewerkelt. „Bis wir erst einmal wieder alle Teile gefunden hatten, sind Stunden vergangen. Umso mehr freut es uns jetzt natürlich, dass unsere Bemühungen sich gelohnt haben”, lächelt Mollers, der stets das Gespräch mit seinen Besuchern sucht.

„Unsere Krippe ist die schönste”

Einer der begeisterten Gäste ist Alexander Harperscheit. Er ist der Donnerberger Gemeinde von Kindesbeinen an eng verbunden, half beim Neuaufbau der Kirche nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg und kann sich auch daran erinnern, wie die ersten Krippenfiguren Einzug in das Gotteshaus hielten.

Das ist inzwischen bereits über fünfzig Jahre her und trotzdem zeugen noch zwei Wachsengel im Stall von der „Urkrippe”, die sich 1958 samt Kircheninventar aus der Kapelle im Bethlehem-Krankenhaus auf den Weg auf den Donnerberg machte. Neue Figuren komplettieren das heutige Gesamtwerk, der letzte König kam erst im vergangenen Jahr hinzu. „Für mich ist unsere Krippe die schönste, schließlich steckt in ihr ja auch das eigene Herzblut. Aber alle Krippen sind auf ihre Weise etwas ganz Besonderes, haben Charme und sind alle einen Besuch wert”, erzählt Mollers.

Unterwegs im „Krippentaxi”

Ein Besuch, der durch den Shuttleservice deutlich vereinfacht wird. Zwei Kleinbusse frequentieren die Krippen. Die Taxen werden auch zu Orten des Austauschs und Gesprächs - auch mit den Fahrern, die bereits viel über die Krippen berichten können. Doch nicht nur das: Die Männer hinter dem Steuer wissen auch, wo man Rast einlegen kann. Denn Kaffee und Kuchen gehören ebenso zur Krippenwanderung wie die leuchtenden Sterne auf den Stalldächern der Krippen, die die Gäste in jeder Kirche willkommen heißen.

Ob in den warmen Taxen, auf der anspruchsvollen Wanderung zwischen den Gotteshäusern oder an den Krippen, überall ist man sich einig: Unterwegs sein auf der Krippenroute, das lohnt sich.
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