Stolberg - IG Metall überzeugt immer mehr Jugendliche

IG Metall überzeugt immer mehr Jugendliche

Von: Michael Grobusch
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Vielfach aktiv: Unter anderem initierte der Ortsjugendvorstand der IG Metall gemeinsam mit Gewerkschaftssekretär Martin Peters (r.) im vergangenen Winter eine symbolische Urabstimmung zur unbefristeten Übernahme aller Auszubilden. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Das neue Jahr wird beginnen wie das vergangene Jahr geendet ist: arbeitsreich. Keine Frage: Es sind intensive, weil krisengeprägte Zeiten für die IG Metall Stolberg. Der massive Stellenabbau bei CAE, die drohenden Massenentlassungen im Stolberger Metallwerk und die Kurzarbeit bei Leoni Kerpen lassen für Helmut Wirtz und seine Kollegen Georg Moik und Martin Peters kaum Zeit zum Luftholen.

Und doch haben sich der Geschäftsführer und seine beiden Gewerkschaftssekretäre zwischen den Feiertagen auch intern noch einmal mit 2012 beschäftigt und eine Bestandsaufnahme gemacht. Das Resultat ist für die hiesigen Metaller nicht neu: „Wir sind gut aufgestellt“, fasst Helmut Wirtz das Fazit der internen Manöverkritik zusammen.

Ebenfalls nicht neu, aber dennoch deutlich ausgeprägter als in der Vergangenheit ist das Engagement des Nachwuchses. „Wir haben 2012 die meisten jugendlichen Mitglieder seit zehn Jahren gehabt, dazu die meisten Auszubildenden und den größten Mitgliederzuwachs“, bilanziert der Geschäftsführer und stellt fest: „Wir haben eine unheimlich gute Jugendarbeit.“

Diese Entwicklung sieht er eng verknüpft mit dem Einsatz von Martin Peters, der zwar nur je zur Hälfte in den Geschäftsstellen Stolberg und Düren zum Einsatz kommt, gleichwohl aber an beiden Standorten „ganze Arbeit“ leistet, wie Wirtz betont.

Dies gelte auch für den Bildungsbereich. Seminar- und Fortbildungsangebote würden nicht nur rege angenommen, „sie haben auch dazu geführt, dass sich einige unserer jungen Kollegen auf dem Weg in Richtung Hauptamtlichkeit bewegen.“ Das trifft sich sicherlich gut, auch wenn das Thema offiziell derzeit keines ist: Schließlich werden mit Helmut Wirtz und Georg Moik die beiden über Jahrzehnte prägenden Protagonisten der Verwaltungsstelle in wenigen Jahren in den Ruhestand gehen.

Für die aktuelle Situation können sie derweil festhalten, dass Stolberg und damit auch Eschweiler als Verantwortungsbereich weiter im Aufwind ist. Unterm Strich stehen rund 100 Mitglieder mehr als zum Vorjahreszeitraum, ganz genau sind das 5378 zum Stichtag 31. Dezember – darunter 230 Neuaufnahmen.

„Damit liegen wir in Nordrhein-Westfalen wieder unter den besten Fünf“, freut sich Georg Moik über den Spitzenplatz im internen IG-Metall-Ranking, das die Zahl der Mitglieder mit der Summe der jeweiligen Arbeitsplätze in der Metall- und Elektroindustrie in Relation setzt.

Als Konsequenz hat der Gesamtvorstand von Deutschlands mitgliederstärkster Gewerkschaft die Stolberger in ein Projekt eingebunden, das Arbeit und Erfolg von bundesweit zehn Verwaltungsstellen beispielhaft darstellt.

Mit diesem Rückenwind will Helmut Wirtz ab der kommenden Woche auch die inhaltliche Arbeit fortsetzen. Dann wird es vor allem darum gehen, einen weiteren massiven Stellenabbau beim Elektronik-Konzern CAE zu verhindern und das Ausmaß der drohenden Massenentlassung von bis zu 102 Kollegen beim Stolberger Metallwerk zu minimieren.

Nachdem die Verhandlungen zwischen dem Mutterkonzern KME sowie Gewerkschaft und Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan kurz vor Weihnachten gescheitert waren, geht Helmut Wirtz davon aus, dass die Arbeitgeber nun beim Aachener Arbeitsgericht die Einrichtung einer Einigungsstelle beantragen werden.

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