Im Jogginganzug lässig Shakespeare zitieren

Von: Dirk Müller
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„Die fidele Kurklinik” des T
„Die fidele Kurklinik” des Theatervereins Oidtweiler: Klara Huhn (Martina Hacking) gerät im mit dem „Frauenrundumbetreuer” Gustav Schneck (Dieter Heipertz) und Opa Tell (Peter Fuhren) aneinander. Foto: D. Müller

Stolberg-Gressenich. In die „Kurklinik Frohsinn” hat der Theaterverein Oidtweiler an zwei sehr gut besuchten Abenden eingeladen, und der Name der medizinischen Einrichtung war Programm: Frei nach dem Motto „Lachen ist gesund” präsentierte das engagiert aufspielende Ensemble eine amüsante Handlung mit viel Witz im Gressenicher Pfarrheim St. Laurentius, für dessen Erhalt der Theaterverein die Hälfte des Erlöses spendete.

„Die fidele Kurklinik” von Beate Irmisch begeisterte das Publikum durch Darsteller, die in ihren Rollen zu überzeugen wussten und die mitunter skurrilen Charaktere gekonnt in Szene setzten.

Unter der Regie von Ingrid Harren ging es in der Kurklinik turbulent zu, denn die Konstellation von Personal und den illustren Gästen hatte es in sich: Die herrische Martha Tell (Angelika Esser) und ihr unterwürfiger Mann Hugo (Hans Esser) bringen Hugos Vater „Opa Tell” (Peter Fuhren), der zwar ein Hörgerät, es aber auch faustdick hinter den Ohren hat, in die Klinik. Dort treffen sie auf den „Frauenrundumbetreuer” Gustav Schneck (Dieter Heipertz), der im Jogginganzug Shakespeare zitiert und bereits einige „Anwendungen” mit den mannstollen Damen Klara Huhn (Martina Hacking) und Elvira Schön (Renate Printz) genossen hat.

Chefarzt Dr. med. Wurst (Gino Keuter) hat ein Techtelmechtel mit der jungen Schwester Elsemarie (Michelle Puschner), während der berlinernde Masseur Heinz Kroschke (Wolfgang Gerlach) mit der wichtigsten Person der Kurklinik liiert ist: der „Bodenkosmetikerin” Olga Veronitschka (Ingrid Harren), die viele Anekdoten aus ihrem Heimatort „Kummeretschka” im Böhmerwald erzählen kann.

Anders als Opa Tell, der dicke Pullover gegen Kurschatten empfiehlt, lebt Playboy Schneck nach der Devise „Du musst hier in der Klinik die Feste feiern, wie die Frauen fallen”, doch just als Elvira Schön und Klara Huhn wegen des Gigolos buchstäblich in die Haare geraten, taucht ein Überraschungsgast auf.

Schnecks Frau Eusebia (Sandra Hombach) stattet der „fidelen Kurklinik” einen Besuch ab und bereitet dem amourösen Treiben ihres Mannes ein jähes Ende. Als Opa Tell auch noch ein für ihn schon zur Unterzeichnung vorbereitetes Testament findet, aus dem der verhasste „Schwiegertochterdrachen” als alleinige Erbin seines Vermögens und Hofs hervorgeht, ist das Chaos perfekt?

Zusätzliche Würze

Szenenapplaus, viele spontane Lacher und nicht enden wollende Ovationen am Ende waren dem Theaterverein Oidtweiler bei den Gastspielen in Gressenich gewiss, denn die Schauspieler glänzten in der humoristischen Umsetzung ihrer Rollen, begeisterten mit Spielfreude, sicherer Mimik, Gestik und Textkenntnis, bisweilen aber auch mit Improvisationstalent, was der rundum gelungenen Inszenierung zusätzliche Würze verlieh.
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