Stolberg - Illumination der Innenstadt: Nur Bruchstück realisierbar

Illumination der Innenstadt: Nur Bruchstück realisierbar

Von: jül
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Mit fließendem Übergang ins Schattige: Ein Beispiel für eine Fassadenillumination. Visualisierung: Archigraphus

Stolberg. Nach diesem einleuchtenden Vortrag von Markus Ulrich und Joachim Schmidt wähnten sich viele Politiker wohl schon auf einer luxuriösen Kreuzfahrt durch die lichtdurchflutete Karibik. Um dann aber beim Blick ins Portemonnaie feststellen zu müssen, dass man wohl nicht viel weiter als bis nach Strotzbüsch in der Vul­kan­eifel gelangen würde.

„Ob wir da wohl taktisch klug vorgegangen sind?“, fragte sich Rolf Engels (SPD) im Ausschuss für Stadtentwicklung zu dem umfassenden Lichtraumkonzept des Aachener Büros Archigraphus für die Talachse der Innenstadt. „Wir sind richtig auf den Geschmack gekommen“, sagte sein Kollege Siegfried Pietz (CDU): „Aber nun müssen wir den mit großem Aufwand erstellten Rahmenplan herunterbrechen auf eine überschaubare Anzahl von Objekten.“

Richtig schwer tat sich die Politik, Visionen auf Realitäten reduzieren zu müssen, obwohl sie am liebsten den ganzen Traum ausleben möchte. Aber so ein Traum hat nun einmal seinen Preis: Rund 1,1 Millionen Euro würde es kosten, mit unterschiedlichen Lichtinstallationen – wie Tattoos, Leitobjekte oder Fassaden- und Baumillumination – das Raumerlebnis der Innenstadt (wir berichteten) erfahrbar zu machen. Aber im Portemonnaie sind für dieses Jahr lediglich 100.000 Euro vorhanden.

Das Kofferpacken, um den Karibikaufenthalt gegen den Eifelurlaub zu tauschen, haben die „Archigraphen“ den Politikern auch schon abgenommen, in dem sie die rund 70 Einzelmaßnahmen priorisierten. Neben der Entwicklung der drei grundlegenden Beleuchtungseinheiten sollen 19 Installationen vordringlich realisiert werden. Selbst dieser Schritt umfasst ein Volumen von rund 250.000 Euro.

Dazu zählen Tattoos an den Kupferhöfen Roderburgmühle, Veldtmühle, Ellersmühle, Rosental 2, Grünenthal, Enkerei und Krone sowie Lichtflecken an Brücke und Durchgang Kaplan-Dunkel-Platz, Brücke Steinfeldstraße, Platz Kortumstraße / Steinweg 76, Brücke Enkereistraße, Quartiersplatz Wurstgasse, Durchgang Steinweg 25 sowie Offermann-Platz zu Steinweg und Zweifaller Straße. Illuminiert werden sollen die Baumgruppen von Olof-Palme-Friedensplatz, Kupferhof Rosental und Offermann-Platz.

Zudem soll die Ausstrahlung des alten Rathauses verbessert werden. Zur Realisierung müssen zusätzliche Mittel entweder bereit gestellt werden in diesem oder Maßnahmen aufs nächste Jahr verschoben werden. Alles kein Problem aus der Sicht der Raumplaner. Denn mit der Erarbeitung des umfassenden Rahmenplans können daraus nun einzelne Projekte oder Teilbereiche realisiert werden – peu á peu, wie die Urlaubskasse es ermöglicht oder wie groß der Bedarf ist.

Denn „die Beleuchtung hat auch eine funktionale Bedeutung für den Tourismus“, sagte Gabi Halili (Linke). Jedenfalls hat der Ausschuss das Konzept einstimmig und mit großem Lob gebilligt. Voraussichtlich im März wird der Vergabeausschuss die weiteren Planungen beauftragen können.

Nicht unbedingt ein Fall für das Illuminationskonzept der Innenstadt, sondern eher eine Aufgabe im Rahmen der allgemeinen Verkehrssicherungspflicht ist eine Nachrüstung der Beleuchtung im Bereich des Durchgangs der Burgstraße zur Schart. Dies hatten Anlieger moniert und den Torbogen als eine „gefährliche- und Pinkelecke“ charakterisiert. Die Verwaltung sicherte eine Überprüfung zu.

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