Ihr ganzes Leben ist dem Kakao gewidmet

Von: Toni Dörflinger
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Biss der vom Genuss geprägt ist: Alfredo Tangoy (links) und Elsa Papa beschäftigen sich in Ecuador mit dem Anbau und der Weiterverarbeitung der Kakaobohne. Foto: T. Dörflinger

Stolberg-Donnerberg. Der beherzte Biss in eine Tafel Schokolade ist vom Genuss geprägt. Gedanken über die Hintergründe der Schokoladenherstellung spielen dabei - wenn überhaupt - nur eine untergeordnete Rolle.

Von diesen nicht unwesentlichen Zusammenhänge ließen sich jetzt rund 25 Männer und Frauen leiten, die auf Einladung des örtlichen Weltladens sich mit Themen des fairen Handels und der Schokoladenerzeugung beschäftigen. Gäste der Informationsveranstaltung, die im Pfarrheim „Hafen” stattfand, waren die aus Ecuador stammenden Kakaobauern Elsa Papa und Alfredo Tangoy.

Tourismus als zweites Standbein

Papa und Tangoy, die in der im Osten Ecuadors liegenden Provinz Orellana beheimatet sind, informierten die rund 30 Teilnehmer über Anbau, Ernte, Fermentation und Rösten der Kakaobohnen. Die aus den am Rio Napo liegenden Dörfern Samona Yuturi und Zancudo Cocha stammenden Bauern haben ihrem Leben dem Anbau und der Weiterverarbeitung von Kakaobohnen gewidmet.

Im Gegensatz zu Tangoy - der den Herstellungsprozess von der Aufzucht der Pflanzen bis zum Rösten der Kakaobohnen begleitet - stellt Elsa Papa aus den gerösteten und gemahlenen Kakaobohnen eine Paste her, die als Grundstoff zur Herstellung von kakaohaltigen Getränken dient.

Des weiteren betreut Papa eine kleine dorfeigene Bank, die die örtlichen Kleinbauern mit Krediten unterstützt. Nicht die Kreditvergabe, sondern den Tourismus nutzt der 41-jährige Alfredo Papa als zweites wirtschaftliches Standbein. Gemeinsam mit Partnern aus dem kleinen Dorf Zancudo Cocha hat er in den Urwald führende Exkursionen entwickelt und baut mit Palmwedeln gedeckte Hütten, die den Touristen als Unterkunft dienen sollen.

Begleitet wurden die in Ecuador beheimateten Kakaobauern von Friedericke Peters, die aus Kaldenkirchen stammt und Anfang der 90er Jahre als Gemeindereferentin in der früheren Pfarre St. Josef tätig war. Jetzt arbeitet die 50-Jährige - die den in spanisch gehaltenen Bericht ins Deutsche übersetzte und den Vortrag mit Bildern untermalte - als Gemeindereferentin im Osten Ecuadors.

Eine ökumenische Aktion

Anlass für den Besuch des aus Ecuador stammenden Trios, ist eine zur Zeit laufende ökumenische Schokoladenaktion, die von dem katholischen Bistum Aachen und den Evangelischen Kirchenkreisen Jülich und Aachen, veranstaltet wird.

Die Aktion hat sich die Schaffung von Strukturen zum Ziel gemacht, die die Kakaoerzeugern zu Partnern des fairen Handels macht und dafür sorgt, dass die Erzeuger eine gerechte Entlohnung erhalten. Denn oft macht nicht der Erzeuger den Gewinn, sondern der Zwischenhändler.

Fortsetzen werden Peters, Papa und Tangoy ihre Rundreise durch die örtliche Diözese mit Informationsveranstaltungen in Herzogenrath, Geilenkirchen und Aachen.
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